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Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen : „Die Ansprüche passen nicht zur Realität“

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Dieser Schritt ist gut überlegt worden. Und er ist überzeugend. Die AG hat ausdrücklich zugestimmt, weitere Bundesligavereine wie Schalke und Leverkusen werden ähnlich handeln. Seit Jahren gibt es bei uns niemanden, der aus der U23 den Sprung in den Profikader geschafft hat, weil das Leistungsniveau zu weit auseinanderklafft. Die Profispieler der Zukunft kristallisieren sich schon innerhalb der U19 heraus.

Es fällt auf, dass seit dem Antritt von Bruno Hübner als Sportdirektor fast achtzig Spieler zur Eintracht kamen und gingen. Agiert der Klub nach dem Motto „Versuch und Irrtum“?

Die Zahl ist zu hoch gegriffen. Doch das ist das Los von Vereinen, die wie wir im Mittelfeld der Liga anzutreffen sind. Es ist dem Umstand geschuldet, dass wir in der Preiskategorie, in der wir zuschlagen können, nur schwer einen Spieler finden, der uns auf Anhieb deutlich weiterbringt. Bei Bruno Hübner gibt es sicher eine hohe Fluktuation, an die ich mich auch erst gewöhnen musste, doch das Ergebnis stimmt.

Kontinuität sieht anders aus.

Wir sind aktuell ja nicht erfolglos. Wir haben in der Tat eine hohe Fluktuation, aber das Ergebnis ist kein schlechtes: Letzte Saison waren wir Sechster, und ich bin optimistisch, dass es diesmal zu Platz elf reichen wird.

Welche Rolle spielt die WM bei der Kaderplanung für das nächste Jahr? Ist es so, dass viele Verträge erst nach dem Turnier in Brasilien abgeschlossen werden?

Unsere Scouting-Abteilung wird in Brasilien vertreten sein, aber sicherlich nicht, um die großen Nationen zu beobachten.

Gibt es ein Ziel, das Sie in Ihren letzten beiden Jahren bei der Eintracht noch erreichen möchten?

Nein. Ich bin überzeugt, dass der Verein gut aufgestellt ist. Die Entscheidung über meinen Nachfolger ist wichtig, aber die treffe nicht ich, sondern trifft der Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Wilhelm Bender. Er hat auch öffentlich seinen Wunsch geäußert, dass ich daran beteiligt sein soll. Aber diese Frage stellt sich jetzt nicht. Ich lege großen Wert darauf, dass das nicht vor Dezember 2015 entschieden wird. Ich halte es nicht für zielführend, es früher zu entscheiden. Aber es ist die Sache des Aufsichtsrates.

Spüren Sie nach all den Jahren Verschleiß oder Müdigkeit?

Nein. Aber die Distanz zu den Abläufen und Geschehnissen wird größer, man muss aufpassen, nicht in Routine zu verfallen. Da ich mich seit meinem fünften Lebensjahr – sehr zum Leidwesen meiner Eltern und meiner heutigen Familie – ununterbrochen nur mit Fußball beschäftige, habe ich allerdings ein großes Selbstvertrauen in das, was ich entscheide und was ich tue.

Und 2016, im dann 67. Lebensjahr, ist beruflich tatsächlich Schluss?

Ich gehe fest davon aus, dass ich nach 2016 nicht mehr im Profifußball tätig bin. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht in irgendeiner Form ehrenamtlich tätig sein werde.

Das Gespräch führten Marc Heinrich, Peter Heß und Uwe Marx.

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