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Eintracht-Torwarttrainer : „Es hätte viel mehr Irritationen geben können“

  • -Aktualisiert am

Ist das Torhütertraining unter Ihnen moderner geworden?

Mit dem Begriff modern tue ich mich schwer. Aber ja, ich habe meine Philosophie und meine Elemente mit eingebracht. Ich habe viele Sachen neu eingeführt, auch die Torhüter trainieren jetzt mit Brustgurt und Datenchip.

Kennen Sie als Torwarttrainer Trapp und Rönnow jetzt besser?

Definitiv, ja. Meine Analyse der Torhüter ist als Torwarttrainer viel genauer. Als Mitspieler hatte ich nicht die Zeit, immer so genau hinzuschauen. Und wenn ein Torwarttrainer dem Torhüter etwas sagt, hört dieser genau hin. Sagt ihm hingegen ein Mitspieler etwas, nimmt er das vielleicht nicht immer zu hundert Prozent an.

Wo ist Kevin Trapp unter Ihrer Anleitung besser geworden?

Ich bin nicht der Typ, der sich jetzt hinstellt und sagt, ich habe ihn in diesem oder jenem Punkt besser gemacht. Kevin hat im athletischen Bereich, in der torwartspezifischen Ausdauer, extrem gearbeitet. Er hat mir in unseren Testspielen und im Länderspiel gegen Spanien von seiner Präsenz her, von seinem Eins-gegen-eins-Verhalten, vom Offensivspiel, wie er sich seitlich anbietet und den Ball fordert, sehr gut gefallen. Wir haben an seinem Positionsspiel im Offensivspiel sehr viel gearbeitet. Ich glaube, wenn man Kevin und Manuel Neuer nebeneinanderstellt und lässt beide das Passspiel rechts, links sowie den Flugball machen, braucht sich Kevin von der reinen Technik her nicht zu verstecken.

Sie haben Kevin Trapp als „Trainingstier“, als „total verbissen“ bezeichnet. Müssen Sie ihn gelegentlich bremsen?

Ich glaube, dass es Kevin selbst weiß, dass er sich manchmal zu viele Gedanken über zu viel macht. Er würde am liebsten an jedem freien Tag trainieren. Kevin weiß aber, dass Regeneration sehr wichtig ist. Man darf nicht vergessen, dass die Jungs auch mental extrem unter Stress stehen. Deshalb habe ich ihm schon des Öfteren befohlen, einen Tag lang keine Hanteln in die Hand zu nehmen, keinen Lauf zu machen und keine Handschuhe anzuziehen. Belastung, Anspannung, Entspannung während eines Spiels – das sind alles wichtige Punkte. Kein Mensch kann sich 90 Minuten lang durchgehend auf ganz hohem Niveau konzentrieren.

Frederik Rönnow könnte die Eintracht noch verlassen, weil er bei einem anderen Verein Stammtorhüter sein möchte. Und bei Trapp hieß es, er könnte zum Verkaufskandidat werden, wenn die Eintracht ein wirtschaftlich lukratives Angebot von einem anderen Klub bekäme. Verdrängen Sie diese Nebengeräusche als Torwarttrainer?

Selbstverständlich möchte ich wissen, was an Gerüchten oder Verlautbarungen dran ist. Wir haben das Verhältnis zueinander, die Dinge direkt in einem Vier-Augen-Gespräch ansprechen zu können. Grundsätzlich bin ich sehr entspannt, da es in jeder Transferperiode zu Vereinswechseln kommen kann. Freddy hat ganz klar kommuniziert, wie er seine Situation sieht. Als Torwarttrainer fände ich es super, wenn er bliebe, sind wir auf beiden Positionen topbesetzt.

Könnte die Eintracht den Wechsel von Trapp verkraften?

Es wäre schwierig, Kevin ist unsere Nummer eins. Aber wir hätten mit Freddy einen extrem starken Torwart hintendran.

Was sind die drei Hauptkomponenten, wenn Sie sich für einen Torhüter für dessen Verpflichtung stark machen?

Ich kann es auf den Punkt bringen: Für mich ist ein Torhüter gut, wenn der Abwehrspieler sich auf dem Platz umdreht und beruhigt ist. Wenn sein Puls unten bleibt und er froh ist, dass ein Torwart mit großer Qualität und Ausstrahlung hinter ihm steht. Es geht über das Gefühl. Vermittelt ihm dieser Torwart Sicherheit. Das ist für mich ausschlaggebend.

Wo hat Sie Petz weitergebracht?

Er hat in jedes Training gnadenlos die Spielkonsequenz hineingebracht. Wir mussten uns wie im Spiel verhalten. Ließ man seinen Schuss abprallen, hat er ihn ohne Pardon ins Tor geknallt. Von seiner Einstellung habe ich viel mitgenommen.

Haben Sie auch seinen harten Schuss?

„Moppes“ hat einen überragenden Schuss. Um mich mit ihm zu messen, brauche ich noch ein paar Jahre. Aber ich kann zumindest treffen, wenn ich das möchte. So weit bin ich schon.

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