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Frankfurter Kampfansage : „Donnerstag ist Eintracht-Tag“

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Gegen die Eintracht jubelte er am vergangenen Freitag zwar auch – aber immerhin (nur) in der Bundesliga und für den BVB, nicht auch für Europa-League-Gegner RB Salzburg: Erling Haaland. Bild: AFP

Die rauschenden Europapokal-Abende haben die Eintracht zuletzt stets beflügelt. Auch im Hinspiel gegen Salzburg soll das so sein. Die Frankfurter profitieren dabei von zwei Winterabgängen der Österreicher.

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          So ändern sich die Zeiten. Vor zwei Monaten stöhnten sie bei der Frankfurter Eintracht noch über das Los. RB Salzburg (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und auf DAZN) hatte zu den unangenehmeren Möglichkeiten gehört, als die Begegnungen für die Runde der letzten 32 in der Europa League zusammengestellt wurden. Es gab zwar namhaftere Gegner im Topf, aber kaum einen formstärkeren.

          Europa League
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Während die Eintracht-Spieler am Ende ihrer Kräfte waren, befanden sich die Österreicher seit Saisonstart in einem Dauerhoch, hatten dem FC Liverpool in der Gruppenphase der Champions League zweimal hartnäckig Widerstand geleistet und freuten sich über die Dienste des besten Junioren-Torjägers, den Europa in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Mittlerweile spielt Erling Haaland für Borussia Dortmund, und auch sein kongenialer Sturmpartner Takumi Minamino verließ den Klub – gerade zu jenem FC Liverpool, dessen Trainer Jürgen Klopp der Japaner bei den Aufeinandertreffen in der Königsklasse so beeindruckt hatte.

          Und nun müssen sich die Salzburger neu sortieren. Was ihnen offensichtlich noch schwerfällt. Im ersten Punktspiel des neuen Jahres unterlag RB dem Linzer ASK am vergangenen Freitag 2:3. Die erste Heimniederlage des vom Getränkeunternehmer Mateschitz gesponsorten österreichischen Ausnahmeteams in der heimischen Bundesliga seit dem 27. November 2016. 53 Heimspiele war Red Bull zu Hause ungeschlagen geblieben.

          „Wir haben viele Zweitstimmen“

          Auch die Eintracht verlor an jenem Freitag. Das 0:4 in Dortmund stellte zwar ein Ärgernis dar, weil die Leistung ziemlich dürftig ausgefallen war. Aber in Frankfurt zweifelt noch niemand, dazu fällt der Aufwärtstrend im Jahr 2020 insgesamt zu deutlich aus. Und Heimspiele in der Europa League wirken auf die Eintracht-Profis ohnehin wie ein Lebenselexier. „Zu Hause ist es bei uns ein Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft. Da werden wir unheimlich nach vorne getrieben und kriegen immer mal wieder eine zweite Luft. Da führen wir die Zweikämpfe ganz anders“, begründet Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner das besondere Europa-Niveau der Eintracht. Hübner setzt hinzu: „Europa ist was Besonderes in Frankfurt. Ich kenne viele Leute, die sagen: Mein Herz hängt an den Bayern, aber dann kommt gleich Eintracht Frankfurt. In der Politik würde man sagen: Wir haben viele Zweitstimmen. Donnerstag ist einfach ein Eintracht-Tag.“

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          Auch für Hübner bedeutet Haalands Wechsel eine Schwächung des Gegners. „Aber sie haben einen guten Unterbau und können solche Spieler schnell ersetzen. Sie haben eine durchgehende Philosophie, das macht es einfacher, denn jeder, der dazukommt, weiß, was er zu tun hat.“ Hübner hat recht. Der neue erste Sturm heißt Patson Daka und Hee-chan Hwang und ist gar nicht neu. Die beiden bildeten zum Beispiel bei der 3:4-Auswärtsniederlage gegen Liverpool das Angriffs-Duo, Haaland kam von der Ersatzbank. Der Südkoreaner Hwang steht schon bei neun Saisontoren, Daka (Sambia) sogar bei 17. Dennoch scheint den beiden etwas zu fehlen ohne Minamino (neun Saisontore) und Haaland (28 Saisontore). Im neuen Jahr trafen sie weder im Pokal beim 3:0 über den Amateurklub Amstetten noch beim 2:3 gegen LASK. So geht es auch dem Schweizer Noah Okafor, der im Winter für Haaland vom FC Basel für acht Millionen Euro geholt wurde. Der Neunzehnjährige gilt jedoch nicht als schneller Ersatz, sondern als Verstärkung für die Zukunft.

          Kaum Spielpraxis wegen langer Winterpause

          Über mehr Praxis als zwei Pflichtspiele verfügen die Salzburger im Jahr 2020 noch nicht wegen der langen Winterpause in Österreich. Das wiederum empfindet Hübner sehr wohl als „Vorteil für uns, da wir schon sechs Spiele bestritten haben“. Die schwache Vorstellung gegen Borussia Dortmund sei nach einer Videoanalyse am Dienstagvormittag abgehakt, wie es der Sportdirektor formuliert. Der Blick gehe nur noch Richtung Salzburg. Taktisch ist der Gegner dechiffriert, Eintracht-Trainer Adi Hütter wirkte selbst einige Zeit bei dem Klub und ist – so Hübner – „in Österreich sehr gut verdrahtet“. Auch die Österreicher Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger können ihren Kollegen eine Menge über ihre persönlichen Salzburg-Erfahrungen erzählen.

          Weniger vorhersehbar ist die Spielweise der Frankfurter Eintracht. Da Innenverteidiger Hinteregger in der Europa League gesperrt ist, könnte es Hütter wieder einmal mit der Dreierkette probieren, da sie Makoto Hasebe als Libero ins Spiel bringen würde. Dessen Spielkultur fehlte der Mannschaft zuletzt. „Aber Hasebe könnte auch auf der Sechs spielen“, sagt Hübner, womit Ilsanker ein Kandidat für die Innenverteidigerposition neben David Abraham in der Viererkette wäre. Wackelkandidaten sind auch Mijat Gacinovic, den ein Infekt plagt, und Bas Dost, der noch immer körperliche Defizite beklagt. Wer es auch immer in die Startelf schafft, eines verspricht Hübner: „Wir werden eine ganz andere Eintracht-Mannschaft als in Dortmund erleben.“

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