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Eintracht Frankfurt : Skibbe will ein Polster schaffen

Trainer Michael Sikbbe hofft für seine Mannschaft auf einen erfolgreichen Jahresausklang Bild: ddp

Der Eintracht-Trainer erwartet einen angeschlagenen Gegner und wünscht sich gegen den Fußballmeister einen erfolgreichen Jahresausklang.

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          Natürlich hat Andreas Menger sein „Plazet gegeben“, wie es Eintracht-Cheftrainer Michael Skibbe nennt. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Es spricht schließlich nichts dagegen, dass sich auch der Frankfurter Torwarttrainer Menger für den wiedergenesenen und einsatzfähigen Schlussmann Markus Pröll stark macht. Die langwierige Schulterverletzung, die er sich bei dem Unglücksfall im Rahmen eines Privatspiels im Sommer in Hofheim zugezogen hat, ist längst überwunden. Der athletisch wirkende Pröll versieht seit Wochen schon trainingshalber fliegend Dienst zwischen den Pfosten – und wird an diesem Samstag zum Hinrundenausklang gegen den Noch-Meister VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) zumindest wieder auf der Bank sitzen.

          Das ist nach all den Mühen und Leiden, die der 30 Jahre alte Pröll zuletzt durchmachen musste, eine Art Genugtuung für den ambitionierten, engagierten und mitunter verbissen um seine Chance kämpfenden Torwart. Möglich, dass er dabei auch von dem grippebedingten Ausfall von Torwartkollege Ralf Fährmann profitiert. Jan Zimmermann, der vierte Keeper im Bunde, war für einen Einsatz bei den Amateuren vorgesehen. Dazu aber kommt es nicht. Wegen widriger Platzverhältnisse ist die für Sonntag geplante Regionalligapartie der U 23 der Eintracht gegen die Reserve der Spielvereinigung Greuther Fürth abgesagt worden.

          „Der VfL ist angeschlagen“

          Das Spiel um Bundesligapunkte gegen den Meister findet statt. Zumindest 40 000 Zuschauer – unter ihnen erstaunlicherweise 400 Fans aus Wolfsburg – wollen der Kälte trotzen und schauen, ob die Eintracht nach dem jüngsten erfreulichen Auswärtsauftritt in Hoffenheim auch gegen den VfL Wolfsburg zu einer weiteren starken Leistung fähig ist. Trainer Michael Skibbe hält dies nicht für ausgeschlossen, „der VfL ist angeschlagen“, sagt er. Das ehrgeizige Hinrundenziel von 23 Punkten hat die Eintracht schon erreicht, doch Skibbe will mehr.

          Das passt zu seinem Anspruch, die Eintracht „noch weiter zu entwickeln und besser zu machen“, wie er sagt. „Wir wollen möglichst drei Punkte holen. Dann hätten wir sogar ein Polster.“ Der Frankfurter Trainer weiß aber auch, dass der zuletzt schwächelnde VfL „eine unglaublich hohe Qualität hat“. Nur: Die unter dem Dach der Niedersachsen versammelten internationalen Fußballprofis haben dieses Potential nur selten abgerufen. Die Folge: Wolfsburg ist als Neunter direkter, punktgleicher Tabellennachbar und könnte von der Eintracht im Falle eines Sieges sogar überholt werden. Die Eintracht jetzt schon auf Augenhöhe mit dem einstigen Branchenprimus? Kaum jemand hatte diese tabellarische Entwicklung im zur Neige gehenden Fußballjahr 2009 wohl für möglich gehalten. Skibbe schon. „Gerade nach dem Leverkusen-Spiel hat meine Mannschaft zugelegt. Doch sie muss noch mehr Vollgas geben und sich verbessern“, wünscht sich der Eintracht-Trainer.

          Von Samstagabend an ist Weihnachtsurlaub angesagt

          Ein einziges Spiel noch, dann ist Schluss. Skibbe wird seine Profis noch am Samstagabend in den Weihnachtsurlaub schicken. Und alle werden einen schriftlichen Plan erhalten, wie sie sich während der Tage zwischen altem und neuem Jahr fitzuhalten haben. Dass sich die Eintracht-Spieler dank der schon gewonnenen 23 Punkte ein Plus an Urlaubstagen verdient haben, ändert nicht an der sportlichen Grundhaltung. „Sie müssen alle laufen“, sagt Skibbe. Und Rekonvaleszenten wie Martin Fenin und Aleksandar Vasoski werden in Frankfurt ihr Rehatraining absolvieren.

          Auch Chris wird um Weihnachten herum sein hohes Konditionsniveau halten. Doch er wird es höchst beschwingt tun. Spätestens an diesem Sonntag soll sein Sohn zur Welt kommen, notfalls mit ärztlicher Hilfe, da der Geburtstermin schon mehr als eine Woche überschritten ist. Skibbe geht trotz aller psychischer Belastungen, denen sich der Brasilianer ausgesetzt sieht, davon aus, dass der Abwehrchef gegen Wolfsburg spielen kann. Vielleicht kann Chris mithelfen, dass der VfL endlich wieder bezwungen wird. Der letzte Sieg war das 3:2 am 29. November 2003. Das erste Tor damals erzielte Christoph Preuß. Er wird ebenso auf der Eintracht-Bank sitzen wie Markus Pröll.

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