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Eintracht Frankfurt : Mutig, aber nicht überheblich

Hindernisläufer: Aleksandar Vasoski hat hart an sich gearbeitet und auch gegen Nürnberg seinen Stammplatz sicher Bild: Wonge Bergmann

Spannung vor dem Heimdebüt: Kann die Eintracht gegen den „Club“ nachlegen? Trainer Michael Skibbe glaubt, dass Ioannis Amanatidis rechtzeitig fit wird. Bei Pirmin Schwegler sieht es schlechter aus.

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          Die Empfehlung ist exzellent. Mit einem Auswärtssieg, zumal noch beim SV Werder Bremen, hat die Frankfurter Eintracht beste Werbung für das Heimdebüt in der neuen Fußballsaison betrieben. „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel gegen den 1. FC Nürnberg“, sagte Trainer Michael Skibbe zwei Tage vor dem Anpfiff am Samstag (15.30 Uhr). „Vor allem freue ich mich auf die Stimmung und die Atmosphäre im Stadion. Ich hoffe sehr, dass die Zuschauer alle mit großer Lust ins Stadion kommen und nach einem hoffentlich tollen Spiel sagen: Ja, das war toll.“

          Der Daueroptimismus, den der 44 Jahre alte Skibbe seit seinem Dienstantritt ausstrahlt, ist schon beeindruckend. Skibbe, der gebürtige Gelsenkirchener, der noch in Düsseldorf wohnt, in Frankfurt aber sesshaft werden will, hält Kurs. Gut für ihn: Anders als in der Vorsaison sein Vorgänger Friedhelm Funkel braucht er nicht den Ausfall wichtiger Spieler zu beklagen. Ioannis Amanatidis, auch als abgesetzter Kapitän noch immer einer der herausragenden Köpfe der Mannschaft, hat die unfaire Attacke des Bremers Clemens Fritz gut überstanden. Der rüde Tritt gegen das operierte Knie, der noch in der Vorwoche beim überragenden 3:2-Auswärtssieg an der Weser zum schmerzbedingten Aus nach 45 Minuten geführt hatte, ist fast schon wieder vergessen. Bei der 0:2-Testländerspielniederlage in Polen war Amanatidis für die Griechen 45 Minuten lang am Ball.

          Skibbe hält an Marschplan fest

          „Er fühlt sich gut“, wusste tags darauf sein Frankfurter Vereinstrainer Skibbe zu berichten. „Die Prellung ist nicht mehr so schlimm.“ Der Eintracht-Coach geht davon aus, dass der zweifache Torschütze vom Bremen-Spiel gegen Nürnberg „länger als eine Halbzeit für uns am Ball sein wird“. Einer wird dagegen nach gegenwärtigem Kenntnisstand aller Voraussicht nach fehlen: Pirmin Schwegler. Bei seinem Länderspieldebüt für die Schweiz zog sich der 22 Jahre alte Mittelfeldmann gleich bei seinem ersten Zweikampf im Test gegen Weltmeister Italien eine schmerzhafte Innenbandverletzung im Knie zu. Sollte der Neuzugang aus Leverkusen nach seinen zuletzt starken Auftritten im Pokal sowie in der Liga passen müssen, könnte Allrounder Benjamin Köhler eine Alternative für die halblinke Position sein.

          Grundsätzlich aber will Skibbe an seinem Marschplan festhalten und auf die Profis bauen, die für den ersten Coup der Saison gesorgt hatten. „Auch Maik Franz muss sich wohl noch weiter gedulden“, warb Skibbe um Verständnis. Innenverteidiger Aleksandar Vasoski, in der vergangenen Spielzeit lediglich einmal für die Eintracht in der Bundesliga am Ball gewesen, steht damit vor seiner zweiten Partie um Punkte in Folge – Rekord.

          Noch 4.500 Eintrittskarten

          Natürlich hat sich Skibbe, informiert dank der Spielbeobachtungen von Scout Ralf Weber, respektvoll über den Aufsteiger aus Nürnberg geäußert. „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die ihre Stärken in der Umschaltbewegung von Defensive auf Offensive hat“, sagte der Eintracht-Trainer anerkennend. „Gerade auf rechts ist beim ,Club‘ viel Feuer im Spiel.“ Bei der Eintracht setzt Optimist Skibbe auf „Leidenschaft und Hingabe. Ich will die Euphorie, die nach dem Bremen-Spiel aufgekommen ist, nicht bremsen.“ Skibbes Wunsch: „Mit dieser Begeisterung wollen wir ins Spiel gehen und mutig sein – aber nicht überheblich.“ Erstaunlich immerhin, dass nach dem perfekten Saisonauftakt immer noch 4.500 Eintrittskarten für das Heimspiel gegen Nürnberg erhältlich sind. Übrigens: Auch der langjährige Eintracht-Assistenztrainer Armin Reutershahn, jetzt in gleicher Funktion beim „Club“ tätig, ist gespannt auf seine Rückkehr. Skibbe sagte: „Armin freut sich auch, dass wir bei der Eintracht die Kurve gekriegt haben.“

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