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Eintracht Frankfurt : Rätsel Altintop

Wohin des Weges? Halil Altintop ringt offenbar mit sich, wo er seine Karriere fortsetzen soll Bild: Wonge Bergmann

Es gehe beim Stürmer der Eintracht nicht mehr ums Geld, sagt der Vorstandschef. Trotzdem weiß keiner, ob Halil Altintop bleibt oder nicht.

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          Ein bisschen Hightech muss sein. Bei der Frankfurter Eintracht, diesem Klub zwischen Tradition und Moderne, haben sie jetzt sogar ein Stück Karbon in die Rückennummer der Arbeitskleidung integriert. Ansonsten aber kommt das neue Heimtrikot, das am Freitag der Öffentlichkeit präsentiert und vom flinken Außenmann Patrick Ochs getragen wurde, angenehm klassisch daher. Natürlich mit Längsstreifen, und natürlich mit dem Adler auf der Brust.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Ob allerdings einer wie Halil Altintop auch in der neuen Saison im Eintracht-Dress zu sehen sein wird, ist weiterhin höchst fraglich. Die zermürbende Hängepartie um den stürmischen Deutsch-Türken zieht sich nun schon seit April hin. Damals hatte Trainer Michael Skibbe noch optimistisch verkündet, dass man in den darauffolgenden zwei Wochen Einigkeit erzielen werde. Nun ist der Juni bald vorbei – und von Konsens keine Spur. „Es geht nicht um Geld“, behauptete Heribert Bruchhagen, als Vorstandschef der maßgebliche Verhandlungsführer. „Halil pokert nicht und hat an unserem Angebot nichts auszusetzen.“ Vielmehr sieht der Eintracht-Manager eine Gemengelage aus „familiären Gründen. Er ist in seiner Familie sehr verwurzelt.“ Die Eltern in Wattenscheid, der Bruder beim Ligakonkurrenten in München – und mittendrin, geographisch betrachtet, Halil Altintop. Ein Angreifer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung?

          Skibbe will den Angreifer Marcel Heller halten

          Stand heute stehen bei der Eintracht für die kommende Saison in der Fußball-Bundesliga 29 Lizenzspieler unter Vertrag. Aktuellster Zugang: U-17-Spieler Sonny Kittel. Der auch von anderen Erstligavereinen umworbene Kittel hält seinem Heimatverein die Treue. „Es ist der Wunsch des Trainers gewesen“, sagte Bruchhagen über die Bemühungen von Coach Michael Skibbe, neben dem hochveranlagten Offenbacher Sebastian Rode einen weiteren jungen Mann aus der Region an die Eintracht zu binden.

          29 Profis – nicht nur Bruchhagen empfindet diese Zahl als „zu hoch. Die müssen wir noch abbauen.“ So gibt es weiterhin keine verlässlichen Auskünfte, was mit dem zum 1. FC Kaiserslautern ausgeliehenen Markus Steinhöfer wird. Auch die Personalie Marcel Heller ist nach wie vor ungeklärt. Trainer Skibbe möchte den quirligen Angreifer gerne halten; der aber wünscht sich bedeutend mehr Einsätze als die übersichtlichen neun in der vergangenen Saison. Darunter übrigens lediglich ein einziges Spiel von Anfang bis Ende: am letzten Spieltag in Wolfsburg.

          „Die drei großen Fragezeichen“

          Fest steht immerhin, dass der für Algerien im WM-Aufgebot stehende Franzose Habib Bellaid nach dem ausgelaufenen Ausleihgeschäft mit Straßburg und Boulogne zurück nach Frankfurt kommt. Innenverteidiger gibt es bei der Eintracht bekanntlich nicht in Hülle und Fülle. Dafür aber drei verdiente Fußballprofis, bei denen heute noch nicht abzusehen ist, ob sie morgen schon wieder spielen können. „Es sind die drei großen Fragezeichen“, sagte Vorstandschef Bruchhagen und nannte in einem Atemzug die Spieler Ioannis Amanatidis, Aleksandar Vasoski und Zlatan Bajramovic. Während sich der stürmische Grieche kürzlich in einem Telefongespräch von der Heimat aus zuversichtlich über Form und Comeback äußerte und dieser Zeitung sagte, er fühle sich „richtig gut“, stockt es in der langen Leidensgeschichte des Bosniers Bajramovic. „Er wird zum Trainingsauftakt am 5. Juli auf keinen Fall dabei sein“, bestätigte Bruchhagen.

          Und Innenverteidiger Vasoski? Der arbeitet nach seinem Knorpelschaden weiter emsig an seiner Rückkehr in die Mannschaft. Dass er in gesundem Zustand ein verlässlicher Profi ist, hatte er zuletzt vor ziemlich genau einem Jahr gezeigt. Durch konstant gute Trainingsleistungen schaffte der Mazedonier den Sprung in die Stammelf und wurde stets von Coach Skibbe für seine Auftritte gelobt. Hier wird der für die sportlichen Belange zuständige Bruchhagen Augen und Ohren offen halten, um bei Bedarf reagieren zu können. Erst am 31. August schließt sich das Zeitfenster der sommerlichen Transferperiode.

          Zufrieden mit der Saisonvorbereitung

          Nach den Verpflichtungen von Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas sieht Bruchhagen die Eintracht trotz bekannter Fragezeichen gut aufgestellt. „Mit dem Stand der Saisonvorbereitung sind wir sehr zufrieden.“ Vor einem Jahr, so erinnerte sich der Manager, sei nach schwachen Testspielen teilweise von einer „desaströsen Vorbereitung“ gesprochen worden. „Aber dann sind wir nach Bremen gefahren und haben 3:2 gewonnen.“ Es war einer der Geniestreiche der Eintracht. Doppeltorschütze damals: Ioannis Amanatidis. Der Grieche war und ist noch immer Kopf und Herzstück der Eintracht. Schön, wenn er bald wieder am Ball wäre – in neuer Arbeitskleidung mit einem Hauch von Hightech.

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