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Eintracht Frankfurt : Gedrängel auf der Position des Sechsers

  • -Aktualisiert am

Neu am Ball: Slobodan Medojevic Bild: Jan Huebner

Bei der Eintracht Frankfurt ist der Posten im defensiven Mittelfeld umkämpft. Nach dem Spiel gegen den FSV empfiehlt sich auch Slobodan Medojevic.

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          Jetzt hat also auch Nummer fünf ihre Premiere hinter sich. Oder war es Nummer sechs? Bei Eintracht Frankfurt braucht man inzwischen mehr als eine Hand, um abzuzählen, wer alles für die Position im defensiven Mittelfeld in Frage kommt. Slobodan Medojevic gehört seit ein paar Tagen auch zu den Kandidaten - und seit dem Testspiel der Eintracht am Freitagabend gegen den FSV Frankfurt hat er eine erste Arbeitsprobe in der Bilanz. Sie kann kein Maßstab sein, denn bei dem routinierten 1:0 gegen den kleinen Stadtrivalen aus der zweiten Liga waren weder die aus vielen Ergänzungsspielern und wenigen Stammkräften zusammengebastelte Eintracht noch Medojevic allzu sehr gefordert.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Aussagewert dieser Partie war also begrenzt, allerdings wurde deutlich, dass das Gedrängel auf der Position des Sechsers bei der Eintracht noch einmal zugenommen hat. Der 23 Jahre alte Serbe stellte sich erstmals vor, als sein Nebenmann überzeugte gegen den FSV der bisher nur spärlich berücksichtigte Johannes Flum - und das ist erst der Anfang.

          Marco Russ steht fürs hintere Mittelfeld bereit

          Flum, der in dieser Saison von Eintracht-Trainer Thomas Schaaf bislang nur als Einwechselspieler für wenige Minuten eingesetzt wurde, spielte in der ansonsten eher unauffälligen Partie gegen den FSV ziemlich auffällig. Dass er ein ernsthafter Bewerber ist, wurde am Bornheimer Hang abermals deutlich. Allerdings bekamen bisher der japanische Nationalspieler Makoto Hasebe und Martin Lanig, eine der großen Überraschungen in der Vorbereitung auf die neue Saison, den Vorzug. Außerdem steht Marco Russ jederzeit bereit, seine Herkunft als Innenverteidiger abzustreifen und im hinteren Mittelfeld ohne Qualitätsverlust einzuspringen - das hat er schon oft überzeugend getan. Und auch vom früheren Bremer Aleksandar Ignjovski hieß es bei der frühen Verpflichtung in diesem Sommer, er könne nicht nur auf der rechten Außenbahn spielen, sondern auch zentral defensiv im Mittelfeld. Dieser Test steht noch aus, aber mit der Ankunft von Medojevic ist die Position noch einmal umkämpfter geworden. Und das auf einem ohnehin schon hohen Niveau.

          Schaaf bescheinigte Medojevic, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren beim VfL Wolfsburg 28 Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam, einen guten Einstand „Er hat sich voll eingebracht“, sagte er, dass es im ersten Spiel in neuer Umgebung noch „Verständigungsprobleme“ gegeben habe, sei nur logisch. Schaaf wirkte jedenfalls so, als sei er sicher, mit dem robusten Serben von Anfang an und ohne Abstriche planen zu können - was bei einem Kaufpreis von knapp zwei Millionen Euro allerdings auch erwartet werden kann.

          Jedes Training wird zur Bewerbung in eigener Sache

          Medojevic will sich ja bei der Eintracht für die serbische Nationalmannschaft empfehlen, wofür er in Wolfsburg schlechtere Voraussetzungen sah. Er stellte sich nach dem Sieg beim FSV als Profi mit Ambitionen und Geduld gleichermaßen vor. Natürlich traue er sich zu, schon am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den FC Augsburg dabei zu sein, allerdings gehe es bis dahin auch für ihn darum, sich dem Trainer „zu zeigen“. Da wird nicht nur ein Spielchen wie gegen den FSV, sondern jedes Training zur Bewerbung in eigener Sache. „Ich bin topfit“, sagte Medojevic, „das ist das Wichtigste.“ Soll heißen: Die Saisonvorbereitung beim VfL Wolfsburg hat er gut überstanden, er melde sich sofort und in bester Verfassung arbeitsbereit.

          Das ist eine gute Situation für die Eintracht, denn Hasebe und Lanig, die zuletzt nebeneinander im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kamen, meldeten sich zuletzt jeweils mit Knieproblemen ab. Hasebe musste sogar von seiner Länderspielreise mit der japanischen Nationalmannschaft vorzeitig nach Frankfurt zurückkehren. „Wir werden jetzt mal das Wochenende abwarten und dann weitersehen“, sagte Schaaf über die Perspektiven der beiden angeschlagenen Stammkräfte. Er wisse noch nicht, wer von den beiden gegen Augsburg wieder dabei sein kann.

          Dass Medojevic ein früher Einsatz offenbar zuzutrauen wäre, kommt ihm natürlich gelegen. Das lässt sich aber auch über die engagierte Leistung von Flum sagen, der den Eindruck machte, als stehe er bereit für die erste Elf gegen Augsburg. „Ich kann mich nur anbieten“, sagte Flum nach dem 1:0, „dass ich spielen will, ist ja klar.“ Und dann, in eigener Sache, aber auch im Namen aller Kollegen, die seine Position einnehmen könnten: „Ich nehme den Kampf an - aber jeder andere auch.“ Er dürfte in dieser Saison besonders anspruchsvoll werden.

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