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Eintracht Frankfurt : Was ist mit der Fingerspitze?

  • -Aktualisiert am

Bei Eintracht Frankfurt lief im Spiel bei Fortuna Düsseldorf längst nicht alles glatt. Bild: dpa

Für ein großes Lamento über den Zustand der Frankfurter Mannschaft ist es zu früh. Aber der Auftritt in Düsseldorf deckt zumindest Gefahren auf, in denen sich die Eintracht befindet.

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          Selten hat die Frankfurter Eintracht so wenig für einen Punktgewinn leisten müssen wie bei Fortuna Düsseldorf. Das 1:1 wirkt wie erschummelt. Zweimal Zentimeter-Glück, als der Video-Assistent Tore überprüfte, und ein grotesker Deckungsfehler der Fortuna-Abwehr, der Chandler den Ausgleich in letzten Minute ermöglichte, nachdem die Eintracht 93 Minuten lang nicht in der Lage gewesen war, den Ball an den eigenen Man zu bringen und das Düsseldorfer Tor ernsthaft zu gefährden, bilden keine ehrliche Grundlage.

          Bundesliga

          Für ein großes Lamento über den Zustand der Mannschaft ist es zu früh, die guten Vorstellungen gegen Hoffenheim und Leipzig waren schließlich kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck ihres Potentials. Aber der Auftritt in Düsseldorf deckt zumindest Gefahren auf, in denen sich die Eintracht befindet. Durch die Umstellung auf die Grundordnung 4-2-3-1 wäre es angebracht, einen dribbelstarken Rechtsaußen im Aufgebot zu haben, der – wie Kostic auf links – nicht nur mit Anlauf Lücken schafft, sondern durch seinen explosiven Antritt auch aus dem Stand.

          Dafür sind weder Chandler noch da Costa, Touré oder Durm prädestiniert. Sie alle können die Position zwar ausfüllen, aber diese Dynamik bringen sie nicht ein, was die Spielgestaltung einschränkt, bei der Adi Hütter ansonsten so viel Wert auf Flexibilität und Unberechenbarkeit für den Gegner legt. Und die selbe Einschränkung gilt für links, falls sich Kostic einmal verletzen sollte. Was für die Eintracht der GAA wäre – der größte anzunehmende Ausfall.

          Statt auf den offensiven Außenpositionen die Möglichkeiten zu verbessern, verstärkten sich die Frankfurter wie angekündigt im defensiven Mittelfeld, das sie nach den Verletzungen von Gelson Fernandes und Lucas Torro als Schwachstelle ausgemacht hatten. Gegen Düsseldorf spielten Rode und Sow auf der „Sechs“, de Guzmán, Kohr und Hasebe, die auch auf dieser Position viel Erfahrung haben, saßen auf der Ersatzbank – neben ihnen der tags zuvor von RB Leipzig verpflichtete Stefan Ilsanker. Vier „Ersatz-Sechser“ das sieht erst mal nicht nach Mangel aus. Dass ausgerechnet der neue Österreicher von Hütter in der zweiten Halbzeit aufs Feld geschickt wurde, bedeutete vor allem für den Neun-Millionen-Einkauf Kohr, aber auch für die anderen eine schwer verdaubare Zurücksetzung.

          Denn Ilsanker trainierte vor seinem ersten Einsatz nicht ein einziges Mal mit der Eintracht. Man könnte meinen, Profis müssen so etwas einfach akzeptieren. Aber um einen großen Kader bei Laune zu halten, bedarf es auch einer Portion Fingerspitzengefühl. Wie sollen Ergänzungsspieler ihr Solidaritätsgefühl und ihren Mannschaftsgeist auf Dauer bewahren, wenn ihnen ihre Wichtigkeit für den Gesamterfolg zwar verbal bestätigt, aber durch konkrete Personalentscheidungen das Gegenteil vermittelt wird? Ein Profiteam ist ein sensibles Gebilde. Ein unverhoffter Punkt glättet nicht alles.

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