https://www.faz.net/-gzn-13j3x

Eintracht Frankfurt : Jetzt soll es ein Topstart werden

Ob sie gegen den Club auch wieder so ausgelassen jubeln werden? Bild: ddp

Eintracht-Trainer Skibbe findet es toll, „was wir drauf haben“. Auch gegen Nürnberg sind Franz, Korkmaz und Liberopoulos wohl nur zweite Wahl. „Gegen den Club wird es ein viel schwereres Spiel als gegen Werder", warnt Skibbe derweil.

          2 Min.

          Für einen Großteil der Eintracht-Profis hat die Woche geruhsam begonnen. Wer konnte und wollte, durfte individuell ein bisschen was für die eigene Fitness tun, musste es aber nicht. Während sich die Griechen Ioannis Amanatidis und Nikos Liberopoulos und der Schweizer Pirmin Schwegler im Kreise ihrer Nationalmannschaften auf die anstehenden Länderspiele vorbereiteten, war für den Rest des Teams in der Heimat grundsätzlich Erholung angesagt. Trainer Michael Skibbe nutzte den Montagnachmittag, um bei der Tagung der deutschen Fußballlehrer vorbeizuschauen. Ein Pflichttermin für einen Bundesliga-Coach, zumal die Veranstaltung ja auch in Frankfurt und somit quasi vor der Haustür stattfand.

          Auch im Kreis der Kollegen kam dem Vierundvierzigjährigen bei dem Treffen so manches Lob für den ersten forschen Punktspielauftritt der Eintracht unter seiner Regie zu Ohren. Skibbe selbst mochte mit ein wenig Abstand zu den Ereignissen den 3:2-Sieg in Bremen nicht überbewerten, fand es in der Rückschau aber noch immer „toll, dass es uns gelungen ist, sofort zu zeigen, was wir drauf haben“. Nun gelte es, und damit richtete er sodann den Blick voraus auf das Heimspieldebüt gegen den 1. FC Nürnberg, „nachzulegen, damit aus dem guten Start ein Topstart wird“.

          Skibbe: Gegen den Club wird es schwerer

          Der verbreiteten Erwartung in der eigenen Anhängerschaft, die Partie gegen den Aufsteiger an diesem Samstag könne ein Selbstläufer werden, trat Skibbe energisch entgegen: „Gegen den Club wird es ein viel schwereres Spiel als gegen Werder. Denn jeder erwartet jetzt von uns fast automatisch ein gutes Ergebnis.“ Und darin liege eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Wenig Neues wurde am Montag von Vereinsseite zum Gesundheitszustand von Amanatidis vermeldet, der nach seinen beiden Toren im Weserstadion nach einem Tritt gegen den Oberschenkel durch Clemens Fritz verletzt ausgetauscht werden musste.

          „Üblicherweise hat sich nach so einem Pferdekuss der Bluterguss erst 48 Stunden später richtig in der Muskulatur ausgebreitet“, berichtete Skibbe, „ich denke aber, dass die Beschwerden nicht so gravierend sind, als dass er nicht gegen Nürnberg dabei sein könnte“.
          Sollte er für das Länderspiel gegen Polen passen müssen, wird der von Skibbe abgelöste Mannschaftskapitän schon an diesem Dienstag in Frankfurt zurückerwartet. Zunächst wohl zu weiteren Rehabehandlungen.

          Chris ein Auswechselkandidat

          Nur ungern verzichten würde Skibbe am Wochenende auch auf Chris. Der Brasilianer war gegen Bremen nach einer Stunde mit seinen Kräften am Ende und musste ausgetauscht werden; was der Trainer „durchaus verständlich“ fand, da der Spieler erst seit drei Wochen wieder richtig intensiv trainieren könne. „Vierzig Minuten auf dem Fahrradergometer sind halt etwas anderes als eine hochintensive Belastung, wie sie in der Bundesliga abverlangt wird.“ Chris werde auf absehbare Zeit wohl ein Auswechselkandidat bleiben, zumindest solange, wie mit zunehmender Spieldauer seine Energiereserven spürbar abnehmen. Ihn zu Beginn auf die Bank zu setzen und die Sechserposition anderweitig zu besetzen, ist für Skibbe keine sinnvolle Alternative: „Auf die Qualität, die Chris in unser Spiel bringt, verzichte ich nur äußerst ungern.“

