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Eintracht-Spieler Rode : „Hamsterkäufe ärgern mich“

Wie geht es weiter? Sebastian Rode und Eintracht Frankfurt leben mit der Ungewissheit. Bild: Heiko Rhode

Der Spielbetrieb in der Bundesliga ruht. So recht weiß niemand, wie es auch bei Eintracht Frankfurt weitergeht. Die Spieler trainieren alleine – und machen sich so ihre Gedanken in Zeiten der Coronakrise.

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          Laufeinheiten, Stabilisierungsübungen – und jede Menge Kochen am eigenen Herd. Sebastian Rode hat am Mittwoch Einblicke in sein derzeitiges Leben als Fußballprofi fernab vom Mannschaftstraining gegeben. Allein zu sein, auf die Signale des Körpers zu hören – all dies kennt der Mittelfeldspieler der Eintracht zur Genüge. Schließlich galt es in der Vergangenheit, nach diversen Rückschlägen und Knieschädigungen im Reha-Training immer wieder Anschluss zu finden. Dass Rode seine Mitspieler, so der Plan der Sportlichen Leitung, erst am nächsten Montag wieder in der ersten gemeinsamen Übungseinheit nach der Zwangspause zu Gesicht bekommt, ist für ihn okay. „Man kann auch mal eine Woche ohne die Teamkollegen auskommen“, sagte der 29-Jährige in einer Telefonkonferenz.

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          Auch Timothy Chandler läuft wie Rode in diesen Tagen regelmäßig am Main. Begegnet aber sind sich die beiden Frankfurter Fußballprofis noch nicht. „Ich sehe andere Menschen joggen“, sagte Rode. „Wir grüßen uns mit Abstand aus der Entfernung.“ Am Sonntag noch, berichtete der Mann von der Bergstraße, sei es in Frankfurt rund um das Mainufer voller Menschen gewesen. Doch jetzt? „Es ist fast nichts mehr los in Frankfurt. Die Leute halten sich an die Vorgaben, soziale Kontakte zu meiden.“

          Rode gehört wie wohl die meisten Menschen zum Kreis derjenigen, die sich regelmäßig und aufmerksam über die sich ständig ändernde Lage wegen der Coronavirus-Pandemie informieren. Und er signalisiert hundertprozentige Zustimmung zu den getroffenen Entscheidungen der Politik. „Natürlich will auch ich auf dem Laufenden sein, und ich bin auch relativ entspannt“, sagte er. Mit allem, was er zuletzt von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Julia Glöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, gehört habe, sei er einverstanden. „Wichtig ist, jetzt die Panik runterzuschrauben. Hamsterkäufe ärgern mich.“ Rode ist sicher: „Wenn sich jeder daran hält, werden wir alle in Deutschland das schaffen.“

          Bis mindestens 2. April ruht der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga, und Rode hat auch die deutlichen Signale nach einem Gehaltsverzicht vernommen. „Auch wir Fußballprofis haben eine gewisse soziale Verantwortung“, sagte der Mittelfeldspieler. „Es ist schwierig zu vertreten, wenn Fußballvereine um Staatsgelder bitten. Ich vertraue da voll und ganz unserem Vorstand. Gerade Fredi Bobic ist sehr fair im Umgang mit allen Mitarbeitern und lässt Weitsicht blicken. Von daher wird auch eine Lösung gefunden werden, wenn es hart auf hart kommt.“ Der Profifußball am Scheidepunkt? „Es wird spannend zu sehen sein, wie es mit den Transfersummen und Spielergehältern weitergeht und ob da die Stellschraube ein bisschen zurückgedreht wird“, sagte Rode.

          Für Rode ist der Fußball Leidenschaft und Broterwerb zugleich. Doch ständig an Fußball zu denken, das gibt es wegen der weltweiten Pandemie derzeit für ihn nicht. „Man ertappt sich selbst dabei, dass man sich nur noch über Corona Gedanken macht“, sagte der Eintracht-Profi. Und so erwähnte er auch, dass es „mir lieber gewesen wäre, wenn wir gleich in der Woche danach das Rückspiel in der Europa League gegen Basel in der Commerzbank-Arena ausgetragen hätten. Denn dann wären unsere Chancen, anders als bei einem Auswärtsspiel, größer gewesen, doch noch weiterzukommen. Aber man weiß derzeit einfach nicht, wann es weitergeht.“

          Auch und gerade deshalb gelte es, so gut es geht, die aktuelle Form zu halten. Da man jetzt „gerade mal eine Woche Pause“ habe, wie Rode sagte, sehe er dort keine Schwierigkeiten. „Solange ich laufe, brauche ich meine Ernährung nicht anzupassen.“ Zumal der Mittelfeldkämpfer mit seinem ganz persönlichen Saisonverlauf recht zufrieden ist. „Ich bin bisher sehr gut durch die Saison gekommen“, sagte er. „Es gab zwar diese Delle im Dezember. Aber auch da bin ich wieder rausgekommen.“ Die derzeitige Situation könne man mit der Zeit rund um Weihnachten vergleichen, „wo wir ein bis zwei Wochen freihaben“.

          Da müsse sich auch jeder individuell beschäftigen, um den Fitnesszustand zu halten. „Viel verloren geht da eigentlich nicht.“ Und wie man sich in diesen pandemischen Zeiten zu verhalten habe, sei Rode und seinen Kollegen voll bewusst. Zudem wisse er um die Sonderstellung in medizinischen Fragen. „Wir sind sehr privilegiert und bestens ausgestattet, denn wir haben alle ärztlichen Kontakte.“ Am Montag soll es bei der Eintracht im Mannschaftskreis weitergehen. „Stand jetzt“, sagte Rode. „Es kann sich ja täglich etwas ändern.“

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