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Eintracht Frankfurt : Von Lust und Qual der richtigen Wahl

  • -Aktualisiert am

Alle Neuzugänge sprechen die Sprache des Fußballs: die neuen Eintracht-Profis Kevin-Prince Boateng (oben), Gelson Fernandes, Carlos Salcedo, Jetro Willems, Jonathan de Guzman und Sebastien Haller. Bild: dpa

Die Eintracht hat sich in allen Bereichen verstärkt. Der Kader bietet mehr Chancen, taktisch zu variieren. Die Risiken für die Frankfurter bleiben dennoch.

          5 Min.

          Europa League oder Abstiegskampf oder eine gemütliche Saison im gesicherten Mittelfeld? Jeder, der ein Herz für die Frankfurter Eintracht hat, fragt sich, was die kommende Spielzeit bringen mag. Jedoch: Es gibt keine seriöse Antwort. Das wird allein schon aus dem Verlauf der vergangenen Saison ersichtlich. Nach 19 Spieltagen wies die Tabelle das Team des hessischen Traditionsvereins als drittbestes der Bundesliga aus, drei Monate später beendete die Eintracht die Kampagne als Elfter.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Ihre Bilanz der letzten 15 Spieltage war die schlechteste aller 18 Mannschaften. Wenn das Leistungsniveau schon innerhalb eines Jahres zwischen Champions League und zweiter Liga ausschlägt, wie soll da nach der Zäsur der Sommerpause eine verlässliche Prognose möglich sein? 23 Transferbewegungen hat es bis jetzt gegeben, 14 Neuzugängen stehen neun Abgänge gegenüber.

          Mindestens zehn potenzielle Abstiegskandidaten

          Kein anderer Bundesligaklub rotierte so stark wie der Frankfurter. In welche Richtung die Bewegung zielt, nach oben oder unten in der Tabelle, ist nicht nur von der Integrationsbereitschaft der neuen Spieler und dem Leistungsvermögen der alten abhängig. Wenn das Verletzungspech zuschlägt, dann kann das Potential noch so groß sein, es kann nicht abgerufen werden. Zum Start in die neue Spielzeit fehlen schon mal Meier, Mascarell, Salcedo, Fabian und Blum. Und dann gibt es ja auch noch die liebe Konkurrenz, die einen Einfluss darauf hat, ob die Substanz einer Mannschaft sich entfalten kann.

          Fast alle Experten sind sich einig, dass es, abgesehen vom Titelkampf, so spannend und ausgeglichen wie lange nicht mehr zugehen wird. Nach dem Abschied von Darmstadt und Ingolstadt gibt es keinen „natürlichen“ Absteiger mehr im Feld. Die Aufsteiger VfB Stuttgart und Hannover 96 sind gestandene Bundesligaklubs, die den Betriebsunfall zweite Liga repariert haben und wirtschaftlich und sportlich zum Establishment zählen. So gesehen kann man von mindestens zehn Abstiegskandidaten sprechen, wenn nicht gar von zwölf. Dazu zählt die Eintracht. Aber vielleicht steckt doch noch mehr in ihr. Ein Vergleich mit dem Kader der vergangenen Saison soll über Chancen und Risiken Aufschluss geben.

          Tor:

          Nachdem Lukas Hradecky sein Wort gegeben hat, zumindest diese Saison in Frankfurt zu bleiben und auch Sportvorstand Fredi Bobic einen Wechsel in diesem Transferfenster ausschließt, hat sich auf der Position kaum etwas verändert. Der 27 Jahre alte Finne ist die unumstrittene Nummer eins und bestreitet alle Spiele, sofern ihn nicht Verletzungen oder Sperren stoppen. Deshalb wird es aller Wahrscheinlichkeit nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, dass die Position Nummer zwei nicht mehr so prominent besetzt ist. Jan Zimmermann ersetzt den österreichischen Nationaltorhüter Heinz Lindner auf der Bank – eine lokale und eine billige Lösung. Der gebürtige Offenbacher wurde bei der Eintracht ausgebildet und machte sich dann in der Fremde bei Darmstadt, Heidenheim und 1860 München einen guten Namen als Zweitliga-Torhüter. Seine soziale Kompetenz soll so stark ausgeprägt sein wie die seines Vorgängers Lindner. Ob er auf dem selben Niveau hält wie der Österreicher, ist nicht ganz sicher. Da Zimmermann aber kaum zum Einsatz kommen wird, kann man deshalb noch nicht von einer Schwächung sprechen.

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