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Eintracht-Gegner Wolfsburg : Die Mitte ist nicht dicht

  • -Aktualisiert am

Noch gibt es keine kritische Stimme gegen Magath Bild: ddp

Viele Spieler, wenig Nutzen: Der VfL Wolfsburg steht trotz (oder wegen?) der vielen Einkäufe schlechter da als vor einem Jahr. Vor allem die Verteidigung bereitet dem Wolfsburger Trainer Felix Magath Sorge.

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          Von Lenz und Platins über Dzeko, Thiam und Laas zu Radu, Munteanu und Boakye: auf der Bank des VfL Wolfsburg gibt es zufriedene Ersatztorhüter, junge Deutsche, teure rumänische Einkäufe und große Namen von früher. 18 (!) Spieler könnte Trainer, Geschäftsführer und Manager Felix Magath am Samstag gegen die Eintracht einwechseln, wenn er dürfte und wollte.

          Nie waren die Möglichkeiten größer beim VfL. Das Absurde an dieser Lage ist, dass unter den 29 Profis der von Volkswagen mit 20 Millionen Euro ausgehaltenen Bundesliga-Truppe keiner zur zweiten Mannschaft in der Regionalliga gehört: es sind alles Profis, keine Amateure, die auf ihren Einsatz warten.

          „Wir kassieren immer mindestens ein Gegentor“

          Zählt man die vier bis fünf Talente hinzu, die unter Magaths Vorgänger Klaus Augenthaler auf Spielpraxis in der Bundesliga hofften und derzeit nur für den VfL II in Liga drei auflaufen, kommt man auf eine Gruppe, groß genug, um drei Teams zu füllen. So kann man sein Geld als Fußball-Unternehmen auch ausgeben – und wenig herausbekommen: der VfL Wolfsburg steht trotz (oder wegen?) der vielen Einkäufe schlechter da als vor einem Jahr.

          Ende November 2006 hatten die Wölfe 19 Punkte gesammelt. Aktuell sind es 16. Das ist weniger als geplant, das ist viel weniger als erhofft – und doch gibt es keine kritische Stimme gegen Magath. Denn Volkswagen hat ihn als den richtigen Mann ausgemacht, und solange VW ihn für den richtigen Mann hält, wird es keine Kritik geben. So einfach ist das. Das erleichtert das Arbeiten ungemein.

          Schwerer ist da schon, dem traditionell abwehrstarken VfL das versprochene Offensivspiel beizubringen, ohne die Deckungsarbeit zu vernachlässigen. Das ist Magath bisher nicht gelungen. Er hat die Wolfsburger durch Dejagah, Gentner, Grafite und Dzeko im Spiel nach vorn gestärkt, doch hinten passt es nicht. „Wir verteidigen nicht intensiv genug. Es gibt große Löcher“, sagt Magath. „Mich beunruhigt, dass wir immer mindestens ein Gegentor kassieren.“ Aus den vier Innenverteidigern Madlung, Quiroga, Simunek und Ricardo Costa hat Magath nun die letzten beiden auserkoren, die Mitte dicht zu machen.

          Torwart-Suche in Dänemark

          Beide sind starke Spieler, die sich aneinander gewöhnen müssen: Ricardo Costa fiel wegen eines Kreuzbandrisses lange aus. Auf den Außenbahnen lässt Magath in Riether, Baier und Schäfer zwar die versprochenen Deutschen spielen. Sie sind aber keine Außenverteidiger von internationaler Klasse. Und hinten steht ein Torwart, der in dieser Serie nur Mittelmaß darstellt: Simon Jentzsch. Schon sucht Magath in Dänemark einen Keeper, der der langjährigen Nummer eins Druck machen könnte.

          Die völlig neu gestaltete Abwehr (bestehend aus lauter Einkäufen) also ist es, die Magath am meisten Sorgen macht. So passt es zu den Defensivschwächen, dass sich Magath nach Verstärkungen umsieht und gern den ehemaligen Stuttgarter Andreas Hinkel kaufen würde. Er ist beim FC Sevilla unglücklich und will zurück in die Bundesliga. Im aufgeblähten Kader des VfL werden im Winter bestimmt ein paar Plätze frei.

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