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Eintracht gegen Inter Mailand : Die Vorfreude der Beutejäger

  • -Aktualisiert am

Athletisch gegen Inter: Jonathan de Guzman sieht in der Frankfurter Physis und Laufstärke Vorteile gegenüber Mailand. Bild: EPA

Die Eintracht fiebert dem „Highlight“ in der Europa League gegen Inter Mailand entgegen. Nur die Bedingungen in der WM-Arena bereiten den Frankfurtern einige Sorgen.

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          Nach den Spielen der Eintracht in der WM-Arena geben die Frankfurter Profis stets in der sogenannten Mixed Zone Interviews. Am Montag gab es dort ein reges Kommen und Gehen – weil die Wege für die Frankfurter Bundesliga-Mannschaft im Alltagsbetrieb nun länger geworden sind. Stürmer Ante Rebic kam aus der Spieltagskabine und fragte einen Mitarbeiter, ob Trainer Adi Hütter „oben“ sei. Auch Kapitän David Abraham machte sich kurz darauf aus dem Untergeschoss auf den Weg in ein oberes Stockwerk. Zulauf bekam die Mannschaftskabine, die jetzt auch unter der Woche an den spielfreien Tagen das Zuhause der Spieler ist, durch die Franzosen Evan Ndicka und Simon Falette, gefolgt von Luka Jovic.

          Wegen eines Wasserschadens, den es bereits im Januar gegeben hatte, kann die Trainingskabine in der WM-Arena momentan nicht mehr genutzt werden. Dort hat sich auf breiter Fläche Schimmel ausgebreitet, verbunden mit einem unangenehmen Geruch. Solche Zustände – Eigentümer des Stadions ist die Stadt – sind an einem Bundesliga-Standort aus Sicht der Eintracht völlig unakzeptabel. Würden sie doch vor allem eine Gesundheitsgefahr für die Spieler darstellen.

          Entsprechend groß sind die Verärgerung und das Unverständnis auf Seiten der Klubverantwortlichen, zumal die hygienischen Verhältnisse in der Trainingskabine zum wiederholten Mal nicht den Anforderungen genügen sollen. Schon der ehemalige Trainer Niko Kovac hatte dies gerügt. In der wichtigen Saisonphase wird die Eintracht, die kürzlich den Umzug ins Untergeschoss vollzog, nun erheblich in ihren gewohnten Abläufen gestört. Sie muss improvisieren. So sind die Massagebänke in der Spieltagskabine aufgebaut worden. Bis im Trainingsbetrieb von der Eintracht die normale Kabine wieder bezogen werden kann, wird es wohl noch einige Wochen dauern.

          Mit einem guten Gefühl in das erste Kräftemessen

          Gelson Fernandes trat den ersten Arbeitstag der neuen Woche an ungewohnter Stelle trotzdem mit einem Lächeln im Gesicht an. Für das erste Achtelfinalspiel der Europa League zu Hause gegen Inter Mailand steht der Schweizer offenbar zur Verfügung. „Fit“ – mit diesem Wort erklärte der defensive Mittelfeldspieler seine Oberschenkelblessur für überstanden. Bei Rebic, der sich zuletzt im Heimspiel gegen Hoffenheim (3:2) das Knie verdreht hatte und der am Montag wie Torhüter Kevin Trapp nur individuell trainierte, sowie Abraham wird es wohl ein Wettlauf mit der Zeit. Den die beiden am Ende verlieren könnten. Abraham, den abermals muskuläre Probleme plagen und der ebenfalls nicht am Mannschaftstraining teilnehmen konnte, sagte am Montag immerhin, dass es für ihn möglich sei, gegen Mailand zu spielen – den Gegner mit dem großen europäischen Namen: FC Internazionale Milano.

          Achtzehnmal holten sich die Italiener bisher den Meistertitel in der Serie A. In den neunziger Jahren gewannen sie dreimal den Uefa-Cup. In dieser Saison startete Mailand hoffnungsvoll in der Champions League, sah sich dann jedoch in dem Premiumwettbewerb mit einem bitteren Ende konfrontiert. Auf der Zielgeraden der Gruppenphase wurden die „Nerazzurri“ von Tottenham abgefangen. Dem „Abstieg“ in die Europa League begegnete das Schwergewicht Mailand mit sportlicher Größe. In den beiden Aufeinandertreffen mit Rapid Wien blieben die Österreicher ohne Chance aufs Weiterkommen.

          Mailand kann kommen: Der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner geht mit einem guten Gefühl in das erste Kräftemessen gegen eine „richtig gute Mannschaft. Im Duell mit Hoffenheim haben wir uns den Schwung geholt, um gegen Mailand zu bestehen“, sagte er und erwartet ein „absolutes Highlight“. Vor allem die mitreißende Schlussoffensive der Eintracht bestärkte die Spieler in der Auffassung, in dieser Spielzeit noch Großes erreichen zu können. „Wenn wir so spielen, können wir jede Mannschaft der Welt schlagen“, sagte Mijat Gacinovic. Seinen Trainer Adi Hütter beindruckten „die Mentalität und der Wille“ der Mannschaft, „wie sie nach dem 2:2 noch mal zugepackt“ habe.

          Mit Biss waren die sportlichen Beutejäger aus Frankfurt bisher auch in der Europa League unterwegs, von acht Begegnungen gewannen sie sieben und spielten einmal unentschieden. Damit hat sich die Eintracht zu einem internationalen Aushängeschild der Bundesliga aufgeschwungen. Das wird auch den Mailändern nicht entgangen sein. „Und italienische Vereine spielen nicht gerne gegen deutsche Mannschaften wegen deren Physis und Laufstärke“, sagte der Frankfurter Mittelfeldspieler Jonathan de Guzman kürzlich. „Wir spielen sehr aggressiv mit einem hohen Druck, das sollten wir auch gegen Mailand so tun.“ Der ehemalige holländische Nationalspieler kennt den italienischen Fußball aus seiner Zeit beim SSC Neapel. Auch er freut sich auf das Rückspiel im altehrwürdigen San-Siro-Stadion. „Es ist wunderschön und eines der besten Stadien in der Welt“, sagte de Guzman.

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