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Europa League gegen Guimarães : Noch einmal Magie bei Eintracht Frankfurt

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Spiele, die er nie vergessen wird:Bei Adi Hütter haben die Auftritte der Eintracht im Europapokal einen tiefen Eindruck hinterlassen. Bild: Imago

Mit einem Sieg über Guimarães zöge Frankfurt in die K.o.-Runde der Europa League ein. Doch Trainer Adi Hütter möchte mehr. Für ihn ist die Partie nicht nur eine ums Weiterkommen im Europapokal.

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          Körperlich hat die Frankfurter Eintracht die Strapazen dieser Saison gut weggesteckt. Nach 25 Pflichtspielen konnte die Mannschaft in der Bundesliga im 26. gegen Mainz sogar in Unterzahl und im 27. gegen Hertha BSC in den Schlussphasen noch zulegen. Dennoch ist die Tortur nicht spurlos an den Frankfurter Fußballprofis vorübergegangen. Ihnen fehlte in den vergangenen Wochen häufig die geistige Frische, die Selbstverständlichkeit und Lockerheit, vieles wirkte bemüht bis verkrampft, und immer wieder unterbrachen fahrige Fehler den Rhythmus. Trainer Adi Hütter ist das nicht verborgen geblieben. Deshalb erhofft er sich vom letzten Europapokalspiel des Jahres etwas ganz Besonderes: „Eine Initialzündung für die letzten elf Tage.“ Dann stehen in der Bundesliga noch die Auseinandersetzungen mit Schalke 04, dem 1. FC Köln und dem SC Paderborn an. Drei Gelegenheiten, das Niemandsland in der Tabelle in Richtung oberes Tabellendrittel wieder zu verlassen.

          Europa League
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          An diesem Donnerstag soll gegen Vitória Guimarães (Anstoß 18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei DAZN) noch einmal die Europapokal-Magie heraufbeschworen werden, die in den vergangenen anderthalb Jahren so häufig die Besucher der Frankfurter WM-Arena in Begeisterung versetzte – darunter den Eintracht-Trainer. „Das erste Heimspiel gegen Lazio Rom in der Europa League werde ich mein Leben nicht vergessen“, sagte Hütter bei der Erinnerung an die begeisternde Atmosphäre im Stadion. Aber wie das mit allem im Leben so ist, es ist schwer, die Begeisterung aufrechtzuerhalten, wenn aus dem Besonderen Gewohnheit wird.

          Die Begegnung mit Guimarães ist die sage und schreibe 26. Europa-League-Partie der Eintracht in den vergangenen 16 Monaten, die 20. des Kalenderjahres 2019. Womit die Frankfurter einen neuen deutschen Europapokal-Einsatzrekord aufstellen. Selbst der organisierten Fanszene fällt es schwer, nach so vielen Rosinen den Heißhunger zu bewahren. Sie machte in einem Rundschreiben ihre Gedanken öffentlich, was der Europapokal bei ihnen an Begleiterscheinungen bewirkt hat.

          Gewöhnung an das Außerordentliche hin, mentale Ausgelaugtheit her: Gegen Guimarães soll noch einmal ein Glanzlicht entzündet werden, schließlich geht es im letzten Gruppenspiel um den Einzug in die K.-o.-Runde. Die Ausgangslage ist nach dem überraschenden Auswärtssieg über Arsenal so gut, dass sogar eine Niederlage zum Weiterkommen reichen könnte – wenn die Engländer bei Standard Lüttich nicht verlieren. Trainer Hütter mag sich weder auf Arsenal verlassen noch auf komplizierte Rechenbeispiele. „Das Ziel ist ganz klar das, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Dann brauchen wir nicht lange rechnen.“

          Für dieses Ziel stehen ihm alle personellen Möglichkeiten offen. Die zuletzt angeschlagenen Sebastian Rode und Mijat Gacinovic trainieren seit Dienstag wieder im Mannschaftskreis beschwerdefrei mit. „Sie sind zusätzliche Optionen“, sagt der 49 Jahre alte Österreicher. Dass die Portugiesen es seiner Mannschaft leicht machen, weil sie keine Chance mehr auf das Sechzehntelfinale haben, glaubt Hütter nicht. „Die Spieler wollen sich auf der Europapokal-Bühne gut präsentieren.“

          Es geht auch um den nächsten Vertrag. Und Guimarães ist in einem noch viel größeren Maße ein Ausbildungs- und Durchgangsverein für aufstrebende Fußballprofis als die Eintracht. Der derzeitige Fünfte der portugiesischen Meisterschaft hat mit Evangelista, Davidson, Bonatini und Duarte vier offensive brasilianische Talente im Kader, die nicht ewig bei Vitória bleiben wollen. Zuletzt brachte Guimarães Arsenal zweimal in Schwierigkeiten und auch Standard Lüttich – ohne zu gewinnen.

          „Vitória hat eine gute Mannschaft, das haben wir schon im Hinspiel gesehen“, sagt auch André Silva, neben Gonçalo Paciência zweiter portugiesischer Nationalstürmer in Diensten der Eintracht. Die Leihgabe vom AC Mailand ist optimistisch, dass alles gutgehen wird. Die nur vom 2:1 über Arsenal in London unterbrochene Ergebniskrise der Eintracht und seine persönliche Torflaute haben Silvas Selbstbewusstsein nicht angekratzt. Der 24 Jahre alte Fußballprofi meint lapidar: „So ist das manchmal im Fußball.“

          Es brauche eine gewisse Zeit, die Gewohnheiten seiner Mitspieler kennenzulernen und darauf einzugehen. Zudem war Silva durch langwierige Achillessehnenbeschwerden behindert. Doch das sei jetzt vorbei. Die Frage, ob er fit sei, beantwortet er wie aus der Pistole geschossen: „200 Prozent.“ Und dass ihm vor allem Martin Hinteregger die Arbeit des Toreschießens abgenommen hat, stört ihn auch nicht weiter: „Mir ist es lieber, die Verteidiger schießen die Tore, und wir gewinnen, als wenn ich treffe, und wir verlieren.“

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