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Eintracht Frankfurt : Zwei Neue auf Hütters Wunschzettel

  • -Aktualisiert am

Wo ist Mister X für Eintracht Frankfurt? Trainer Adi Hütter ist auf der Suche. Bild: dpa

Mit Gelson Fernandes und Daichi Kamada fallen zwei wichtige Spieler bei der Eintracht aus. Die Frankfurter schauen sich nun nach neuem Personal um. Doch so leicht ist das alles nicht.

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          Weihnachten ist etwas mehr als zwei Wochen vorbei. Adi Hütter, der die Tage rund um den Heiligen Abend in Österreich verbrachte, wo er „neue Energie tanken“ konnte, hat kurz nach dem Fest und der Bescherung im Kreis der Familie schon wieder einen Wunschzettel parat. Eine Aufstellung mit Namen von möglichen Profis, die er sich gut im Team der Eintracht vorstellen kann, ist angefertigt und wird permanent, je nach aktuellem Entwicklungsstand im Fußballgeschäft, modifiziert. „Diese Liste gibt es“, sagte der 49-Jährige zum Abschluss des Trainingslagers in den Vereinigten Staaten, ohne verraten zu wollen, welchen der Kandidaten er am liebsten davon unmittelbar verpflichten würde.

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          Fakt ist: Die Eintracht muss und wird sich (entgegen ihren ursprünglichen Absichten, die zunächst von Zurückhaltung gekennzeichnet waren) auf dem Transfermarkt umschauen – und wenn die Modalitäten passen, auch zuschlagen. Hütter, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner sind gewillt, mindestens einen, unter Umständen sogar zwei Spieler hinzuzunehmen, um auf das jüngste Verletzungspech zu reagieren. Bis zum 31. Januar haben sie dafür Zeit.

          An diesem Samstag kehren Team und Trainer nach anderthalb Wochen in Florida nach Frankfurt zurück. Direkt im Anschluss an die Landung lässt Hütter den Kader noch eine gemeinsame Einheit an der WM-Arena absolvieren, die dafür sorgen soll, dass nach der Zeitverschiebung der Kreislauf in Schwung gerät. Die beiden kommenden Tage sind für die Mannschaft frei von jeglichen Verpflichtungen und stehen nach dem Aufenthalt in der Sonne ganz im Zeichen der Akklimatisierung an die unwirtlicheren Bedingungen in Hessen. Von Dienstag an beginnt dann in gewohnter Umgebung im Stadtwald die Einstimmung auf den Auftakt in Hoffenheim am 18. Januar.

          Neben Gelson Fernandes wird auch Daichi Kamada nicht zur Verfügung stehen, wenn es gilt, gleich zu Beginn ein akzeptables Resultat zu erreichen, mit dem sich im Idealfall ordentlich Rückenwind für die nächsten, schwierigen Prüfungen erzeugen lässt. Der Japaner zog sich bei der Niederlage im Testspiel gegen Hertha BSC (1:2) einen Bänderriss im Sprunggelenk des rechten Fußes zu. Wie lange der 23-Jährige wird pausieren müssen, vermochte Hütter nicht abzuschätzen: „Fest steht, dass Daichi ausfällt.“

          Alles Weitere werde sich erst konkretisieren lassen, sobald eingehendere Röntgen- und MRT-Untersuchungen in einem Frankfurter Krankenhaus stattgefunden hätten: „Dann haben wir genauere Bilder, die alles besser aufzeigen.“ Während es Fernandes ohne Fremdeinwirkung bei einem routinemäßig anmutenden Pass im Training erwischte, wurde Kamada Opfer einer Attacke des Berliners Per Skjelbred. Als die Frankfurter Mitstreiter die letzten Stunden am Golf von Mexiko genießen konnten und dazu unter anderem den kilometerlangen Sandstrand direkt vor der Hoteltür nutzten, humpelte Kamada mit bandagiertem Knöchel und trauriger Miene durch die Anlage.

          Hütter trug die unerfreuliche Nachricht mit Fassung und schaute voraus, wie sich das Beste aus der Situation machen lässt. „Verletzungen im Trainingslager sind immer negativ“, sagte der Trainer, er werde aber nicht anfangen, zu jammern, „denn das hilft nicht weiter“. Kamada und Fernandes waren zwei Akteure, die in seinen Überlegungen, wie sich die zweite Saisonhälfte erfreulicher gestalten lässt, an herausgehobener Stelle vorkamen. „Es sind Spieler, die viel gespielt haben“, sagte Hütter, als er ihren Wert für das Team bemessen sollte. Kamada brachte es zuletzt auf 30 Einsätze, bei Fernandes waren es 20. Sie seien nicht ohne weiteres zu ersetzen. „Natürlich müssen wir uns nun unsere Gedanken über Neuzugänge machen, es wäre fahrlässig, wenn wir es nicht täten“, sagte Hütter. Wobei er, der ohnehin kein großer Freund von Einkäufen in der Winterpause ist, auf die Komplexität der Gegebenheiten hinwies.

          Viele Klubs würden mittlerweile, sobald sich die Eintracht für einen der ihren interessiere, gehobene Preisvorstellungen annoncieren, da bekannt sei, dass sich die Eintracht durch den Einzug ins Halbfinale der Europa League und die Abgabe von Jovic, Haller und Rebic neuer wirtschaftlicher Potenz erfreue. „Es muss einer sein, der (finanziell, d. Red.) machbar ist, zur Verfügung steht und uns sofort weiterhilft“, umriss Hütter die Rahmenbedingungen in beiden Fällen, auf die es jeweils beim Casting von Mister X ankomme: „Wir haben keine Zeit zu verschwenden.“

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          Das gelte im Übrigen, das betonte er ebenfalls, beim sportlichen Neustart. „Wir haben hier gut trainiert. Die Bedingungen waren hervorragend. Die Einstellung hat gestimmt. Die Ansätze gefallen mir“, sagte Hütter. Unter anderem sei es gelungen, beim Einstudieren der Viererkette, Fortschritte zu erzielen. Die Spieler, die erstmals seit langem wieder viele Einheiten am Stück taktisch geschult werden konnten, hätten es verstanden, dass sie künftig „wieder kompakter stehen müssen“. Unlängst zählte die Eintracht in der Vorwärtsbewegung zu einer der Mannschaften mit „Spitzen-Statistiken“, wie Hütter meinte, „dafür wurde aber nach hinten nicht konsequent genug gearbeitet. So haben wir weniger Tore geschossen und mehr Gegentreffer bekommen.“ Insbesondere die Bilanz zwischen dem 11. und 17. Bundesligaspieltag „blieb hinter unseren Erwartungen zurück“.

          Die zugrundeliegenden Fehler seien erkannt worden und sollten sich fortan nicht wiederholen. „Wir alle sind sehr selbstkritisch und haben uns gesagt: ,Stopp, so geht es nicht weiter’.“ Die Spieler, diesen Eindruck nahm er aus dem Trip nach Übersee jedenfalls mit, wüssten, „dass sie es besser können. Und jetzt geht es an die Umsetzung“. Er persönlich sei „sehr gespannt“ auf die Rückrunde der Eintracht. Damit ist er nicht der Einzige.

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