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Eintracht im Trainingslager : Stabilitätstest mit Viererkette

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Stehen noch Wechsel während des Trainingslagers in Florida bevor? Eintracht Frankfurts David Abraham konzentriert sich nur auf das Sportliche. Bild: Jan Huebner

Eintracht-Trainer Adi Hütter ist trotz einer Testspielniederlage gegen Hertha BSC zufrieden. Erstaunlich viele amerikanische Fußballfans wollen das Duell in Florida sehen. Der Wechsel von Falette ist vollzogen.

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          Ohne die Hilfe der Polizei ging es nicht. Die Arena, in der die Frankfurter Eintracht zum einzigen Testspiel während ihres Trainingslagers in den Vereinigten Staaten gegen die Auswahl von Hertha BSC antrat, liegt direkt am Yachthafen von St. Petersburg. Rund um die architektonisch unübliche Heimstätte der Tampa Bay Rowdies, die ehedem ein Baseball-Feld war, brach am Mittwochabend ein veritables Verkehrschaos aus, als sich Tausende amerikanische Fußballfans auf den Weg machten, live dabei zu sein bei diesem Kräftemessen der beiden Teams aus der Bundesliga, die sich für einen Aufenthalt in Florida entschieden hatten, um hier in der Winterpause an ihrer Form für die Rückrunde zu feilen.

          Selbst als Verstärkung mit Blaulicht anrückte und mit vereinten Kräften versucht wurde, den offenbar unerwarteten Ansturm des Publikums in geordnete Bahnen zu lenken, beruhigte sich die Lage vor dem AL Lang Stadium nur langsam, so dass Hunderte Gäste erst eintrafen, als die Begegnung der beiden Klubs aus „Good old Germany“ schon begonnen hatte.

          Niederlage für die Eintracht

          Für die Eintracht gab es dabei eine Niederlage. Sie unterlag 1:2. Timothy Chandler erzielte nur den zwischenzeitlichen Ausgleich (73. Minute), nachdem der Berliner Alexander Esswein zum 1:0 getroffen hatte (71.). Mit seinem zweiten Streich, einem verwandelten Strafstoß, sicherte Esswein der Hertha danach den Sieg (78.).

          Bei Adi Hütter hielt sich das Bedauern über das Ergebnis in Grenzen. „Die erste Halbzeit war sehr ordentlich“, befand der Trainer der Eintracht. Im zweiten Abschnitt vermisste er das schnelle Umschalten nach der Balleroberung und die Geschlossenheit zwischen den Mannschaftsteilen. Hütter nutzte die Gelegenheit zu einer Probe aufs Exempel. Er schickte seine Elf mit einer defensiven Viererkette aufs Feld; eine taktische Marschroute, von der der Österreicher annimmt, dass sie demnächst im Punktspielbetrieb seinen Leuten, die sich zuletzt im 3-5-2-System oft anfällig erwiesen hatten, mehr Abwehrstabilität bringen kann.

          David Abraham und Martin Hinteregger bildeten dabei das Duo in der Innenverteidigung, an ihrer rechten Seite startete Danny da Costa, links Evan Ndicka. Davor stellte er Djibril Sow und Sebastian Rode als Doppel-Sechser auf, Filip Kostic (links) und Mijat Gacinovic (rechts) besetzten die Flügel, während Dost als alleinige Sturmspitze begann – ein Fingerzeig, wie die Eintracht zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte in Hoffenheim beginnen könnte.

          Daichi Kamada, der hinter Dost dem Angriffsspiel Struktur verleihen sollte, musste nach 36. Minuten humpelnd den Rasen verlassen. Ihn hatte es bei einem Foul von Per Skjelbred am rechten Knöchel erwischt. Hütter wollte bei der Art der Verletzung „keine Ferndiagnose“ abgeben und abwarten, welche Diagnose die weiteren Untersuchungen im Krankenhaus bringen. Am Montag hatte sich bereits Gelson Fernandes im Training schwer verletzt (Sehnenriss an der Hüfte); er fällt für Monate aus. Ersetzt wurde Kamada von Gonçalo Paciência, dem so gut wie gar nichts glückte. Der zweite Portugiese im Kader, André Silva, stand wegen „muskulärer Probleme“, wie es von Vereinsseite hieß, nicht zur Verfügung. „Gott sei Dank haben wir jetzt noch eine Woche Zeit“, sagte Hütter mit Blick auf das erste Pflichtspiel am 18. Januar.

          Berlin mit nur vier Ersatzleuten

          Hütter wechselte im Laufe der Partie fast komplett durch und setzte insgesamt 19 Akteure ein. Sein Pendant auf Berliner Seite, Jürgen Klinsmann, maß der Begegnung mit Frankfurtern nicht die größte Bedeutung zu; er hatte lediglich vier Ersatzleute mitgebracht. In der ersten Halbzeit sah längst nicht alles überzeugend aus, was von beiden Seiten den mehr als 5.000 Beobachtern auf den Tribünen geboten wurde. Die Eintracht besaß durch Dost (13. und 40. Minute) zwei Chancen, Hinteregger näherte sich mit einem Fallrückzieher dem Ziel (24.), während die Hertha bei einem Freistoß die Gelegenheit zum Führungstreffer besaß, doch Vedad Ibisevic seinen Kopfball knapp neben den Pfosten (34.) setzte.

          Nach dem Seitenwechsel brachte Hütter sieben frische Leute: Makoto Hasebe, Almamy Touré, Jonathan de Guzman, Dominik Kohr, Erik Durm, Timothy Chandler und Dejan Joveljic, die in der 4-4-2-Grundordnung weitermachten. Ihnen fehlte es an Durchsetzungskraft. Zudem war Touré aufs Neue ein Unsicherheitsfaktor. Beim 1:0 stieß Esswein über seine Seite vor. Und den Strafstoß verursachte der 23-Jährige durch ein ungeschicktes Tackling im Strafstoß, bei dem Esswein über seine Füße fiel.

          Transfer von Simon Falette

          Unmittelbar vor dem Anstoß hatten die Frankfurter bekanntgegeben, dass der Transfer von Simon Falette über die Bühne gegangen sei. Nach tagelangen Verhandlungen kam der Wechsel des Franzosen zu Fenerbahçe Istanbul zustande. Falette wechselt zunächst auf Leihbasis bis zum Saisonende zum Tabellenvierten der türkischen Liga. Fenerbahçe besitzt im Sommer eine Kaufoption. Über die weiteren Modalitäten des Deals machten beide Vereine keine Angaben.

          Der 27-Jährige war in der aktuellen Saison endgültig ins zweite Glied gerutscht und kam in der Bundesliga-Hinrunde nur bei der 1:2-Niederlage im letzten Spiel vor Weihnachten in Paderborn zum Einsatz. „Simon hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren unabhängig von seiner sportlichen Rolle stets loyal und tadellos verhalten, weswegen wir ihm bei seinem Vorhaben keine Steine in den Weg legen wollten. Wir wünschen ihm in Istanbul alles Gute“, sagte Fredi Bobic.

          Der Sportvorstand reist an diesem Donnerstag nach New York, wo die Eintracht ein Büro eröffnen wird, das der Auslandsvermarktung des Klubs in Nord- und Südamerika dienen soll. Das Team reist in der Nacht zum Freitag von Tampa aus zurück nach Frankfurt.

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