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Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen : „Die Ansprüche passen nicht zur Realität“

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Dabei bleibt es?

Ja, dabei bleibt es. Warum sollten wir jemanden abgeben?

Kann ein neuer Trainer sich an dem orientieren, was Veh hier erreicht hat?

Dadurch, dass die Champions League bei den Einnahmen für eine derart große Spreizung sorgt, werden zehn Traditionsvereine in den nächsten Jahren immer in der Nähe der Abstiegsränge stecken. Die Spieleretats bewegen sich auf den Tabellenpositionen neun bis achtzehn zwischen 26 und 42 Millionen Euro, und selbst wenn man sich am oberen Ende bewegt, kann einem das keine Sicherheit geben.

Aber Ausreißer nach oben sind doch immer noch möglich, wie in dieser Saison Mainz oder Augsburg zeigen.

Sie hätten mich vor einem Jahr sicher auch gefragt: Was macht Hannover 96 besser als die Eintracht? Jetzt haben aber auch die große Probleme. Aktuell wird gefragt, was Borussia Mönchengladbach oder von mir aus auch Mainz besser machen – und nach unserem sechsten Platz in der vergangenen Saison wurden andere Vereine vermutlich auch gefragt, was die Eintracht besser macht als sie. Dem messe ich nicht so viel Bedeutung bei. Das sind Momentaufnahmen.

Das heißt: Das Tabellenmittelfeld ist auf Dauer das höchste der Gefühle?

Eintracht Frankfurt hat eine große Zukunft, daran besteht kein Zweifel. Nur, dazu müssen sich einige Rahmenbedingungen ändern, um den Erwartungen gerecht zu werden. Aus dem glamourösen Umfeld des Vereins und der Stadt erwachsen Ansprüche, die mit der Realität gegenwärtig nur schwer in Einklang zu bringen sind. Und wenn das Delta zwischen Erwartungen und Realität zu groß ist, gerät ein Verein in Schwierigkeiten. Siehe Hamburger SV.

Was sind die Voraussetzungen für eine „große Zukunft“ der Eintracht?

Es geht um die Namensrechte am Stadion, das Facility-Management in der Arena, das Catering, den Vermarktervertrag mit Sportfive, die Stadionmiete. Unser Spieleretat beläuft sich auf 32 Millionen Euro, im Ranking der TV-Gelder stehen wir zurzeit auf dem 14. Platz. Das setzt uns Grenzen. Die Eintracht weiß, was notwendig ist, und die Schritte sind eingeleitet, es dauert nur noch einige Jahre. Und es geht nicht schneller, wenn man plakative Forderungen an die Stadt in den Raum stellt.

Wäre es nicht eine sinnvolle Möglichkeit, vermehrt auf die Jugend zu setzen, um eine Entwicklung aus eigenen Stücken zu beschleunigen? So wie es die Schalker machen, bei denen sich nach Julian Draxler auch Max Meyer etabliert hat.

Die Schalker haben gerade einfach Glück mit ihren Talenten. Wir waren deutscher B-Jugend-Meister 2010. Wir haben danach Dudda, Hien, Wille, Kittel, Waldschmidt, Kempf und Stendera Profiverträge gegeben – aber es hat sich bislang noch nicht bei allen so ausgezahlt wie erhofft.

Weil Veh nicht so sehr auf den Nachwuchs setzte?

Nein. Er stellt die Mannschaft auf, von der er annimmt, dass es die besten Spieler sind, um Erfolg zu haben. Die Jungs sind noch nicht gut genug geworden. Überhaupt haben wir seit zehn Jahren aus unserem Leistungszentrum – mit Ausnahme von Cenk Tosun, der heute in der Türkei im mittleren Segment spielt – leider keinen erstklassigen Stürmer rausbekommen.

Ist es in diesem Zusammenhang nicht kontraproduktiv, die U23 abzumelden?

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