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Eintracht vor dem Bayern-Spiel : Faktor Heimstärke

  • -Aktualisiert am

Hat noch nie gegen die Eintracht eingenetzt: Robert Lewandowski (links), hier im Duell mit Frankfurts David Abraham im Mai 2018 Bild: Reuters

Die Frankfurter Eintracht hat in dieser Saison zu Hause kein Bundesligaspiel verloren – und für den Gegner Bayern hat Stürmer Lewandowski noch nie in Frankfurt getroffen.

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          Doch, es gibt aus Frankfurter Sicht auch eine gute Nachricht in Bezug auf Robert Lewandowski. Der Mann, der immer trifft, hat im Trikot von Bayern München noch nie ein Bundesligator in der Frankfurter WM-Arena geschossen. Würde das an diesem Samstag so bleiben, dann wäre die einmalige Serie des 31 Jahre alten polnischen Weltklassestürmers gerissen. Bisher hat Lewandowski noch an jedem der neun Bundesligaspieltage mindestens ein Tor erzielt, insgesamt traf er 13 Mal.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Eintracht-Trainer Adi Hütter schätzt den Torjäger des Gegners ganz besonders, das Schicksal seiner Mannschaft sieht er allerdings nicht allein in dessen Hand. „Es wird nicht genügen, einen Spieler herauszunehmen, es sind genug andere Bayern-Spieler da, die in der Lage sind, Tore zu schießen“, sagte der Österreicher am Freitag. Hütter würde Lewandowski seinen „obligatorischen“ Treffer in dessen 300. Bundesligaspiel sogar gönnen. „Wenn wir gewinnen. Verhindern wir, dass er trifft und wir verlieren, dann würde das mir nichts bedeuten, dass wir seine Serie beendet haben.“

          „Niko hat drei Titel gewonnen“

          Hütter und die Bayern – das passte in den Frankfurter Zeiten des Österreichers noch nicht zusammen. Drei Niederlagen mit insgesamt 1:13 Toren sind eine ausgesprochen traurige Bilanz. Daran würde der ehrgeizige Fußballtrainer nur zu gerne etwas ändern. Dass es ein wenig leichter werden wird am Samstag, weil die Bayern sich derzeit nicht gerade in einer besonders guten Verfassung befinden, glaubt Hütter nicht. „Darauf gebe ich nichts, die Bayern waren in der Vergangenheit immer besonders gefährlich, wenn sie angeschlagen waren. Da kommt einiges auf uns zu.“ Drei Unentschieden und eine Niederlage mussten die Münchner nach neun Runden in der Liga schon hinnehmen, und beim 2:1 unter der Woche im Pokal gegen den VfL Bochum schrammte der Rekordmeister nur knapp an einer Blamage vorbei. Die Folge: Trainer Niko Kovac wird in der Öffentlichkeit angezählt. Hütter enthielt sich jeden Kommentars zu seinem Vorgänger bei der Eintracht: „Mir steht es nicht zu, dies zu bewerten oder zu beurteilen. Ich weiß nur, Niko hat drei Titel gewonnen und ist ein ausgezeichneter Trainer.“

          Was die Eintracht und ihr Trainer ja auch schon dreimal zu spüren bekamen. Dabei hatten die Frankfurter bei der 0:3-Heimniederlage vor einem Jahr einen ausgesprochen guten Start, brachten die Bayern stark in Bedrängnis, vermochten aber kein Tor zu erzielen. Nach dem Rückstand der Frankfurter nahm die Begegnung dann ihren erwarteten Gang. Die ersten 25 Minuten der Auseinandersetzung gibt der Eintracht-Trainer seinen Spielern als Vorlage für Samstag mit: „Wir waren mutig und haben nach vorne gespielt, das müssen wir wieder tun. Es ist wichtig, dass du gegen die Bayern ein Tor erzielen willst“, forderte Hütter am Freitag. Ohne eine gute Verteidigung geht es freilich auch nicht, auf die Abstimmung zwischen den Linien (Abwehrkette und Mittelfeldreihe) komme es an. „Da muss viel kommuniziert werden, da dürfen die Bayern nicht viel Platz bekommen.“

          Kostic und Hinteregger angeschlagen

          Bei der Auswahl seines Personals hat Hütter fast schon die Qual der Wahl. Die angeschlagenen Kostic und Hinteregger signalisierten ihre Einsatzbereitschaft, sogar Silva, der seit längerem an Achillessehnenbeschwerden laboriert, trainierte wieder mit. Für die Startelf wird es für den Portugiesen allerdings nicht reichen, doch für einen Auftritt als Joker sollte der Stürmer bereit sein. „Ich bin von meiner Mannschaft überzeugt. Wir befinden uns auf einem guten Weg und sind vor allem zu Hause aktuell sehr stark“, verbreitete Hütter Zuversicht. Der Tabellenneunte ist ohne Niederlage in der Frankfurter Arena und mit elf Punkten derzeit die heimstärkste Mannschaft der Liga.

          Die gestiegene Attraktivität der Eintracht wird auch dadurch deutlich, dass ihr Schlagerspiel gegen die Bayern in über 200 Länder übertragen wird. Der Bezahlsender Sky wählte die Partie zudem aus, um für ihr Bundesliga-Produkt zu werben. Sky darf pro Saison die Live-Rechte an zwei Bundesligaspielen an einen Free-TV-Sender weiterveräußern. Sky und das ZDF einigten sich auf die Live-Übertragung der Partie Eintracht gegen Bayern am Samstagnachmittag. Während der Sendung im ZDF will Sky für sein kostenpflichtiges Angebot werben. Sky-Experte Dietmar Hamann begleitet die Partie live im öffentlich-rechtlichen Sender. Außerdem erhält der Pay-TV-Sender eine Lizenzgebühr. Eine ähnliche Aktion hatte es schon im April dieses Jahres gegeben, als die ARD das Derby zwischen Dortmund und Schalke live übertrug. 5,38 Millionen Menschen hatten damals im Ersten zugesehen.

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