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Eintracht Frankfurt : Ochs bleibt – „und das ist auch gut so“

Kein Raum für Veränderungen: Patrick Ochs bleibt, wo er ist und setzt die Karriere in seiner Geburtsstadt fort. Bild: DPA

Der von Schalke 04 umworbene Kapitän der Eintracht fliegt nach dem 0:1 gegen Gladbach nach München, spricht mit Magath – und sagt dem Trainer-Manager am Montag ab.

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          Tag der Entscheidung. Es war zwanzig Minuten vor elf am Montagvormittag, als sich Heribert Bruchhagen im dünnen Pullover aus seinem Büro einen Stock tiefer ins Freie begab und Michael Skibbe zur Seite nahm. Die Erkältungsgefahr bei Minusgraden nahm der Vorstandsvorsitzende der Eintracht gerne in Kauf. Schließlich hatte er dem Trainer endlich einmal gute Nachrichten zu verkünden. Fast zeitgleich hatten Patrick Ochs und Felix Magath, der Trainer-Manager des FC Schalke 04, Bruchhagen mitgeteilt, dass der Wechsel des Frankfurter Profis nach Schalke nicht zustande kommen würde und der Kapitän der Eintracht an Bord bleiben werde. „Und das ist auch gut so“, sagte Bruchhagen erleichtert. Skibbe, der gerade vor Fernsehkameras noch frustriert gesagt hatte, „dass es der Eintracht schwerfallen wird, einen Spieler vom Niveau von Patrick Ochs zu ersetzen“, konnte nun in einem neuen Interview zufrieden feststellen, „dass dies eine gute Entscheidung für Eintracht Frankfurt ist“.

          Ein paar Meter weiter kamen gerade die Kollegen von Ochs vom kurzen Waldlauf zurück und schauten sich interessiert den Kreis der Reporter um die sportlich Verantwortlichen des Klubs an. Über die zunächst fragenden Gesichter huschte ein Lächeln, als die Daumen der Reporter nach oben zeigten und damit auch der Mannschaft klar wurde, dass einer ihrer Besten bleiben würde. Patrick Ochs legte später im Gespräch mit dieser Zeitung Wert darauf, „dass ich diese Entscheidung gefällt habe“. Er habe Magath telefonisch abgesagt, „weil mir das alles viel zu schnell ging und ich mich der Verantwortung bei der Eintracht nicht entziehen möchte“. Dass der Wechsel des Schalkers Jefferson Farfan, den Ochs ersetzten sollte, zum VfL Wolfsburg nahezu zeitgleich ebenfalls geplatzt war, habe mit seiner Entscheidung nichts zu tun gehabt.

          Patrick Ochs hat damit auf viel Geld verzichtet

          Am Sonntagabend, gleich nach dem verlorenen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, war Ochs gemeinsam mit seinem Berater Gunther Neuhaus nach München geflogen und hatte sich dort mit Magath getroffen. Der mächtige Schalker Trainer und Manager hatte dem Frankfurter Spielführer sportliche und wirtschaftliche Vorteile eines Wechsels geschildert. Man sei sportlich „auf einer Wellenlänge“ gewesen, sagte Ochs. Dennoch sei in der Nacht der Entschluss gereift, in Frankfurt zu bleiben. Womöglich hat das sportliche Schicksal zweier ehemaliger Frankfurter Mitspieler auf Schalke die Entscheidung beeinflusst. Albert Streit spielt inzwischen für ein Millionengehalt in der U 23 der Königsblauen, Jermaine Jones wurde nach England abgeschoben. Um zehn Uhr am Montagmorgen hatte Ochs jedenfalls zum Hörer gegriffen und Magath die für Schalke schlechte Nachricht übermittelt.

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