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Eintracht Frankfurt : „Wir sind wettbewerbsfähig“

Zwei Männer an der See: Trainer Schaaf und Eintracht-Chef Bruchhagen (rechts) im Trainingslager von Norderney Bild: nordphoto

Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen spürt, dass die Sorge im Umfeld der Eintracht wächst, bittet beim Warten auf neue Spieler aber dennoch um Geduld – auch im Fall von Bendtner.

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          Die Vorlage kam an. „Wir denken alle so wie Johannes Flum“, sagt Heribert Bruchhagen. „Wir haben Substanz verloren und konnten uns dagegen nicht wehren.“ Es ist Mittwoch, Halbzeit während des Trainingslagers auf Norderney. Der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht, erst am Vorabend auf der Ostfriesischen Insel angekommen, nimmt sich nach dem Besuch des Vormittagstrainings viel Zeit, um über die Lage der Eintracht zu sprechen. „Der Markt ist derzeit sehr überhitzt“, sagt er. „Man muss Geduld haben. Ich bekomme täglich dreißig E-Mails, aus denen deutlich wird: Die Sorge im Umfeld wächst. Doch ich könnte sofort eine Aufstellung nennen, die für den Start in der Bundesliga wettbewerbsfähig ist.“

          Bendtner wurde keine Frist gesetzt

          Dass sie freilich derzeit noch nicht so ausfällt, wie sich das die Verantwortlichen der Eintracht wünschen, ist bekannt. „Wir suchen noch mindestens drei bundesligatauglichen Leistungsträgern“, sagt der Vorstandschef. „Darunter sollen zwei Stürmer sein.“ Erste Priorität genießt nach wie vor der Transfer eines Mittelstürmers. „Es stimmt, wir haben unser Interesse an Niklas Bendtner angemeldet. Ich weiß aber nicht, wie seine Gedanken aussehen“, sagt Bruchhagen im Mannschaftshotel auf Norderney.

          Der dänische Angreifer, zuletzt in Diensten von Arsenal London und aktuell ablösefrei, war schon vor einem Jahr in den Fokus der Eintracht geraten. Damals wie heute ist es Sportdirektor Bruno Hübner, der die Kontakte zu Bendtner und seinem Berater pflegt. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich und so sinnvoll wie möglich die Mannschaft zu ergänzen“, sagt Bruchhagen. „Aber die Marktsituation ist nicht einfach. Die Konsequenzen liegen jetzt bei Bendtner“, dem die Eintracht kein Zeitfenster gesetzt hat. „Es hat sich nicht bewährt, Fristen im Fußball zu setzen“, sagt der seit vielen Jahrzehnten im Profigeschäft verankerte Bruchhagen.

          Gespräche mit Bendtner „weit fortgeschritten“

          Die Rahmenbedingungen, zu denen sich Hübner auf dem Spielermarkt umschauen kann, sind fest umrissen. Sieben Millionen Euro stehen ihm zur Verfügung. Insgesamt bewegt sich der Lizenzspieleretat bei 33 Millionen Euro. In England, wo Bendtner zuletzt in der Premier League am Ball gewesen ist, „haben die Vereine sehr viel mehr Geld zur Verfügung“, weiß Bruchhagen. „Dort herrscht ein großes Missverhältnis von Qualität und Wirtschaftlichkeit.“ Soll heißen: Gehaltlich bewegt sich Bendtner in Dimensionen, die für die Eintracht eigentlich nicht bezahlbar sind. „Meine Hoffnung ist daher, dass es Spieler gibt, die sich für Eintracht Frankfurt interessieren, weil sie die Bundesliga gut finden und weil sie für sich persönlich gute Chancen sehen, bei Eintracht Frankfurt zu spielen. Schließlich ist die Bundesliga die weltweit interessanteste Liga. Das muss die Motivation sein, zur Eintracht zu kommen“, sagt Bruchhagen. „Aber vielleicht ist dies nur ein Wunschdenken von mir.“

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