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Eintracht Frankfurt : Skibbe bleibt Trainer

Bleibt: Michael Skibbe ist weiterhin in Frankfurt. Bild: DPA

Alle Inhalte sind ausgehandelt, unterschrieben wird nach der Rückkehr aus Belek in Frankfurt Manager Bruchhagen: "Wir haben uns verständigt, was wir in den nächsten ein bis zwei Jahren vorhaben."

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          Zwei Jahre sind ihnen nicht genug. Weder Michael Skibbe noch der Eintracht. Der Frankfurter Fußballlehrer verständigte sich zur Mitte des Trainingslagers in der Türkei mit Heribert Bruchhagen nun doch im Eiltempo auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit. „Die Tendenz ist eindeutig“, kündigte der Vorstandsvorsitzende an, der schon an diesem Freitag nach Deutschland zurückkehrt: „Unsere Gespräche haben ergeben, dass Michael Skibbe auch in der nächsten Saison unser Trainer sein wird.“ Die Zusammenarbeit, die seit Sommer 2009 für beide Seiten durchaus erfolgreich verlief, ist bislang bis zum Datum 30. Juni dieses Jahres begrenzt. „Alle Inhalte sind ausgehandelt“, berichtete Bruchhagen, ehe er am Nachmittag angesichts der Nachrichtenlage scheinbar entspannt zu einer letzten Golfpartie in Belek aufbrach. „In Frankfurt geht es dann an die Feinabstimmung.“ Damit meinte er vor allem die Laufzeit, wobei Bruchhagen bei Anschlussverträgen für Trainer seit jeher ein Verfechter von 12-Monats-Lösungen ist. Er hatte zuletzt angekündigt, von dieser Praxis nicht abrücken zu wollen. Womit Skibbe nach eigenem Bekunden keine Probleme hat. Laufzeit und finanzielle Dinge seien „zweitrangig“, ihm gehe es um die sportliche Perspektive bei seinem Engagement in Zukunft.

          Grundsätzlich fiel auf, dass sich der Coach in der für ihn wichtigen Jobfrage noch nicht ganz so deutlich äußerte, grundsätzlich aber durchblicken ließ, dass alles darauf hindeute, dass er seine Arbeit bei der Eintracht fortsetzt. „Wir sind übereingekommen und mit einem guten Gefühl auseinandergegangen“, sagte Skibbe, der davon sprach, „dass es ausführliche und ergiebige Gespräche zwischen uns gegeben hat, bei der wir uns verständigten, was wir in den nächsten ein bis zwei Jahren vorhaben.“ Auch wenn der neue Kontrakt endgültig erst in Frankfurt unterzeichnet wird, bis dahin ein paar Tage Zeit bleiben und somit auch in der momentan nervösen Bundesligagesellschaft einiges passieren kann, käme es doch einer großen Überraschung gleich, wenn nun einer der Beteiligten noch einen Rückzieher machte. Bruchhagen wird nach seiner Ankunft in Hessen zunächst den Aufsichtsrat informieren, dessen Zustimmung er immer benötigt, wenn er einen Deal abschließt, der die Summe von 500.000 Euro überschreitet.

          Einige sind nicht richtig fit

          Entscheidender Knackpunkt bei den Unterredungen war offenbar die Analyse der finanziellen Möglichkeiten, die die Eintracht künftig besitzt, um sich im Wettstreit mit der teilweise erheblich besser ausgestatteten Konkurrenz zu behaupten. Für den Profikader gibt der Klub aktuell 27 Millionen Euro aus - mehr sollen es in der nächsten Runde unter keinen Umständen werden. Die Eintracht schließt diese Saison voraussichtlich mit einem Verlust von bis zu fünf Millionen Euro ab, den sie allerdings wegen ihrer soliden Rücklagen (noch) verkraften kann. Bruchhagen sagte, er habe Skibbe „die Realität deutlich gemacht“ und dies habe zur Folge, „dass es Einschränkungen bei den Ausgaben für die Lizenzspieler geben wird“. Konkret bedeutet das: Auslaufende Verträge (Bajramovic, Steinhöfer, Heller) werden nicht fortgeführt und mehrere Transfers von Akteuren, die nicht zur ersten Garde gehören (Titsch-Rivero, Petkovic, Bellaid, Tosun, Alvarez), sind das Ziel, um Kosten zu sparen. Skibbe betonte, dass für ihn entscheidend sei, dass er trotz allem „die Gelegenheit bekomme, eine gute Mannschaft zusammenzustellen“. Diese Möglichkeit sieht er offenbar ungeachtet der gewünschten Haushaltskonsolidierung. Mehr noch: Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch die Leistungsträger Patrick Ochs und Pirmin Schwegler alsbald ihr Ja-Wort folgen lassen, dass auch sie dem Verein langfristig die Treue halten - „und außerdem im Sommer weitere Substanz in die Mannschaft kommt“. Beides klingt ambitioniert und dürfte viel Geld kosten, das die Eintracht, nimmt sie in Vorstand und Aufsichtsrat ihren Sparkurs so ernst, wie Bruchhagen es verlangt, an anderer Stelle der Fußball AG erst einsparen muss. Das letzte Wort in dieser spannenden Angelegenheit ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen.

          Ein kurzfristiger Verkauf von Markus Steinhöfer dürfte sich derweil zerschlagen haben. Für den Mittelfeldspieler, an dem mehrere Zweitligateams Interesse bekundet haben sollen, brachte eine ärztliche Untersuchung in München Klarheit über seine Beschwerden. Dem Vierundzwanzigjährigen macht eine „Knochenstauchung mit Einblutung an der Ferse“, so das offizielle Bulletin zu schaffen, so dass er für die letzten vier Tage nicht der Eintracht ans Mittelmeer nach reiste. Stattdessen absolviert er bis auf weiteres individuelles Reha-Training bei einem Physiotherapeuten in Nürnberg. Nicht wirklich fit in Belek sind auch Georgios Tzavellas (Muskelfaserriss im Bauch) und Marcel Titsch-Rivero (Armbruch), die neben den Langzeitverletzten Chris, Maik Franz und Oka Nikolov bei einem Privatspiel gegen den FC Persepolis Teheran nur zu den Zuschauern gehörten.

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