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Eintracht Frankfurt : Frankfurt, Norderney, Freiburg

Ganz schön beweglich: Kempf (vorne links) beim Slalomlauf im Trainingslager Bild: Heiko Rhode

Die Eintracht Frankfurt in Bewegung: Verteidiger Kempf zieht es in den Breisgau, und Mittelfeldmann Flum schlägt Alarm: „Nur mit Jugendspielern können wir die Anforderungen nicht erfüllen.“

          3 Min.

          Von Freiburg nach Frankfurt, von Frankfurt nach Freiburg. Beides ist möglich. Johannes Flum hat vor einem Jahr den Weg aus dem Breisgau zur Eintracht gefunden, und nun schickt sich Marc-Oliver Kempf an, in den Süden zum Sportclub zu wechseln. Kempf, 19 Jahre alt und als Innenverteidiger mit einer feinen Technik ausgestattet, steht kurz davor, sich dem badischen Bundesligarivalen anzuschließen, mit dem es die Eintracht zum Saisonauftakt am 23. August zu tun haben wird. Derzeit befindet sich Kempf mit der Eintracht im ersten Sommertrainingslager auf Norderney, und gesichert ist auch, dass er gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Marc Stendera zur U-19-Europameisterschaft nach Ungarn fahren wird. Fraglich ist nur, ob er dies noch als Frankfurter oder schon als Freiburger tun wird.

          Kempf schweigt zu möglichem Wechsel

          „Man muss den Kader immer überprüfen und schauen, was machbar ist“, sagte Eintracht-Trainer Thomas Schaaf am Dienstag. „Es wird immer so sein, dass einer geht und einer kommt“, ergänzte er, ohne sich freilich konkret über die Zukunft von Kempf äußern zu wollen. Weil aber gerade Schaaf mit der Erfahrung von mehreren Jahrzehnten Bundesliga weiß, dass in dem schnelllebigen Profigeschäft vieles möglich ist, sagte er auch: „Ich will nichts ausschließen. Aber Marc-Oliver ist jetzt hier auf Norderney und trainiert mit uns. Wir vermelden keinen Abgang.“

          Das Interesse der Freiburger an Kempf nutzte Schaaf dazu, um einen Grundsatz seiner Personalpolitik hervorzuheben. „Ich sage bei keinem: Er geht. Ich sage aber auch nicht: Er bleibt. Und Zeitangaben mache ich auch nicht, denn wenn es die Konstellation hergibt, passiert doch etwas.“ Fünf Spiele nur hat Kempf in seiner bisherigen Bundesligalaufbahn für die Eintracht absolviert, drei davon von Anfang bis Ende. Zum Durchbruch aber hat es nicht gereicht. Die mannschaftsinterne Konkurrenz mit den etablierten Innenverteidigern Carlos Zambrano, Alexander Madlung, Bamba Anderson und Marco Russ war zu groß. Auch deshalb dürfte es den seit 2007 bei der Eintracht ausgebildeten Linksfuß zum Sportclub nach Freiburg ziehen. Angesprochen auf den wahrscheinlichen Orts- und Vereinswechsel, zog es Kempf am Dienstag bei strömendem Regen vor, nach dem Vormittagstraining zu schweigen und sich nicht zu äußern.

          Eintracht steht vor spannenden Wochen

          Sollte es zu dem Transfer kommen, könnte sich Kempf bei seinem aktuellen Mitspieler Johannes Flum wertvolle Tipps über die Badener geben lassen. Vor seinem Wechsel nach Frankfurt hatte Flum den Freiburgern zwölf Jahre lang die Treue gehalten. Ausgebildet in der dortigen Fußballschule, gehörte der mittlerweile 26 Jahre alte Mittelfeldspieler zu den Eckpfeilern des Sportclubs. Auch bei der Eintracht hat sich der für eine festgeschriebene Summe von 2,2 Millionen Euro verpflichtete Flum auf Anhieb durchgesetzt und es auf 26 Einsätze und drei Tore gebracht. Und wenn er sich nicht im Heimspiel gegen Mainz 05 (2:0) Anfang April schwerwiegend an der Schulter verletzt hätte, wären es mehr Begegnungen geworden. Die notwendige Operation hat Flum mittlerweile so weit überstanden, „dass ich bei den Grundlagen alles mitmachen kann. Heute habe ich schon beschwerdefrei Flugkopfbälle gemacht“, sagte er am Dienstag nach der Trainingseinheit auf dem Sportplatz „An der Mühle“. Gegen Ende der kommenden Woche, dann im zweiten Trainingslager in Donaueschingen, will Flum „voll einsteigen“.

          Verbal ist Flum schon auf Norderney voll eingestiegen. Am Dienstag hat er offensiv gesagt: „Wir haben einen Qualitätsverlust. Gut, dass wir keine Zusatzbelastung in der Europa League haben, denn die Bundesliga ist ein brutales Geschäft.“ Dass Sebastian Jung die Eintracht Richtung Wolfsburg verlassen hat, ist für Flum „ein brutaler Verlust. Nur mit Jugendspielern allein können wir die Anforderungen nicht erfüllen“, sagte er. „Sie sind alle sehr schmächtig und hauen sich rein. Aber die Bundesliga ist noch mal etwas anderes.“ Für den einen vielleicht eine Nummer zu groß, für den anderen aber die Bühne, sich vielleicht öfter als sonst zu zeigen – sei es in Frankfurt, sei es in Freiburg. Trainingslager mit der Eintracht auf Norderney, Europameisterschaft mit der U19 des Deutschen Fußball-Bundes in Ungarn – und dann? Marc-Oliver Kempf, der im vergangenen Sommer noch auf einem Wunschzettel der „alten Dame“ Juve aus Turin gestanden hat, steht vor spannenden Wochen. Die Eintracht auch.

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