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Eintracht Frankfurt : Trainer mit Nachholbedarf: Veh will einen Analysten

  • -Aktualisiert am

„Wir brauchen einen guten Geist. Das Thema Abstieg muss hier schnell beendet sein”: Armin Veh Bild: dapd

Wichtige Personalien zur Mannschaft sind bei Eintracht Frankfurt derzeit dünn gesät. Allerdings tut sich etwas im Umfeld: Der 50 Jahre alte Manfred Petz soll als Torwarttrainer den zum VfB Stuttgart abgewanderten Andreas Menger beerben.

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          Mühsam geht die Mannschaftsbildung der Eintracht voran. Vier Tage vor dem offiziellen Trainingsbeginn an diesem Samstagvormittag stehen erst zwei Neuzugänge fest: Torhüter Thomas Kessler und Mittelfeldspieler Matthias Lehmann, beide vom FC St. Pauli. Das war es. Die jüngsten Meldungen aus der Presseabteilung des Bundesliga-Absteigers beinhalten seit Tagen keine wirklich wichtigen Nachrichten. Da geht es um ermäßigte Tickets für die „Schlagernacht mit Mickie Krause“ am 3. September oder um die Schließung der Geschäftsstelle und des Fan-Shops wegen des bevorstehenden Grönemeyer-Konzerts. Die Veranstaltung in der Arena an diesem Samstagabend hat auch Auswirkungen auf den Trainingsstart, der wahrscheinlich auf das Vereinsgelände am Riederwald verlegt werden muss. Aber auch in diesem Fall gibt es noch keine endgültige Entscheidung.

          Noch nicht so recht vorangekommen sind die Frankfurter in Bezug auf die Zukunftsplanungen vor allem mit ihren beiden griechischen Stürmern Theofanis Gekas und Ioannis Amanatidis: Gekas soll bleiben, obwohl er mit einer Vertragsklausel noch aussteigen kann. Amanatidis soll gehen, obwohl sein Vertrag noch ein Jahr läuft. Wenn Gekas bis zum 15. Juni einen Fußballverein findet, der bereit ist, eine Million Euro Ablöse zu zahlen, könnte er seinen Spind bei den Hessen räumen. „Bisher gibt es keine interessanten Angebote“, sagte dazu sein Berater Paul Koutsoliakos. Eintracht-Sportchef Bruno Hübner will der Hängepartie dennoch so schnell wie möglich ein Ende bereiten: „Wir versuchen, das vorher zu klären“, sagt er, „wir brauchen Planungssicherheit.“

          Amanatidis: Einigung - oder Debüt-Training

          Wenn Gekas am Wochenende zum Training erscheint, so der Wunsch, solle dies auch eine endgültige Entscheidung für die Eintracht sein. Ob auch Amanatidis bei dieser Gelegenheit auftauchen wird, ist offen. „Wir führen Gespräche, aber wir haben uns noch nicht geeinigt“, sagt der auf Kreta urlaubende ehemalige Kapitän, dem eine Abfindung angeboten worden ist, damit er im Gegenzug den noch ein Jahr laufenden Vertrag vorzeitig auflöst. Es geht um viel Geld, wohl um rund eine Million Euro, für den zuletzt neben dem Brasilianer Chris am besten verdienenden Profi der Eintracht. Amanatidis kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an, dass er, sollte es zu keiner Einigung kommen, selbstverständlich zum Debüt-Training erscheinen werde.

          Dabei würde er dann neben Coach Armin Veh und dessen Assistent Reiner Geyer auch auf einen neuen Torwarttrainer treffen: Der 50 Jahre alte Manfred Petz soll Nachfolger des zum VfB Stuttgart abgewanderten Andreas Menger werden. Petz, in der Spielzeit 1998/1999 schon einmal kurzzeitig bei der Eintracht als Übungsleiter für die Torleute beschäftigt, arbeitete in der vergangenen Spielzeit als Spielbeobachter und zweiter Torwarttrainer neben Oliver Reck beim MSV Duisburg. Davor war er in gleicher Funktion bei Eintracht Trier und den Stuttgarter Kickers tätig. „Wir führen Gespräche“, bestätigt Hübner. „Ich kann es nicht dementieren, darf dazu aber noch nichts sagen“, sagte Petz dem Hessischen Rundfunk.

          „Wir wollen mit aller Macht zurück nach oben“

          Unterdessen äußerte sich Armin Veh in einem Interview mit dem Magazin „Sport-Bild“ (Ausgabe von diesem Mittwoch) zu den Zielen mit der Mannschaft, mit der er voraussichtlich gegen Ende dieses Monats ein Trainingscamp in Österreich bezieht; als Quartier ist Leogang in Tirol im Gespräch. Veh räumte ein, dass er sich in der zweiten Liga aktuell nicht mehr so gut auskenne wie zu Beginn seiner Trainerkarriere. Er plane daher, dass die Eintracht alsbald einen Analysten anstellen soll, „der mir die Liga, alle Spieler und Mannschaften aufarbeitet. Ich kann nicht behaupten, dass ich die zweite Liga in- und auswendig kenne. Ich habe mir zwar regelmäßig die Berichterstattung am Sonntag im Fernsehen angeguckt. Aber ich muss mich schon noch einarbeiten.“ Allerdings habe er auch nicht in Frankfurt einen Einjahresvertrag unterschrieben, „um mich in der zweiten Liga zu etablieren: Das Ziel ist eindeutig: Wir wollen mit aller Macht zurück nach oben.“

          Es werde darauf ankommen, dass das Team das Ziel Wiederaufstieg von Beginn an verinnerliche. „Wir dürfen nicht glauben, dass es ein Spaziergang wird. Zweitens: Wir sind die Gejagten. Und: Wir brauchen einen guten Geist. Das Thema Abstieg muss hier schnell beendet sein“, formulierte Veh seine Ansprüche. „Wir haben jetzt eine große Aufgabe. Da muss man mit Freude und Begeisterung ran.“ Für die Vorbereitung auf das erste Punktspiel am dritten Juli-Wochenende bleiben fünf Wochen.

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