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Eintracht Frankfurt gegen Bayern : Aufgabe vor dem Anpfiff

Das letzte Aufeinandertreffen: Die Eintracht kann bei der Neuauflage auf Meier setzen, während die Bayern noch auf Schweinsteiger verzichten müssen. Bild: Wonge Bergmann

Eintracht-Trainer Veh sieht kaum eine Chance gegen den FC Bayern und verzichtet in München auf seinen stärksten Kader. Lakic geht zurück zum 1. FC Kaiserslautern.

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          Seine vielen Freunde wussten es schon am frühen Morgen. Es war der Zeitpunkt, als Srdjan Lakic das Bedürfnis verspürte, sich auf Facebook mitzuteilen und von seinem neuen Arbeitgeber zu erzählen. Kurios: Als der kroatische Fußballprofi auf Sendung ging, war der Wechsel von der Frankfurter Eintracht zum 1. FC Kaiserslautern noch gar nicht offiziell. Lakic kümmerte es nicht, stattdessen schrieb er: „Geschätzte Fans, jetzt steht es fest, dass ich zum 1. FC Kaiserslautern wechsel. KL ist meine Heimat, und ich bin sehr glücklich, dass es so gekommen ist.“

          Lakic in Lautern. Es ist im Wortsinne ein Comeback, denn am Betzenberg hat der Stürmer schon einmal seine Stiefel geschnürt. Es war gleichsam die bis heute erfolgreichste Zeit im Leben des Mannes aus Dubrovnik. Zwischen 2008 und 2011 nämlich erzielte Lakic 35 Tore für die „Roten Teufel“.

          Dem Himmel ein Stück näher: Lakic geht zurück auf den Betzenberg.
          Dem Himmel ein Stück näher: Lakic geht zurück auf den Betzenberg. : Bild: REUTERS

          Nach den Verhandlungen mit FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz steht fest: Lakic wird zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen. Sollte der Zweitligaklub, der als Tabellendritter derzeit auf dem Relegationsrang liegt, sich aber Hoffnungen macht, direkt wieder in die Bundesliga zurückzukehren, wo man zuletzt in der Saison 2011/2012 gespielt hat, über den Sommer hinaus Interesse an Lakic haben, müssen die Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg geführt werden.

          Die Niedersachsen haben die Transferrechte an dem fußballspielenden Familienvater, der sich nach seinem Paradejahr 2011 aus Kaiserslautern verabschiedet und den Wolfsburgern angeschlossen hatte. „Für ein paar Monate bin ich aber nicht zum FCK gegangen“, sagte Lakic am Freitag. Schon vor seiner Präsentation zur Mittagszeit dürfte ihm bewusst gewesen sein, was das neuerliche Abenteuer Betzenberg für ihn bedeutet. Die stürmische Konkurrenz nämlich ist immens. Mit Mohamadou Idrissou, Albert Bunjaku, Olivier Occean und Simon Zoller streiten gleich vier Mitbewerber neben Lakic um die Plätze.

          Sieg gegen Braunschweig wichtiger

          Bei seinem alten Klub Eintracht ist die Zahl der Stürmer geringer. Im System von Trainer Armin Veh ist nur Platz für einen Angreifer. An diesem Sonntag, wenn sich die Frankfurter in der letzten Partie des 19. Bundesligaspieltags beim meilenweit entfernten Branchenprimus Bayern München beweisen müssen (Anpfiff 17.30 Uhr), wird der Stürmer Joselu heißen. Veh hat sich darauf schon am Donnerstag festgelegt. Dass Sebastian Rode, Carlos Zambrano, Takashi Inui und Sebastian Aigner eine Pause einlegen, wurde ebenfalls entschieden. Veh hat früh für klare Verhältnisse gesorgt.

          Zur Bestätigung sagte er am Freitag: „Wir haben natürlich eine kleine Chance, dass wir am Sonntag in München gut aussehen. Aber am Ende steht es trotzdem 2:1 für die Bayern.“ Anders formuliert: Der Trend, dass die Eintracht bei den nun schon 43 Spiele in Folge ungeschlagenen Bayern etwas erreichen, tendiert gegen null. „Für uns hat Braunschweig einen anderen Stellenwert als das Bayern-Spiel“, sagte der an diesem Samstag 53 Jahre alt werdende Veh. Alles andere als eine Niederlage wäre demnach eine Überraschung für den Eintracht-Coach, der zwar schon an das darauffolgende Heimspiel gegen eben Braunschweig denkt, aber selbstverständlich betonte, „dass wir natürlich bei den Bayern gewinnen wollen. Doch wahrscheinlich ist das nicht möglich.“

          Dass Rode bei seinem neuen Arbeitgeber FC Bayern nicht mit seinem aktuellen Klub Eintracht vorspielen wird, ist in den Augen von Veh eine ganz spezielle Form der „Wertschätzung“, wie er sagte. „Der versteht das schon. Seppl ist mir so wichtig, dass er erst wieder nächste Woche gegen Braunschweig spielt.“ Für einen anderen aber ist die Dienstreise zu den Bayern etwas ganz Besonderes. Alexander Madlung, in der Vorwoche beim 1:0 gegen Hertha BSC Berlin für fünf Minuten am Ball, darf sich erstmals im Eintracht-Trikot in der Bundesliga von Beginn an beweisen. Der aus der Wolfsburger Arbeitslosigkeit nach Frankfurt gewechselte Innenverteidiger wird es an der Seite von Marco Russ tun. Über mutmaßlich reichlich Beschäftigung dürfte Madlung am Sonntag nicht klagen. Denn nicht nur für seinen Trainer „spielen die Bayern in ihrer eigenen Liga gegen den Rest der Liga“. Knapp 5000 mitreisende Eintracht-Fans wollen sich im Jubiläumsspiel von Florian Meyer davon überzeugen. Meyer, seit Jahren einer der besten deutschen Schiedsrichter, pfeift sein 250. Bundesligaspiel.

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