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Eintracht Frankfurt : Regionale Landschaftspflege mit Ball

Leibchen an und los geht's: Training der Frankfurter Eintracht. Bild: DDP

Die Eintracht bleibt im Lande und bereitet sich spielend auf die Saison vor. Trainer Skibbe will dies so und sucht damit die Bindung zur Basis und neue Sympathie.

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          Nach siebzig Minuten war Michael Skibbe sicher. „Die Jungs packen das noch. Sie haben sich sogar beeilt, nach dem 8:0 schnell den Ball aus dem Tor zu holen“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht. Der Auftrag war unmissverständlich. Mindestens zehn Tore sollten es gegen den Kreisoberligaverein FC Olympia Friedberg-Fauerbach schon sein, um wirklich den in Aussicht gestellten freien Sonntag zu bekommen. Später hieß es vor 2200 schwitzenden Zuschauern tatsächlich 13:0. Insgesamt neunzehn Feldspieler brachte Skibbe zum Einsatz. Sie alle und noch einige mehr, die im Laufe der kommenden Woche zum Tross des Fußball-Bundesligaklubs stoßen (unter ihnen die WM-Fahrer Theofanis Gekas und Pirmin Schwegler), machen sich Hoffnungen, in den kommenden Wochen mehr und mehr in den Blickpunkt zu rücken. Der Kampf um die Stammplätze beginnt an diesem Montag.

          Grünberg, die Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes: Hier will Skibbe gemeinsam mit seinem Assistenten Edwin Boekamp, Torwarttrainer Andreas Menger und Rehatrainer Michael Fabacher die Grundlagen für eine abermals erfolgversprechende Saison legen. Mittelhessen statt Zillertal: Skibbe bricht endgültig mit alten Traditionen. Dass er in der Heimat bleibt und das erste von zwei sommerlichen Trainingslagern in relativer Nähe zu Frankfurt abhält, ist Teil einer Strategie. „Wir wollen uns den Fans der Region präsentieren. Ich finde es gut, wenn die Kinder in ihren Ferien mal zur Mannschaft kommen können.“

          Die Bedingungen könnten kaum besser sein

          Für Skibbe ist es schon immer wichtig gewesen, Bindung zur Basis zu halten. Für den Sommer 2010, dem zweiten, in dem der 44 Jahre alte Fußballlehrer Verantwortung für die Eintracht trägt, hat er deshalb auch seinen Lizenzspielerleiter Rainer Falkenhain darum gebeten, sich um Testspielgegner in der Region zu kümmern. Skibbes Plan: „Wir wollen die neue Mannschaft möglichst früh in Hessen präsentieren.“ Das leicht und locker herausgeschossene 13:0 in Friedberg – Torschützen waren Halil Altintop (3), Ioannis Amanatidis (2), Martin Fenin (2), Caio (2), Marcos Alvarez, Patrick Ochs, Markus Steinhöfer und Marcel Titsch-Rivero (je 1) – bildete den Auftakt. Weitere Siege im Rahmen des Trainingslagers an diesem Mittwoch gegen die FSG Homberg/Ober-Ofleiden (18.30 Uhr in Homberg) sowie gegen den VfB Marburg (Sonntag, 15 Uhr in Marburg) sollen folgen.

          Grünberg – Ausgangspunkt für eine Saison, in der die Eintracht wie im Vorjahr phasenweise an europapokalträchtige Plätze herankommen kann? Unbestritten ist für Skibbe, „dass wir in der Sportschule gute Bedingungen haben. Schon mit Bayer Leverkusen bin ich dort im Trainingslager gewesen. Die Plätze sind hervorragend, die Laufstrecke ist optimal, die Bedingungen könnten kaum besser sein.“ Dass sich Skibbe mit einem immer noch viel zu großen Kader herumschlagen muss, soll die Qualität der Tagesarbeit nicht beeinträchtigen. „Wir haben eine sehr ausgeglichene Zusammenstellung“, sagt der Frankfurter Coach. „Viele von uns haben sich zuletzt richtig gut entwickelt und sind gute Bundesligaspieler. Ich erwarte nun, dass sie noch einen weiteren Schritt gehen.“ Skibbe richtet dabei sein Augenmerk „auf die jungen Spieler. Aber auch von Spielern wie Alex Meier oder Patrick Ochs möchte ich sehen, dass sie sich noch mal verbessern.“

          „Qualität ist bei allen da“

          Um den gewünschten Sprung zu vollziehen, wird im Grünberger Herz der Natur dreimal täglich an technischen, taktischen und konditionellen Selbstverständlichkeiten gearbeitet. Frühmorgens vor dem Frühstück bittet Skibbe seine Profis zum Laufen, von 10.45 Uhr an wird ebenso auf dem Platz mit und ohne Ball gearbeitet wie am späten Nachmittag. „Testspiele absolvieren wir aus diesem kompletten Programm heraus“, sagt Skibbe. Neben der angestrebten Verbesserung aller Spieler wünscht sich der Eintracht-Trainer auch, dass die drei gesunden Rekonvaleszenten Ioannis Amanatidis, Aleksandar Vasoski und Martin Fenin auch zukünftig frei von Schmerzen bleiben. „Bislang sind sie alle drei beschwerdefrei“, sagt Skibbe.

          „Qualität ist bei allen da. Alle sind gleich weit.“ Die Kunst wird sein, aus ihnen, aber auch aus dem Rest der Frankfurter Lizenzspieler das Optimum herauszuholen. Bis zum Punktspielauftakt am 21./22. August in Hannover bleiben Skibbe noch knapp sechs Wochen Vorbereitungszeit. Die ersten Reize will der Trainer in Grünberg setzen.

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