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Eintracht Frankfurt : Skibbe sortiert für Stuttgart – und erwartet ein Signal

In der Defensive ist Skibbe nicht sorgenfrei, unter anderem, weil Pirmin Schwegler kürzertreten muss Bild: Reuters

Am Samstag trifft der VfB Stuttgart auf die Eintracht - und obwohl auch die Frankfurter in den zurückliegenden zehn Partien nur einmal verloren haben, sind sie beim Aufeinandertreffen mit dem schon auf den neunten Tabellenplatz vorgerückten Stuttgartern ganz klar Außenseiter.

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          Es war eine zeitweise eindrucksvolle Vorstellung, die dem VfB Stuttgart am Dienstagabend in der Champions League gelang. Das überraschende 1:1 gegen den hochfavorisierten Titelverteidiger FC Barcelona (siehe auch Seite 32) war alles andere als unverdient. Besonders in der ersten Halbzeit deutete der wiedererstarkte Meister von 2007 an, dass er unter dem neuen Trainer Christian Gross zu hinlänglich bekanntem Tempofußball und neuer Abwehrrobustheit in der Lage ist. An diesem Samstag treffen die Schwaben in der Bundesliga auf die Eintracht (15.30 Uhr) – und obwohl auch die Frankfurter in den zurückliegenden zehn Partien nur einmal verloren haben, sind sie beim Aufeinandertreffen mit dem schon auf den neunten Tabellenplatz vorgerückten Stuttgartern ganz klar Außenseiter.

          Michael Skibbe, der Trainer der siebtplazierten Eintracht, konnte sich von dem jüngsten Achtungserfolg des nächsten Gegners auf internationaler Bühne keine Live-Eindrücke verschaffen. Er nahm gleichzeitig auf Einladung eines Sponsors mit der Mannschaft an einem Empfang im Städel teil. Stattdessen schickte er seinen Assistenten Eddy Boekamp auf die Tribüne nach Stuttgart, und was sein erster Helfer hinterher zu berichten wusste, verfestigte beim Chef einen ohnehin guten Eindruck.

          Nicht frei von Sorgen

          „Der VfB“, so Skibbe am Mittwochvormittag, „ist ein Team, das über enorme Qualitäten verfügt.“ Er rechne fest damit, dass der in der Hinrunde in Abstiegsregionen abgestürzte Traditionsklub am Ende seines Comebacks in der zweiten Saisonhälfte an der Eintracht „vorbeigezogen“ sein wird: „Weil ihr Kader richtig gut ist und sie ins Rollen gekommen sind.“ Um am 24. Spieltag nicht unter die Räder zu kommen, komme es darauf an, sich in der Verteidigung ähnlich stabil zu präsentieren wie zuletzt beim torlosen Remis in Hamburg.

          Gerade in der Defensive kann er aber nicht frei von Sorgen agieren: Selim Teber ist wegen seiner zehnten Gelben Karte gesperrt, und Chris konnte wegen Muskelproblemen im Oberschenkel in dieser Woche bislang nur eingeschränkt im Kraftraum und auf dem Ergometer trainieren. Pirmin Schwegler, vor wenigen Tagen erst von einer Knöchelverletzung genesen, musste bis Mittwoch wegen einer fiebrigen Erkältung kürzertreten und Antibiotika einnehmen. Nach Rücksprache mit Mannschaftsarzt Dr. Matthias Feld soll der Schweizer Nationalspieler von diesem Donnerstag an wieder ohne Beschränkungen erste Gehversuche unternehmen. Ob er dann auch tatsächlich zum Einsatz kommt, wird sich voraussichtlich erst kurzfristig entscheiden.

          Frankfurter Wochen der Wahrheit

          Des einen Leid, des anderen Freud: Sebastian Jung dürfte von den gesundheitlichen Schwierigkeiten seiner Kollegen profitieren und als rechter Verteidiger abermals in die Startformation rutschen. „Davon ist stark auszugehen“, legte sich Skibbe entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten relativ früh fest. Dafür wird wohl Maik Franz an die Seite von Innenverteidiger Marco Russ rücken und sich mit diesem nicht zuletzt um den blendend aufgelegten Stuttgarter Angreifer Cacau kümmern. Dem deutschen Nationalspieler gelangen zuletzt beim 5:1-Sieg in Köln vier Tore, und auch gegen Barcelona bewies der gebürtige Brasilianer mit dem Führungstreffer seine anhaltend gute Form.

          Das Spiel beim VfB setzt zwei Frankfurter Wochen der Wahrheit fort, die mit dem 0:0 in Hamburg respektabel begonnen haben und am Ende auch noch die Heimpartie am 7. März gegen Schalke 04 mit sich bringen. Die Spiele in der Hinserie gegen die beiden kommenden Gegner sind Skibbe noch präsent. Sowohl das 0:2 in Gelsenkirchen als auch das 0:3 gegen die Stuttgarter empfindet er im Rückblick als Tiefpunkte dieser Eintracht-Saison. Mit konkreten Vorgaben für das Wiedersehen hielt er sich zurück. Nur eines müsse seine Mannschaft verwirklichen: „Sie soll zeigen, dass wir im Vergleich mit den sogenannten großen Mannschaften aufgeholt haben.“ Das gelang ihr zuletzt regelmäßig.

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