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Eintracht Frankfurt in Mainz : „Flutlicht tut uns immer gut“

Wenn das Flutlicht angeht, fühlen sich die Frankfurter auf dem Rasen wohl. Bild: EPA

Der Coup von London ist Geschichte. Nun gilt der volle Frankfurter Fokus dem Bundesliga-Derby in Mainz. Die Eintracht und ihr Trainer Adi Hütter sind optimistisch – trotz der schlimmen Bilanz in Rheinhessen.

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          Ganz am Ende lüftete der bestens gelaunte Eintracht-Trainer fast schon beiläufig ein Personalgeheimnis. Befragt, ob der zuletzt angeschlagene Almamy Touré wieder eine Option für das Nachbarschaftsduell bei Mainz 05 sein könnte, erwiderte Adi Hütter: „Er muss bereit sein. Wir hoffen, dass er schnell ins Spiel findet.“ Heißt also: Der Franzose wird an diesem Montagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) von Beginn an als Ersatz für den gesperrten David Abraham auf der rechten Außenposition verteidigen.

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          Ob auch die zuletzt gleichfalls verletzten Sebastian Rode und Bas Dost mithelfen können, die Negativserie der Eintracht in Mainz zu brechen, will Hütter erst kurzfristig entscheiden. Dafür werden die letzten Eindrücke ausschlaggebend sein, die sich der Eintracht-Trainer am Vormittag im Abschlusstraining an der Arena machen möchte. Erst danach begibt sich die Frankfurter Reisegesellschaft auf die kürzeste Bundesliga-Auswärtsfahrt. Exakt vierzig Kilometer sind es von Stadion zu Stadion.

          Kurze Wege, die auch den Anhängern gelegen kommen. Vor wenigen Tagen noch hatten sich Hunderte von ihnen fliegend auf den Weg nach London gemacht. Der Trip in die englische Hauptstadt entpuppte sich dabei als höchst lohnend, denn mit dem 2:1-Coup in der Europa League beim FC Arsenal hatte kaum jemand gerechnet. Hütter sprach am ersten Advent von einem „historischen Sieg“. Gegen Arsenal zu gewinnen sei außergewöhnlich. Speziell nach drei Niederlagen in Folge, einer schwachen ersten Halbzeit und einem Rückstand zur Pause. „So zurückzukommen beweist, dass die Mannschaft im Frühjahr unbedingt die K.-o.-Runde spielen möchte, Mentalität und Charakter hat.“ Tugenden, die die Eintracht auch im Kerngeschäft Bundesliga benötigt, um an diesem Montagabend unter Flutlicht in der Mainzer Arena für ein Ausrufezeichen zu sorgen.

          Mittendrin wie schon in London: Torwart Frederik Rönnow, dem Hütter auch in der Rückschau eine „tolle Leistung“ attestierte. „Frederik hat uns vor einem höheren Rückstand bewahrt.“ London ist aber Geschichte, die Gegenwart heißt Mainz – und ist ein eher ernüchterndes Kapitel. Noch nie ist es einer Frankfurter Profimannschaft gelungen, beim Nachbarn zu gewinnen. Weder im alten Bruchwegstadion noch in der größeren Arena am Europakreisel. Die Eintracht, die sich immer wieder mal als Mannschaft der zwei Gesichter (und zwei Halbzeiten) präsentiert, ist um eine Kursänderung bemüht. „Es stimmt, dass wir speziell in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten haben“, sagte Hütter am Tag vor dem erstklassigen Nachbarschaftsduell. „Aber am Ende des Tages geht es um Ergebnisse. Nicht über neunzig Minuten die Spiele im Griff zu haben stört auch die Spieler. Andererseits geht das vielen anderen Mannschaften genauso.“

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          Offiziell werden an diesem Montag 3434 Eintracht-Fans in der Mainzer Arena sein. Doch der Klub rechnet mit bis zu 6000 Anhängern, die dabei sein wollen, wenn sich Hütters Mannschaft anschickt, die Ergebniswende zu schaffen. „Jede Serie geht einmal zu Ende“, sagte der österreichische Fußballlehrer. „Wir wissen aber auch, dass Mainz seit dem Trainerwechsel unter Achim Beierlorzer einen ganz anderen Fußball spielt. Das hat jeder in Hoffenheim gesehen. Deswegen haben wir diese Begegnung in der Analyse komplett zerlegt.“ Ebenso wie Hütter entspringt auch Beierlorzer der Leipziger RB-Schule.

          Man kennt und schätzt sich, und Hütter weiß denn auch, was ihn und seine Mannschaft beim Wiedersehen mit dem einstigen Kölner und jetzigen Mainzer Trainer erwartet: „Eine schnelle Mannschaft, die sehr giftig und aggressiv auftritt.“ Eine Mannschaft, die selbstverständlich in der Lage ist, wie die Eintracht in verschiedenen Spielsystemen zu agieren. Mal mit einem 3-4-1-2 und Edimilson Fernandes als zentralem Innenverteidiger, so wie zuletzt beim furiosen 5:1-Spektakel bei Beierlorzers Mainz-Premiere in Hoffenheim. In der Regel aber im gewohnten 4-2-2-2-System, wie Kenner Hütter sagte.

          Um die Negativserie zu beenden, braucht die Eintracht Tore. Für die hat zuletzt mit Daichi Kamada ein Mann gesorgt, der kein ausgewiesener Stürmer ist. André Silva beispielsweise ist ein Angreifer moderner Prägung – doch er ist nicht recht in Schuss. Der Portugiese ist „in ein Formtief gefallen“, wie Hütter am Sonntag sagte. Gleichwohl ist der Frankfurter Trainer optimistisch, dass dies nur ein Zustand von kurzer Dauer sei. „Wir werden ihn wieder auffangen.“

          Hütter erwartet, dass es beim Kräftemessen mit den Nullfünfern „rauf und runter geht“. Zudem vertraut der Frankfurter Trainer nicht nur darauf, dass Touré sofort zu alter Stärke findet, Rönnow abermals gut hält und Silva das Tor trifft. Hütter weiß auch, dass von Abendspielen besonderer Glanz und Zauber ausgeht. „Flutlicht tut uns immer gut.“

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