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Eintracht Frankfurt : Irritierte Wirbel und ein Pluspunkt

Pause für den Kapitän: Trainer Armin Veh (links) und die Eintracht müssen ohne Pirmin Schwegler (rechts) in Cottbus auskommen. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Frankfurter Eintracht muss in Cottbus auf Kapitän Schwegler verzichten, hat aber mit Meier einen Torjäger, der mit Energie trefflich umgehen kann.

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          Hält der Rücken? Hält die Serie? Zwei Fragen, die die Frankfurter Eintracht in diesen Tagen umtreiben. Zumindest die erste lässt sich beantworten. Nein, der Rücken hält nicht. Pirmin Schwegler, der Kapitän der Hessen, muss erwartungsgemäß passen. Wenn sich die zweitklassigen Fußballspieler an diesem Freitag fliegend auf den Weg über Dresden nach Cottbus machen, wird der Schweizer fehlen.

          Seine Malaise, als „Irritation im unteren Lendenwirbelbereich“ diagnostiziert, hindert den 24 Jahre alten Schwegler daran, professionell Fußball zu spielen. Bei der letzten Pflichtspielprüfung, dem torlosen Remis gegen Paderborn, hielt Schwegler 67 Minuten lang durch, dann wurde er ausgewechselt. An diesem Samstag, an dem von 13 Uhr an beim FC Energie im Cottbuser Stadion der Freundschaft das Spitzenspiel der zweiten Liga stattfindet, wird Eintracht-Torwart Oka Nikolov die Kapitänsbinde tragen.

          Ob in Brandenburg die Serie hält? Auswärtsspiele liegen der Eintracht. Drei Begegnungen, drei Siege: Die bisherigen Dienstausflüge nach Fürth und Braunschweig sowie das Derby beim FSV in der Frankfurter Arena wurden mit dem Gewinn von insgesamt neun Punkten belohnt. Ein weiterer Erfolg auch in Cottbus – und die Eintracht würde tabellarisch in Spitzenregionen vorstoßen. Aktuell liegt die Mannschaft von Trainer Armin Veh mit zwölf Zählern auf Platz sechs. Der FC Energie als Tabellenvierter hat einen Punkt mehr auf dem Konto.

          Köhler steht als Ersatz bereit

          Das Plus der Eintracht: Sie hat einen wie Alexander Meier in ihren Reihen. Der Mittelfeldmann, mit fünf Treffern noch immer der erfolgreichste Torschütze der Zweiten Fußball-Bundesliga, hat eine seiner größten Sternstunden in Cottbus erlebt. Unvergessen jener 3:0-Auswärtssieg beim letzten zweitklassigen Aufeinandertreffen. Es war der 15. Mai 2005, als der furios aufspielende Meier Energie fast im Alleingang bezwang und alle drei Tore erzielte. Die Eintracht erhielt sich an jenem 33. Spieltag damit alle Optionen auf den Aufstieg – und durfte eine Woche später die Rückkehr in die Erstklassigkeit feiern.

          Zurück in die Bundesliga, das wollen sie bei der Eintracht jetzt auch. Allerdings ist es erst die siebte Runde, die in dieser Saison gespielt wird. Und Trainer Veh muss schauen, wie er die beiden stürmischen Neuzugänge Mohamadou Idrissou und Rob Friend einzubauen gedenkt. Bislang hat sich der 50 Jahre alte Fußballlehrer noch nicht öffentlich positioniert, ob es wegen der neuen personellen Variabilität zu einem Systemwechsel kommt. Eine Spitze (vermutlich Theofanis Gekas) – oder vielleicht zwei (eventuell die beiden Neuen)?

          Die Trainingseindrücke der vergangenen Tage lassen folgende Möglichkeit wahrscheinlich erscheinen. Idrissou wird im offensiv ausgerichteten Dreiermittelfeld auf der linken Seite spielen, Gekas als Alleinunterhalter zentral vorne. Für den angeschlagenen Schwegler dürfte Benjamin Köhler den Part als Abräumer vor der Abwehr an der Seite von Matthias Lehmann übernehmen.

          Veh: „Pirmin bleibt“

          Die Eintracht ohne Schwegler also. Veh nimmt es so, wie es ist. „Wir gehen kein Risiko ein“. sagte er. Der Kapitän ist schließlich sein wichtigster Spieler, den er schon beim ersten Aufeinandertreffen im Sommertrainingslager in Leogang als unverkäuflich eingestuft hatte. „Pirmin bleibt. Punkt. Aus.“ Das Machtwort fruchtete. Veh ist sicher, dass Schwegler in einem auf Rückenverletzungen spezialisierten Reha-Zentrum in Wiesbaden in den besten Händen ist. „Wir warten lieber noch eine Woche“, so der Coach. Auch Schwegler selbst, der durch das Krafttraining der vergangenen Tage eine „deutliche Besserung“ verspürte, will die Auszeit nutzen, um wieder voll belastbar zu sein. Cottbus, Rostock, Dresden, Berlin: Schwegler wird alles daransetzen, um bei den nun beginnenden ostdeutschen Wochen im Heimspiel am kommenden Freitag gegen Hansa wieder dabei zu sein. Unterstützung durch ihren Kapitän kann die Eintracht schließlich gut gebrauchen. Nicht nur auswärts, auch in der Heimat sollen Fußballspiele gewonnen werden.

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