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Eintracht Frankfurt im Finale : „Ein Abend, den man nie vergisst“

Rafael Borré (r.) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit Filip Kostic und Ansgar Knauff. Bild: dpa

Eintracht Frankfurt gewinnt das Rückspiel gegen West Ham United und steht nach mehr als 40 Jahren wieder in einem europäischen Finale. Aus dem deutschen Endspiel wird aber nichts.

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          Auf nach Sevilla, auf zum Finale in der Europa League. Die Eintracht ist wirklich dabei, und als am Donnerstagabend im Halbfinal-Rückspiel der 1:0-Sieg über West Ham United perfekt war, kannte der Jubel keine Grenzen. Die Frankfurter Arena, prallgefüllt mit 48.000 Zuschauern, wurde zu einem Tollhaus. Gesänge, Schlachtrufe – die Freude über das außergewöhnlich Geleistete war riesengroß. „Ein Traum wird endlich wahr. Weltklasse“, sagte Eintrachts Präsident Peter Fischer umringt von feiernden Fans bei RTL: „Das haben diese Stadt und dieses Umfeld verdient. Das ist Fußball. Und jetzt gewinnen wir das Ding.“

          „Als Truppe sind wir außergewöhnlich“

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Auch Oliver Glasner konnte sein Glück kaum fassen. „Das war ein Abend, den man nie vergisst“, sagte der Eintracht-Trainer und gab jedes Lob an seine Spieler weiter: „Ich habe zu der Mannschaft gesagt: Ich weiß nicht, ob ihr die besten Spieler seid, und ich weiß nicht, ob wir die besten Trainer sind. Aber als Truppe sind wir außergewöhnlich.“

          Europa League

          Vorstandssprecher Axel Hellmann hat Recht mit seiner Einschätzung, dass der Finaleinzug ein „Meilenstein für die Klubgeschichte“ sein würde. Letztmalig stand eine Frankfurter Fußballmannschaft vor 42 Jahren in einem Europapokalfinale. Damals gab es gleich zwei Finalspiele im UEFA-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach – und der Triumphator hieß Eintracht.

          Die Eintracht-Anhänger jubeln nach Schlusspfiff mit Präsident Peter Fischer.
          Die Eintracht-Anhänger jubeln nach Schlusspfiff mit Präsident Peter Fischer. : Bild: EPA

          Am 18. Mai nun gibt es dieses eine Endspiel in Sevilla, und der Gegner der Eintracht heißt Glasgow Rangers. Die Schotten besiegten RB Leipzig 3:1.

          Schon 50 Minuten vor dem Anpfiff brandete erstmals lautstarker Beifall auf, als Torhüter Kevin Trapp für sein Aufwärmprogramm den Rasen betrat. Für den ersten emotionalen Höhepunkt, noch bevor der Ball überhaupt rollte, sorgte Peter Fischer. Der Präsident nutzte die Gunst der Stunde, um sich stellvertretend bei 100.000 Mitgliedern zu bedanken, die die Eintracht seit kurzem unter ihrem Dach vereint weiß.

          „Das ist zwei Mal die Hütte voll“, sagte Fischer voller Inbrunst. An die Fans gewandt, äußerte der erste Mann der Eintracht den Wunsch für das Spiel gegen West Ham: „Macht einen Hexenkessel draus. Ich setze auf euch.“ Die Fans schienen Fischer erhört zu haben, denn als es wirklich los ging, wurde nach und nach eine riesige Choreographie enthüllt. „Nordwestkurve Frankfurt am Main – Meine Stadt, mein Verein“, stand dort geschrieben – und die Anhänger riefen immer wieder: „Europacup in diesem Jahr.“ Fahnen und Konfetti – es herrschte Party pur. Leider auch mit Pyrotechnik.

          Sebastian Rode inmitten der jubelnden Fans.
          Sebastian Rode inmitten der jubelnden Fans. : Bild: Reuters

          Mit dem von Glasner erhofften „Fotofinish“ ist es dann doch nichts geworden. Aufgrund seiner Muskelverletzung war Jesper Lindström nicht in der Lage, beim K.o.-Spiel gegen West Ham dabei zu sein. Die personelle Alternative für den Dänen war sein nordischer Mitspieler Jens Petter Hauge. Der Norweger sollte im Verbund mit Daichi Kamada, Filip Kostic, Ansgar Knauff und Rafael Borré für die stürmischen Elemente im Spiel der Eintracht sorgen, mit denen die Frankfurter den Engländern Schmerzen zufügen wollten. Zudem kehrte Evan Ndicka nach abgesessener Sperre in die Startelf und auf seinen angestammten linken Verteidigerposten zurück.

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