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Eintracht Frankfurt : Kristijan Jakic erreicht schnell sein Ziel

Es läuft bei ihm: Kristijan Jakic steht vor seinem Debüt in der kroatischen Nationalmannschaft. Bild: Jan Huebner

Mehr Präzision, keine Querpässe, bitte: Nach dem Remis von Wolfsburg ist Eintracht-Trainer Oliver Glasner im Korrekturmodus. Nur einer ist alles andere als enttäuscht.

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          Der erste Eingriff ließ nicht lange auf sich warten. Oliver Glasner wechselte vom Deutschen ins Englische, um seine Botschaft loszuwerden. „You cannot play like this.“ So könnt ihr nicht spielen. Der Eintracht-Trainer stoppte das Übungsprogramm, übernahm die Rolle des Spielmachers und zeigte seinen Profis, was zu tun und zu lassen sei. Hauptkritikpunkt des Frankfurter Fußballlehrers waren die falschen Laufwege. Mal rannte einer aus dem Eintracht-Ensemble falsch auf den Flügel. Mal fehlte der Anspielpartner, weil dieser sich nicht absprachegemäß im Raum bewegte.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Es ist Mittwoch, Tag eins der ersten Trainingseinheit nach dem 1:1 von Wolfsburg. Glasner hatte seine Leuten zwei freie Tage am Stück gewährt. Zur Wochenmitte sollte es wieder losgehen mit der körperlichen, mentalen und taktischen Vorbereitung auf das Spiel, das den Wendepunkt markieren soll. Am Samstag kommt der 1. FC Köln in die Frankfurter Arena. Jener Klub, der vor Selbstbewusstsein strotzt und der mit acht Punkten aus fünf Spielen als Tabellensiebter der Bundesliga kommod dasteht. Die Kölner wissen, wie es ist, wenn man ein Punktspiel gewinnt – die Eintracht immer noch nicht. Glasner glaubt, dass der Knoten am Samstag platzt.

          Auch deshalb unterbricht er immer wieder die spielerischen Bestrebungen seiner Spieler, um bei aller Kritik dadurch auch Tipps zu geben. Dem wieder als Verteidiger zur Verfügung stehenden Almamy Touré erklärte der Eintracht-Trainer sogar das Fußball-Einmaleins. „Keinen Querpass. Du darfst keinen Querpass spielen.“ Schon gar nicht in der Defensive, wo die Gefahr am größten ist. Mit mehr Übersicht hätte Touré sofort mehrere bessere Anspielmöglichkeiten entdecken müssen. Aber so: „Jetzt sind drei Spieler enttäuscht“, sagte Glasner.

          „Ich bin sehr glücklich“

          Ein Spieler, der seit wenigen Wochen mit Stolz den Adler auf der Brust trägt, ist alles andere als enttäuscht. Kristijan Jakic ist sogar hocherfreut, denn sein Plan, es mit der Eintracht als Sprungbrett in die wichtigste Auswahl seines Landes zu schaffen, ist schneller als womöglich erhofft aufgegangen. Jakic also, der kompromisslose Abräumer vor der Abwehrkette, gibt in Kürze seines Nationalmannschaftsdebüt. Unmittelbar nach dem Auswärtsspiel der Eintracht bei den Bayern wird sich Jakic zu seinen kroatischen Spielkameraden begeben, die es in der Weltmeisterschafts-Qualifikation mit Zypern (8. Oktober) und der Slowakei (11. Oktober zu tun haben werden.

          Dass Jakic beim WM-Zweiten tatsächlich dabei sein wird, „kann ich kaum in Worte fassen“. Wie schon bei seiner Präsentation ist auch jetzt ein Dolmetscher an Jakics Seite. „Ich bin sehr glücklich“, sagte der robuste Mittelfeldspieler, der es seit der vergangenen Woche geschafft hat, in Glasners Elf erste Wahl zu sein. Stammspieler gegen Fenerbahce Istanbul, Stammspieler auch auswärts gegen den VfL Wolfsburg: Für den Mann mit der Rückennummer 6 läuft es derzeit prächtig, was eben auch dem kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic nicht verborgen geblieben ist.

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          Von Zagreb nach Frankfurt – dieser Wechsel auf Leihbasis „in eine der fünf Top-Ligen“, wie Jakic sagte, hat sich für den 24-Jährigen bislang gelohnt. „Mit der Berufung in die Nationalmannschaft geht für mich ein großer Traum in Erfüllung.“ Anders als noch im Trikot von Dinamo Zagreb gehe es in der deutschen Bundesliga „intensiver“ zu. „Hier wird viel mehr gelaufen, vor allem durch das Pressing.“

          Auf das frühe Attackieren des Gegners legt Glasner großen Wert. Auf andere Dinge aber auch. So hat das Remis von Wolfsburg schonungslos vor Augen geführt, dass beim direkten Umschalten und Kontern zum Teil noch große Defizite vorherrschen. Verbesserungsfähig ist zudem die Stärkung der Defensive, denn dreimal ist es der Eintracht in den vergangenen Bundesligaspielen nicht geglückt, eine 1:0-Führung (Jens-Petter Hauge in Bielefeld, Filip Kostic gegen Stuttgart, Sam Lammers in Wolfsburg) über die Zeit zu bringen. Alle Spiele endeten 1:1, was auch erklärt, dass die Eintracht als Tabellenfünfzehnter seit Wochen im Souterrain der Liga festhängt.

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