          Überhaupt gebe es wenige Argumente dafür, die Startformation beim nächsten Mal zu ändern. „Wir sind stabil und gut aufgetreten, so eine Einheit muss man nicht unnötig auseinanderreißen.“ Das bedeutet, dass sich gegen Nürnberg sowohl Abwehr-Neuzugang Maik Franz als auch die unter Skibbe-Vorgänger Friedhelm Funkel hoch geschätzten Ümit Korkmaz, Markus Steinhöfer und Liberopoulos abermals auf der Bank wiederfinden. Was keinem von ihnen gefallen dürfte, „weil sie wie alle anderen bei uns auch auf ihren Einsatz brennen“, wie Skibbe zu berichten wusste.

          Kampf um freie Plätze

          Doch dem für die Eintracht in der Vergangenheit ungewohnten Luxusproblem kann er durchweg etwas Positives abgewinnen: der härter gewordene Kampf um die freien Plätze werde die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit des gesamten Teams befeuern. An diesem Dienstagvormittag, wenn die Mannschaft wieder die Trainingsarbeit aufnimmt, kann er sich von der Richtigkeit der These überzeugen. Und auch am frühen Abend, wenn von 18 Uhr an ein Privatspiel gegen die Amateure des FC Viktoria Mühlheim ansteht, gleich noch einmal.

          Weitere Themen

          Innenministerium und LKA sind sich weiter uneins

          Droh-Mail-Affäre in Hessen : Innenministerium und LKA sind sich weiter uneins

          In der Droh-Mail-Affäre der hessischen Polizei herrscht weiter Unklarheit über die Informationspolitik. Die Opposition setzt Hessens Innenminister Peter Beuth unter Druck. Eine Sondersitzung im Innenausschuss des Landtags soll Klarheit bringen.

          Topmeldungen

          Gesperrter Grenzübergang zwischen Luxemburg und Deutschland in Echternach, fotografiert Anfang Mai.

          Corona-Risikogebiet : Wird Luxemburg fürs fleißige Testen bestraft?

          In Luxemburg stecken sich vermehrt Jüngere mit Corona an, die deutsche Regierung hat das Land zum Risikogebiet erklärt. Auf beiden Seiten der Grenze wächst die Angst, dass sich die Schlagbäume senken könnten. Schon wieder.
          Lauthals gegen Biden: Trump bei der Pressekonferenz im Rosengarten.

          Trumps Ersatz-Wahlkampf : Noch konfuser als sonst

          Wegen Corona kann Donald Trump keine Kundgebungen abhalten. Ersatzweise lädt er Journalisten ins Weiße Haus. Der Vorwand? Die neue China-Politik. Das tatsächliche Thema? Joe Biden. Denn der wolle alle Fenster abschaffen!
          Reiche Gegend: Frauen sitzen am Ufer des Starnberger Sees.

          Hohe Vermögen : Reiche besitzen mehr als gedacht

          Bislang ließ sich nicht messen, wie viel Vermögen Reiche in Deutschland haben. Darunter litt auch die Verteilungsforschung. Nun ist es DIW-Forschern gelungen, durch eine neue Stichprobe mehr Erkenntnisse zu gewinnen.
          Sturmumtost: das Gebäude der „New York Times“ in New York

          „New York Times“ in der Kritik : Ein Forum für alle?

          Von Kollegen gemobbt, von Twitter bevormundet: Meinungsredakteurin Bari Weiss verlässt die „New York Times“ – und erklärt in einem gepfefferten Kündigungsbrief, warum sie dort nicht mehr arbeiten möchte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.