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Eintracht in der Einzelkritik : 78 Kilo Klebstoff

  • -Aktualisiert am

Drei der Frankfurter 15: Götze, Kamada und Pellegrini Bild: Reuters

Hasebe hält die Frankfurter Abwehr zusammen wie ein Komponentenkleber. Auch Rode ein Muster an Konstanz und Klasse. Und Kamada mit Prädikat „besonders wertvoll.“ Die Einzelkritik.

          2 Min.

          Kevin Trapp: Musste in dieser Woche die bittere Wahrheit verkraften, bei Bundestrainer Flick nur die Nummer drei zu sein. Gab unbeeindruckt gegen Union die einzig richtige Antwort – zeigte mit mehreren herausragenden Paraden, den Kampf um den Platz hinter Neuer nicht aufgegeben zu haben.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Tuta: Traut sich mittlerweile mehr Risiko im Aufbauspiel und mehr Offensivgeist zu, was auf lange Sicht wertvoll werden kann. Im Moment mit ausbaufähiger Erfolgsquote. In der Defensive gegen starke Berliner eine Bank.

          Makoto Hasebe: Muss man es überhaupt noch erwähnen? Überragender Defensiv-Organisator. Der japanische Methusalem hält die Abwehr zusammen wie eine 1,80 Meter große Tube Komponentenkleber.

          Evan Ndicka: Nach einigen Wochen mit einigen Wacklern wieder in Hochform. Kombiniert Athletik, mit Technik, Spielintelligenz und Eleganz.

          Ansgar Knauff: Ein bisschen mehr Klarheit in seinem Drang nach vorne und der schnelle Mann auf rechts wäre nicht nur ein Unruheherd für die gegnerische Abwehr, sondern eine große Bedrohung. Aber die Dortmunder Leihgabe ist ja lernwillig und lernbegabt, was sich in seinem Defensivverhalten zeigt, das er stetig verbessert.

          Bundesliga

          Sebastian Rode: Wie Hasebe ein Muster an Konstanz und Klasse. Diesmal gelangen ihm keine spektakulären Aktionen, aber er löste viele kleine Situationen, was seinen Nebenleuten Halt und Sicherheit gab.

          Daichi Kamada: Auch als linker Teil der Doppelsechs eine Bereicherung für die Frankfurter Spielgemeinschaft. In seinen ersten Frankfurter Tagen als hühnerbrüstiger Spielmacher überfordert, steht der Japaner jetzt auch als robuster Grätscher im defensiven Mittelfeld seinen Mann – und bringt auf dieser Position in ausgewählten Szenen auch noch seine überragenden spielerischen Fähigkeiten ein. In dieser Form gibt es für den Mittelfeldspieler nur ein Eintracht-Prädikat: „Besonders wertvoll.“

          Luca Pellegrini: Mamma mia! Welch ein Drama, wenn der Italiener spielt. Die Aufnahme von seinem Gesicht in Großformat nach seinem Lattenknaller könnte er als Bewerbungsmaterial für eine Schauspielschule einschicken. Aber auch die fußballerischen Grundlagen zeigte er in guter Qualität. Wirkte manchmal etwas übermotiviert, nachdem er nun seine Konditionsmängel abgelegt hat und körperlich in der Lage ist, Initiative auf der linken Außenseite zu entwickeln.

          Jesper Lindström: Sein Zaubertor nach Zaubersolo zum 2:0 sollte dem jungen Dänen endgültig das Selbstvertrauen geben, das ihm bisher fehlte, um nicht nur als großes Talent, sondern als großartiger Offensivspieler zu gelten.

          Mario Götze: Wie er Kolo Muanis Vorlage zum 1:0 verwertete, sagt alles, wie es um das Selbstbewusstsein des ehemaligen Nationalspielers bestellt ist. Mit der lässigen Selbstverständlichkeit lenkte er den Ball ins Berliner Tor, die die Ballkünstler auszeichnet. Aber auch in den handfesten Mittelfeldduellen mit Union präsent und wehrhaft.

          Randal Kolo Muani: Nach zwei Kurzeinsätzen ausgeruht und stolz als französischer Nationalspieler aus der Länderspielpause zurückgekehrt, demonstrierte der Vollblutstürmer die Fähigkeiten, die ihn zu den „Les Bleus“ brachten: Unwiderstehliche Dribblings, robuste Zweikämpfe, perfekte Zuspiele. Der 23-Jährige steht längst in den Notizbüchern der Super-Klubs.

          Djibril Sow: Kam nach zwei anstrengenden Länderspielen für die Schweiz aus Gründen der Belastungssteuerung erst in der 66. Minute für Götze ins Spiel. Wie immer zuverlässig, strategisch geschickt. Hätte sogar in der 88. Minute fast das 3:0 erzielt.

          Christopher Lenz: Half 20 Minuten lang, das 2:0 über die Zeit zu bringen. Ohne Ausreißer nach oben und unten:

          Eric Ebimbe: Kraftvoll bis ungestüm, Union hatte keinen Spaß mit ihm.

          Rafael Borrè: Nur acht Minuten auf dem Platz, hinterließ dennoch Eindruck mit seiner Quirligkeit. Kolo Muanis Super-Form ist das Leid des Kolumbianers.

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