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Eintracht Frankfurt : Gewinner und Verlierer

  • -Aktualisiert am

Neuer Trainer, neuer Anlauf: Wenn Inui Glück hat und Können zeigt, kann er vom Wechsel profitieren. Bild: Wonge Bergmann

Während die Eintracht weiter nach einem neuen Trainer sucht, können sich manche Spieler nach Schaafs Abschied Hoffnung auf mehr machen. Die möglichen Gewinner und Verlierer im Team.

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          Armin Veh klingt entspannt und aufgeräumt. „Ich spreche öfter mit Bruno Hübner“, sagt der ehemalige Trainer der Frankfurter Eintracht. Mit dem Sportdirektor der Eintracht in Kontakt zu stehen sei Normalität. Veh und Hübner verstehen sich nicht erst seit der gemeinsamen Zeit in Frankfurt gut. Nun scheint eine Rückkehr denkbar. So zählt Veh zum Kandidatenkreis der Nachfolger von Heribert Bruchhagen. Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden läuft noch ein Jahr. „Bis jetzt haben wir kein Gespräch geführt“, sagt Veh.

          In die Nachfolgersuche für Bruchhagen wird noch einmal Bewegung kommen, wenn sich an diesem Montag der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG neu konstituiert hat. Auf die Frage, ob Veh nach dem Weggang von Thomas Schaaf auch ein Trainerkandidat in Frankfurt sei, sagte er: „Zu einem solchen Thema äußere ich mich grundsätzlich nicht.“

          Kein Anwärter für den Trainerposten bei der Eintracht ist offenbar der Paderborner Trainer André Breitenreiter. „Meines Wissens nach gibt es keinen Kontakt zur Eintracht. Ich würde das wissen“, sagte der Paderborner Sportmanager Michael Born dieser Zeitung. Egal, für wen sich die Frankfurter entscheiden werden – diese Eintracht-Spieler könnten von dem Trainerwechsel profitieren:

          Die Gewinner:

          VACLAV KADLEC

          Es geht doch. Nur eben nicht bei der Eintracht. Neun Tore in 13 Spielen erzielte der Tscheche für Sparta Prag, nachdem die Frankfurter den Dreiundzwanzigjährigen Mitte Februar an seinen Heimatverein ausgeliehen hatten. In vertrauter Umgebung holte sich der Angreifer viel Selbstvertrauen und geht nun mit großem Optimismus in die U-21-Europameisterschaft im eigenen Land. Bei der Eintracht hingegen hatte Kadlec trotz erfolgreicher Premiere unter den Trainern Schaaf und davor Armin Veh nicht den Durchbruch geschafft.

          Sechs Tore, davon die Hälfte in den ersten drei Spielen, nach 25 absolvierten Bundesligaspielen – das ist die bescheidene Bilanz des Stürmers. Kadlec, der bei der Frankfurter Eintracht noch einen Vertrag bis Juni 2017 hat, könnte unter dem neuen Cheftrainer neu angreifen. Vorausgesetzt, er will diese Chance auch nutzen. Vor einiger Zeit hatte er sich noch eher skeptisch

          TAKASHI INUI

          Der Dribbler nimmt mal wieder einen neuen Anlauf – schon zum dritten Mal. Anfangs erfreute sich der Mittelfeldspieler noch der Unterstützung von Schaaf. Das stärkte den Japaner. Doch im weiteren Saisonverlauf nahmen die großen Leistungsschwankungen von Inui zu. Durch seine Unzuverlässigkeit verlor er schließlich seinen Stammplatz. Schaaf probierte in den letzten sechs Saisonspielen sechs verschiedene Spieler links offensiv aus. Nun soll der neue Trainer die Qualitäten des Sechsundzwanzigjährigen abermals wecken – und hochhalten.

          JOHANNES FLUM

          Krasser könnte bei ihm der Gegensatz kaum sein. Vom Vielspieler zum Gelegenheitsarbeiter, und das in nur zwei Jahren: Während der Mittelfeldspieler unter Veh noch auf 40 Spiele gekommen war, gewährte ihm Schaaf dann in der abgelaufenen Runde lediglich eine Einsatzzeit von insgesamt 165 Minuten. Erst als die Personalnot groß war, führte an dem Siebenundzwanzigjährigen als Einwechselspieler kein Weg vorbei.

          Abwanderungspläne in diesem Sommer wird Flum gehabt haben, öffentlich äußerte er diese aber nie. Jetzt könnte es allerdings sein, dass er – neu motiviert durch den neuen Trainer – seinen Vertrag bis Juni 2017 erfüllen wird. Es sei denn, für ihn hat sich bereits eine interessante Perspektive bei einem anderen Klub aufgetan. Außerdem müsste die Ablösesumme den Vorstellungen der Eintracht entsprechen. Nach der enttäuschenden Saison für Flum ist das aber unwahrscheinlich.

          Die Verlierer:

          NELSON VALDEZ

          Zählt zu den folgenden Spielern, denen der Trainerwechsel schaden könnte. Schaaf kannte in der Mannschaft keinen besser als den Stürmer aus Paraguay, schließlich hatten beide bereits vier Jahre lang bei Werder Bremen zusammengearbeitet. Die Norddeutschen waren die erste Auslandsstation des heute 31 Jahre alten Fußballprofis. Das schuf ein besonderes Vertrauensverhältnis. In der vergangenen Saison warf Valdez ein Kreuzbandriss zurück. Von seiner Bestform war er danach weit entfernt. Einen Bonus wird er beim neuen Trainer im Zweifelsfall wohl nicht haben.

          SONNY KITTEL

          Bei Schaaf war der variable Mittelfeldspieler angesehen. Er förderte das Talent aus den eigenen Reihen und gab ihm Einsatzzeiten. Nach dessen abermaligem Kreuzbandriss hätte Kittel nach vollständiger Genesung unter Schaaf wieder beste Chancen gehabt. Beim neuen Trainer hingegen muss sich Kittel das Renommee erst noch erspielen.

          EMIL BALAYEV

          Schaaf wollte den jungen Torhüter aus Aserbaidschan (21 Jahre) hinter Kapitän Kevin Trapp in der neuen Saison zur Nummer zwei im Eintracht-Tor machen. Daran dürfte bisher auch der Wechsel des 31 Jahre alten Patric Klandt zum Erstligaklub gescheitert sein. Denn in der Hierarchie von vornherein nur der dritte Torhüter zu sein, entspricht sicher nicht den Vorstellungen von Klandt. Er hatte das Angebot des FSV Frankfurt zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen. Der neue Eintracht-Trainer könnte nun zu einem erfahrenen Torwart als Stellvertreter von Trapp tendieren – zu Klandt?

          YANNICK ZUMMACK

          Der 19 Jahre alte Torhüter läuft Gefahr, seinen angedachten Status als Nummer drei zu verlieren. Das wäre bitter für ihn, repräsentiert er doch den Eintracht-Nachwuchs.

          ALEXANDER MADLUNG

          Der torgefährliche Innenverteidiger konnte zwischenzeitlich doch noch auf einen neuen Vertrag hoffen. Das ist nun ungewiss.

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