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Aus bei Waldhof Mannheim : Schwarzer Pokal-Sonntag für Eintracht Frankfurt

Tuta und die Eintracht scheiden im DFB-Pokal in Mannheim aus. Bild: dpa

Der Pflichtspielstart vom neuen Trainer Oliver Glasner endet wie der von Adi Hütter einst: Bei der 0:2-Niederlage der Eintracht im DFB-Pokal ist Drittligaklub Waldhof Mannheim die bessere Mannschaft.

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          Als hätte es der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner bei seinem Pflichtspiel-Debüt am Sonntag geahnt. Der 46 Jahre alte Österreicher erwartete ein „heißes Pflaster“ in Mannheim, wo der zwei Klassen tiefer spielende SV Waldhof zu Hause ist. Und tatsächlich wurde der Favorit aus Frankfurt im ersten Pflichtspiel dieses Spieljahres besonders kalt erwischt: Mit einem 2:0-Überraschungserfolg zog der Fußball-Drittligaklub aus Mannheim in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

          DFB-Pokal
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Zwei Treffer des Außenseiters durch Marcel Seegert und Joseph Boyamba in der 48. und 52. Minute sorgten dafür, dass sich die Eintracht gleich im ersten Ernstfall nach Kräften blamierte. „Wir werden sehr, sehr hart mit uns ins Gericht gehen und das Spiel analysieren“. sagte Glasner. „Diesen letzten Glauben, diese letzte Überzeugung hatten wir nicht als Mannschaft. Natürlich ist das ein sehr, sehr enttäuschender Nachmittag. Wir haben heute Vieles schlecht gemacht.“

          Glasner, dessen Abwehrchef Martin Hinteregger nach 62 Minuten nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte bekam, wollte eigentlich keine „dieser zwei, drei Überraschungen“ im Pokal sein. Doch jetzt war er eine davon mit den Hessen, weil diese als Kollektiv ihren Ansprüchen weit hinterherhinkten. Mit dem frühzeitigen Abschied der Eintracht aus dem ersten von drei Wettbewerben hätte der Einstand von Glasner nicht deprimierender ausfallen können. Sein Einstand erinnerte an den seines Landsmannes Adi Hütter bei der Eintracht, der vor drei Jahren mit einem 1:2 im Pokal in Ulm begann.

          Hauge wird vom AC Mailand kommen

          Schon zu Beginn dieser Woche werden die stark enttäuschenden Frankfurter Verstärkung erhalten. Vom AC Mailand wird Jens Petter Hauge nach Informationen der F.A.Z an den Main wechseln. Der 21 Jahre alte Flügelspieler kommt zunächst auf Leihbasis für ein Jahr zu den Hessen. Danach sollen sie eine Kaufoption in Höhe von knapp unter zehn Millionen Euro haben.

          Der Norweger war im vergangenen Jahr von den Italienern für fünf Millionen Euro vom FK Bodö/Glimt verpflichtet worden. In seiner Premierensaison in Mailand brachte es Hauge auf fünf Tore in 24 Pflichtspielen. Doch zuletzt bekleidete er nur noch eine Nebenrolle. Der Offensivspieler, der in der U 19 an der Seite von BVB-Star Erling Haaland stürmte, kann auf beiden Flügeln sowie als zweite Spitze agieren.

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          Der neue Eintracht-Trainer ließ seine Mannschaft in Mannheim im ihr vertrauten System spielen. Die Dreierabwehrkette bildeten wie gewohnt Tuta, Hinteregger und Evan Ndicka. Nach einer Trainingswoche ohne Knieprobleme stand der neue Kapitän Sebastian Rode auf der Sechserposition in der Startformation. An seiner Seite im Zentrum der Schweizer Nationalspieler Djibril Sow. Von der 46. Minute an kam für Rode absprachegemäß Makoto Hasebe ins Spiel.

          In der Offensive waren für Glasner Daichi Kamada und Neuzugang Jesper Lindström aus Dänemark, der für Tempo sorgen sollte, erste Wahl. Erwartungsgemäß lief der kolumbianische Stürmer Rafael Borré von Anfang an auf, erfüllte die Erwartungen aber kaum. Auf der linken Seite vertrat der von Union Berlin gekommene Christopher Lenz den im Pokalwettbewerb gesperrten Filip Kostic. Auf der anderen Seite durfte Danny da Costa ran, der als Leihspieler aus Mainz zurückgekehrt war. Auf der Bank Platz nehmen durfte Diant Ramaj. Der 19-Jährige ist die neue Nummer zwei hinter Nationaltorhüter Kevin Trapp.

          Unter den 12150 Zuschauern waren 1250 Eintracht-Anhänger. Sie brüllten mehrheitlich „Auswärtssieg“, als erst Trapp und wenig später die Feldspieler zum Warmmachen auf den Platz kamen. Kurs auf die zweite Pokalrunde nahmen die Frankfurter in der ersten Halbzeit aber nicht. Der Favorit bestimmte zwar lange das Spiel, Zählbares brachte die oft zu durchschaubar und pomadig agierende Eintracht aber nicht zustande. Einen Freistoß schoss Lindström nach 22 Spielminuten nur über das Mannheimer Tor. In der fünften Minute wurde der Schuss des Dänen aus aussichtsreicher Position von seinem Gegenspieler abgeblockt.

          Und drei Minuten vor der Halbzeitpause verfehlte ein Kopfball von Kamada das Waldhof-Tor. Fakten schafften die Hessen nur mit Gelben Karten: Tuta, Lenz, Hinteregger und Rode bekamen jeweils eine. Torhüter Trapp stellten die im Endspurt der ersten Hälfte aufkommenden Mannheimer gleich drei Mal vor eine sportliche Herausforderung. Nach 40 Minuten wehrte der 31-Jährige einen Freistoß von Marc Schnatterer zur Ecke ab. Danach war der Nationaltorhüter noch in höchster Not gegen Dominik Martinovic und Marcel Costly zur Stelle. Der Führungstreffer des Underdogs lag in der Luft.

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          Und dieser fiel dann in der 48. Minute. Im Anschluss an eine Ecke köpfte der Mannheimer Kapitän Seegert zum 1:0 ein. Die Eintracht-Profis waren im Tiefschlaf. Das zeigte sich auch vier Minuten später, als die Frankfurter Abwehr den Gegner gewähren ließ und Boyamba im Eins-gegen-eins-Duell gegen Trapp gekonnt auf 2:0 erhöhte.

          Zu allem Überfluss befand sich die Eintracht ohne Hinteregger kurz darauf in Unterzahl. Die Mannheimer hätten ihren Vorsprung weiter ausbauen können, was Trapp aber zu verhindern wusste. Nur in Zugzwang gerieten sie nicht mehr, da der Eintracht nicht einmal der Anschlusstreffer gelang trotz der Einwechslungen von Amin Younes, Goncalo Paciencia, Aymen Barkok und Steven Zuber. Es blieb mit der Pokal-Pleite beim sportlich rabenschwarzen Tag der Frankfurter, die diesen Tiefschlag nun erst einmal verkraften müssen.

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