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Eintracht Frankfurt : Wenn das mal gutgeht

Müssen sich gedulden: Sportdirektor Hübner, Vorstandschef Bruchhagen, Trainer Veh Bild: Wolfgang Eilmes

Das Transferkarussell dreht sich in der Bundesliga mit wachsender Geschwindigkeit. Nur die Frankfurter Eintracht lässt es gemächlich angehen. Sie muss warten, bis bei Trapp und Zambrano Entscheidungen gefallen sind. Ein Kommentar.

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          Die Bundesliga bewegt Millionen! Selbst an den kleineren Standorten, wo ansonsten nicht ganz so viel Geld im Spiel ist wie bei den Topadressen, wurden in den vergangenen Tagen einige außergewöhnliche Deals abgeschlossen: Hoffenheim kassierte 41 Millionen Euro für Firmino, Mainz erhielt für Okazaki mehr als zehn, Hoffenheim bekam für Joselu acht, Köln für Wimmer sieben.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Bemerkenswerte Summen, die spendable englische Klubs für ihre Wunschkandidaten zu zahlen bereit waren - und die von den Vereinen hierzulande schon bald reinvestiert werden. In der Hoffnung, dass sich damit die Wettbewerbsfähigkeit verbessern lässt. Auch die Eintracht wird die Folgen der Preisexplosion zu spüren bekommen.

          Viel Hoffnung im Spiel

          In diesem Sommer kommt es, befeuert durch den Milliarden-Fernsehvertrag in der Premier League, zu einem neuen Spekulationswettlauf. Noch sind Hoffenheim, Mainz, Hannover oder Köln Vertreter des heimischen Fußball-Mittelstands, die wie die Frankfurter von der Hoffnung getrieben sind, dass sich schon in der nächsten Saison die Kluft zu den Branchenführern schließen lässt. Wenn das mal gutgeht.

          Auffällig ist, wie gemächlich die Frankfurter inmitten der sonstigen Geschäftemacherei ihre Zukunftsplanung vorantreiben. Sie wissen, dass sie mindestens eine Handvoll Akteure benötigen, die dem Team auf Anhieb weiterhelfen müssen, sonst droht bestenfalls Stagnation, wenn nicht Ungemach.

          Beschränkte Möglichkeiten

          Es ist ein auffälliger Bruch mit vorherigen Gepflogenheiten: Unlängst besaß Sportdirektor Hübner immer dann ein glückliches Händchen bei der Wahl des passenden Personals, wenn er der Konkurrenz ein Schnippchen schlug: Oczipka, Aigner, Trapp, Zambrano - sie alle konnten im Frankfurter Trikot eine tragende Rolle spielen, weil Hübner ihr Kommen früh kostengünstig einfädelte.

          Von so viel Planungssicherheit kann unmittelbar vor Trainingsbeginn am Mittwoch nicht die Rede sein. Für Gelassenheit besteht daher kein Anlass. Zumal unter Zeitdruck 2014 Übereinkünfte mit Piazon oder Medojevic zustande kamen, die nicht hielten, was sie versprachen. Mit der ungeklärten Vertragssituation von Trapp (der in Paris hoch oben auf dem Wunschzettel steht) und Zambrano (der Frankfurt gerne verlassen würde, aber wohl keinen ihm genehmen Arbeitgeber findet) beschäftigen die Eintracht zwei Hängepartien, die aktuell ihre Handlungsmöglichkeiten einschränken.

          Hübner und Veh haben sich mutig positioniert und verlauten lassen, dass sie mit der Eintracht „raus wollen aus dem Hamsterrad“. Zugeschlagen haben sie auf dem Transfermarkt bislang in ganz bescheidenem Umfang: Mit Heinz Lindner kam ein Keeper aus Wien, aus Leverkusen Stefan Reinartz, und sie statteten Enis Bunjaki mit einem Profikontrakt aus. Der A-Jugendliche, der zuletzt hin und wieder von Schaaf begutachtet wurde, soll unter Veh den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Er ist eine Ergänzung des Kaders, keine Verstärkung. So viel Zurückhaltung werden sie sich nicht mehr lange leisten können. Schon bald beginnt die Zeit der Abrechnung.

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