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Marco Russ im Interview : „Nur beim FC Barcelona komme ich ins Grübeln“

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Fühlen sich wohl in der Region: Marco Russ mit seiner Frau Janina auf dem roten Teppich bei einer Gala-Veranstaltung im April diesen Jahres
Fühlen sich wohl in der Region: Marco Russ mit seiner Frau Janina auf dem roten Teppich bei einer Gala-Veranstaltung im April diesen Jahres : Bild: dpa

Warum verlief die vergangene Saison so wechselhaft?

Eigentlich habe ich mit dem Thema abgeschlossen. Ich schaue lieber nach vorne. Aber natürlich versuche ich aus den Erfahrungen zu lernen. Es war wie in einem Wellental, teilweise ging es in einzelnen Spielen rauf und runter, das hatte ich bis dahin so auch noch nicht erlebt. Wir haben gezeigt, dass wir Qualität besitzen, konnten sie aber nicht über neunzig Minuten konsequent abrufen. Nun hoffe ich, dass uns mit Hilfe der Neuzugänge gelingt, die Fehler abzustellen. Potential haben wir jedenfalls genug, wie die Testspiele gezeigt haben, so dass wir einen großen Schritt in Richtung Europa League machen können.

Was ist unter Veh anders als unter Schaaf?

Veh ist offener und warmherziger. Bei ihm wird viel gelacht, die Atmosphäre ist positiver und herzlicher. Für uns als relativ junge Mannschaft ist so ein Typ gut, der die Zügel in der Hand hält, aber eben auch mal Leine gibt. Wir haben ein abgestecktes Feld, auf dem wir machen können, was wir wollen. Nur wenn wir die Grenzlinien überschreiten, greift er strikt durch.

Sehen Sie sich in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld?

Wir haben ein Überangebot in beiden Mannschaftsteilen, am Ende wird sich die Qualität durchsetzen. Ich bin da entspannt und spiele da, wo der Trainer mich aufstellt. Klingt nach einer Floskel, ist in meinen Augen aber auch ein Vorteil: Ich lege mich nicht auf eine bestimmte Aufgabe fest und bleibe so auch gedanklich flexibel.

Welche Verstärkungen braucht das Team noch?

Defensiv sind wir super aufgestellt. Vieles lässt sich planen, nur Verletzungen oder Sperren kommen leider immer wieder dazwischen. Deswegen wäre es toll, wenn sich noch was tun würde, um über Alternativen zu verfügen, wenn Inui auf links oder Aigner mal nicht können. Und einen weiteren Torhüter brauchen wir. Heinz Lindner macht seine Sache hervorragend. Nur die Vergangenheit hat eben auch gezeigt, dass man mit den verrücktesten Dingen rechnen muss. Erst hatte sich Kevin Trapp verletzt, dann wurde Felix Wiedwald krank, und plötzlich war Timo Hildebrand gefragt.

Auch abseits des Rasens haben Sie in den vergangenen Monaten viele Schlagzeilen geschrieben: mit Ihrer Schelte an Eintracht-Idol Grabowski oder der 160.000-Euro-Strafe infolge Ihres Strafzettels wegen zu schnellen Fahrens. Liegt das aufregendste Sportjahr hinter Ihnen?

Schwer zu sagen, auch in Wolfsburg hatte ich ja turbulente Phasen. Was das Gerichtsverfahren wegen des Strafzettels angeht: Es war eine Dummheit von mir. Dafür musste ich finanziell bluten. Außerdem hatte ich meine Gefühle nicht so im Griff, nachdem uns Grabowski kritisiert hatte. Inhaltlich bleibe ich nach wie vor bei meiner Darstellung, nur die Form war nicht in Ordnung. Das war sicher ein Fehler. Den habe ich eingesehen und daraus gelernt: Er wird mir nicht wieder passieren.

Wollen Sie als Nachfolger von Trapp Kapitän der Mannschaft werden?

Ich würde es sehr gerne machen. Es wäre mir eine Ehre. Doch es geht keine Welt für mich unter, wenn ich es nicht werde.

Das Gespräch führte Marc Heinrich.

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