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Eintracht-Sportdirektor warnt : „Wir müssen uns anders verkaufen“

Fordert mehr Leidenschaft von der Mannschaft: Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. Bild: Imago

Nach der Pleite im Supercup spricht Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner über die Lehren für die Mannschaft und mögliche Aktivitäten auf dem Transfermarkt.

          2 Min.

          Wie fällt Ihr Urteil nach dem 0:5 gegen die Bayern aus?

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Wir hätten gerne eine andere Leistung gezeigt. Wann steht man schon einmal in so einem Spiel. Aber es kam einfach 14 Tage zu früh. Deshalb waren wir kein Gegner für Bayern München. Vor dem Spiel war die Euphorie groß. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir aufgrund dieses einen Spiels nicht alles plattmachen. Im Vorfeld haben wir schon erwartet, dass so ein Spiel herauskommen kann. Aber natürlich nicht in der Höhe. Mit dem Ergebnis können wir jedoch umgehen. Für uns war das Spiel nicht ernüchternd. Was ärgerlich war, war die Höhe der Niederlage.

          Was ist jetzt zu tun?

          In den ersten 20 Minuten haben wir ein ordentliches Spiel gemacht. Dann haben wir aus dem Nichts zwei Gegentore bekommen. Vielleicht hat der Glaube bei der Mannschaft gefehlt, gegen so einen starken Gegner wieder zurückzukommen. Daran müssen wir arbeiten. Wir brauchen Mut und Leidenschaft. Wir müssen uns anders verkaufen. Das haben wir am Montagmorgen auch so gegenüber der Mannschaft angesprochen.

          Wie beurteilen Sie die Leistung des neuen Torhüters Frederik Rönnow, der in einigen Situationen sehr unglücklich agiert hat?

          Es war sein erstes Spiel. Nach seiner Ankunft in Frankfurt war Frederik verletzt. Gegen die Bayern hatte er es sicherlich nicht einfach gehabt. Er hat aber gezeigt, dass er ein guter Torhüter ist, zum Beispiel beim Schuss von Arjen Robben. Wir wissen das Spiel klar einzuordnen. Es gab ein paar unglückliche Situationen. Aber ich kann mich daran erinnern, dass auch Lukas Hradecky und Kevin Trapp bei uns so angefangen haben. Wir haben einfach die Eingespieltheit noch nicht. Und Frederik braucht ein Erfolgserlebnis.

          Wie groß ist Ihre Sorge, dass Rönnow vielleicht doch ein bisschen beschädigt ist?

          Ich habe überhaupt keine Sorgen. Frederik ist dänischer Nationaltorhüter. Er hat bestimmt schon solche Situationen erlebt, er kann dieses Spiel gut einschätzen. Beim vierten Gegentreffer ist er unglücklich weggerutscht. Nur ihm die Schuld zu geben, das liegt mir fern.

          Ist die Eintracht, überspitzt gefragt, im Mittelfeld zu langsam?

          Es nützt auch die größte Schnelligkeit nichts, wenn du nicht eng am Mann bist. Wir hatten zu viel Angst, der Mut ist nach 20 Minuten verlorengegangen. Wir müssen aggressiver sein, und wir müssen weh tun. Wir müssen nicklig sein so wie in der Vorsaison. Deshalb hat uns Boateng gutgetan, weil er die Mannschaft wachgerüttelt hat.

          Was war denn mit Kapitän David Abraham los? Sein Ellbogenschlag gegen Robert Lewandowski war grenzwertig.

          Ich habe die Szene leider noch nicht gesehen. Vielleicht kam bei ihm ein Stück weit die Enttäuschung zum Vorschein. David will immer alles geben. Aber das ist natürlich der verkehrte Ansatz.

          Was macht Ihnen Hoffnung?

          Wir glauben, dass wir die Dinge in dieser Woche korrigieren können. Es war gut, dass uns die Bayern – natürlich nicht in der Höhe – aufgezeigt haben, dass wir noch viel Arbeit haben. Vielleicht war es der richtige Schuss vor den Bug. Die Fans und unser Umfeld können sich darauf einstellen, dass sie im Pokalspiel gegen Ulm eine ganz andere Mannschaft sehen werden.

          Arbeitet die Eintracht noch an Transfers?

          Wir haben bis zum Schluss den Transfermarkt im Auge. In der Vorsaison haben wir das ja mit Kevin-Prince Boateng und Ante Rebic bewiesen. Wenn auf dem Markt noch jemand ist, den wir uns leisten können, und wenn wir noch den einen oder anderen Spieler abgeben können, dann werden wir sicherlich noch tätig werden.

          Was ist am Thema Filip Kostic dran?

          Zu Gerüchten oder Personalplanungen äußern wir uns nicht, weil das die Arbeit erschwert. Solange so etwas in der Schwebe ist, bitte ich um Verständnis, dass wir dazu nichts sagen.

          Tut sich denn etwas bei der Trainingsgruppe zwei unter anderem mit Marc Stendera und Branimir Hrgota?

          Ich hoffe es. Jeder, der gerne Fußball spielt, sucht einen Verein, bei dem er diese Möglichkeit bekommt. Hier bei uns ist sie im Moment nicht gegeben. Deshalb wünsche ich mir, dass die Einsicht der Spieler da ist. Wir hoffen, dass sie mit voller Unterstützung von uns eine Veränderung anstreben.

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