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Eintracht Frankfurt : „Die Resultate geben uns recht“

Schrei vor Glück: Goncalo Paciencia freut sich über den von ihm initiierten Treffer gegen Leipzig. Bild: dpa

Nach der Winterpause gewann Eintracht Frankfurt beide Spiele in der Bundesliga. Der Systemwechsel erschwert Paciência den Weg in die Startelf. Der Stürmer sieht dennoch die Vorteile. Russ joggt wieder.

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          Die Situation ist eine andere. Zum ersten Mal in der vor kurzem begonnenen Rückrunde wird die Eintracht an diesem Samstag in Düsseldorf ein Spiel bestreiten, in dem sie sich als Favorit betrachten darf. Für die Frankfurter brachten die Auftaktpartien in Hoffenheim (2:1) und gegen Leipzig (2:0) zwei Erfolgserlebnisse. Damit verbunden war der Aufstieg aus dem hinten Tabellenmittelfeld auf den neunten Rang und eine spürbare Stimmungsverbesserung.

          Ähnliches lässt sich von der Fortuna nicht sagen, die sowohl Bremen unterlag (0:1) als auch in Leverkusen (0:3) mit leeren Händen dastand; die Mannschaft von Friedhelm Funkel, der am Mittwoch entlassen und durch Uwe Rösler ersetzt wurde, rutschte auf den letzten Tabellenplatz ab. Die anstehende Herausforderung auf die leichte Schulter zu nehmen, sagte Gonçalo Paciência, wäre trotz allem ein großer Fehler. Er sprach von einer „schwierigen“ Aufgabe, die es zu meistern gelte. Zugleich erinnerte an den Sonntag vor Weihnachten, als sich die Eintracht beim seinerzeitigen Schlusslicht in Paderborn blamierte. „Wenn wir keinen Respekt vor dem Gegner haben, werden wir verlieren“, prophezeite der Stürmer, der selbst angenehme Erinnerungen an die Aufeinandertreffen mit den Rheinländern besitzt: Zwei Vorlagen und zwei Treffer schmücken seine persönliche Bilanz gegen die Fortuna.

          „Ich habe ein gutes Gefühl“, meinte der 25-Jährige am Dienstag, als bei ungemütlichen äußeren Bedingungen die Vorbereitung auf den 20. Spieltag an der WM-Arena begann: Böiger Wind trieb dunkle Wolken über den Platz. Um sich gegen die kalten Temperaturen und die Regenschauer zu wappnen, hatte sich Paciência für ein vielschichtiges Winteroutfit entschieden, inklusive Halstuch und Mütze, die er zum Aufwärmen noch weit über die Ohren zog und erst ablegte, als es beim Match auf verkleinerter Fläche zur Sache ging. Hütter und der Betreuerstab hielten das Tempo hoch an diesem Vormittag, auch um der Gefahr zu begegnen, dass sich ein weiterer Akteur aus dem Kreis der zwei Dutzend Profis erkälten könnte.

          Mit Bas Dost erwischte es bereits einen Profi: Der Holländer meldete sich mit einem Infekt ab. Der 30-Jährige war zuletzt als alleinige Spitze im neuen 4-2-3-1-System gesetzt. Paciência, der während der Winterpause Hütter nicht in allen Einheiten überzeugen konnte, blieb vorerst nur die Auswechselbank; wobei er seine Sache gut machte, als er gegen Leipzig aufs Feld kam und mit einem Pass auf Filip Kostic das Tor zum Endstand einleitete. „Ich bin bereit“, sagte er und zeigte sich überzeugt, dass eine Gelegenheit, als Mitglied der Startelf von Anfang an zu zeigen, was in ihm steckt, bald kommen wird.

          „Uns stehen englische Wochen bevor“, verwies Paciência auf den randvollen Februar-Terminkalender, der für die Eintracht sieben Einsätze bringt: „Dafür arbeite ich jetzt.“ Die veränderte taktische Marschrichtung, die nur einen Stürmer vorsieht dafür mit einer Viererkette in der Abwehr für mehr Stabilität sorgte, hält Paciência für den richtigen Ansatz, auch wenn sie den Konkurrenzdruck in der Offensive erhöhte. „Wenn du gut verteidigst, wirst du besser angreifen“, zitierte er ein Sprichwort, das er in seinen Jugendjahren beim FC Porto lernte und das für ihn nichts an Gültigkeit verlor: „Die Resultate geben uns recht.“

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          Paciência sagte, er fühle sich angekommen in Frankfurt. Nach Jahren, in denen sich bei ihm Höhen und Tiefen abwechselten, habe er einen Verein gefunden, „der mir den Raum und die Zeit gegeben hat, mich zu entwickeln“. Seinen am Samstag um ein Jahr bis Mitte 2023 verlängerten Vertrag wertete er als „Bonus“ von Sportvorstand Fredi Bobic. In der ersten Saison nach dem Abgang der drei Büffel führt er mit zehn Treffern in Liga und Europapokal die Torjägerliste an. „Hier bin ich glücklich und fühle mich zu Hause“, sagte er über die Stadt und seine Rolle bei der Eintracht.

          Wobei er insbesondere Timothy Chandler viel zu verdanken habe. Der Mitspieler, den er als Freund bezeichnete, mit dem er regelmäßig essen gehe, nahm ihn auf Anhieb unter seine Fittiche, half ihm bei der Suche nach einer Wohnung und dem Autokauf, später absolvierten sie nach ihren Verletzungen gemeinsam die Reha, um der Bundesliga wieder einen Schritt näher zu kommen. Auf diesem anstrengenden Weg ist Marco Russ aktuell ebenfalls unterwegs. Für ihn ging es dabei am Dienstag einen Schritt voran: Der Routinier joggte erstmals seit seinem Achillessehnenriss im August wieder im Kollegenkreis.

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