https://www.faz.net/-gzn-yusl

Eintracht Frankfurt : Fahnder Daum in Not

Tormann: Wenn es darum geht, für Treffer zu sorgen, könnte Martin Fenin mal wieder in der ersten Reihe stehen. Bild: DPA

Tzavellas verletzt, die Stürmer Amanatidis und Gekas nicht fit: Trainer der Eintracht zu sein, ist vor dem Spiel in Hoffenheim eine Herausforderung.

          2 Min.

          Am Mittwochvormittag ist die Frankfurter Eintracht aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Zumindest wenn man den Experten am Zaun glauben will. „Die machen sich doch alle in die Hose“, sagte ein Zuschauer während des Trainings. Und sein Bekannter nickte. Christoph Daum will so etwas nicht hören, und er will es noch viel weniger kommentieren. „So ein Schwachsinn!“, sagte der Trainer. Aber natürlich ist sich auch er der Bedeutung der kommenden Wochen bewusst. Fünf Spiele bleiben ihm noch, um den Abstieg zu verhindern. Der Anfang soll am Samstag bei 1899 Hoffenheim gemacht werden, denn das Programm danach wird keinesfalls leichter. Es folgen Spiele zu Hause gegen Bayern München, in Mainz, gegen Köln und in Dortmund. „Jedes Spiel ist ein Endspiel für uns“, sagte Daum.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Endspiel worum? Folgt man Heribert Bruchhagen, dann kann es nur noch darum gehen, den VfB Stuttgart hinter sich zu lassen. Die oder wir – genau das ist die Rechnung des Eintracht-Vorstandsvorsitzenden. Einer von beiden Klubs wird seiner Meinung nach in zwei Relegationsspielen um den Klassenverbleib kämpfen müssen. Der andere sei gerettet. Daum lächelte, als er davon hörte. „Heribert ist ein sehr konservativer, solider Sportdirektor, der alle möglichen Dinge immer wieder durchrechnet“, sagte er. „Ich sage immer: Du verrechnest dich sowieso, egal, wie du rechnest. Also konzentriere dich von Spieltag auf Spieltag.“ Daum geht mit seinem Assistenten Roland Koch weiter voran, auch am Mittwoch schrien sie Motivationssprüche über den Rasen vor der Arena und versuchten Zuversicht auszustrahlen. „Eintracht Frankfurt bewegt sich im Team, Männer!“, rief Koch während der Aufwärmübungen. Es klang wie ein Befehl.

          Galgenhumor als Reaktion

          Dabei müssen sich Daum und Koch inzwischen mit den alltäglichen Problemen herumschlagen. Weil Georgios Tzavellas mit einem Teilriss des hinteren Kreuzbandes im linken Knie bis zum Saisonende ausfällt, fahndeten beide im Training nach einem neuen Mann für die Standardsituationen. Im Verborgenen. Niemand sollte sehen, was die Eintracht einstudierte, wer der neue Mann für die ruhenden Bälle sein wird, was sich Daum alles ausdenkt. Zu bedeutsam ist die Angelegenheit für ihn. Zum Beweis holte er die Statistiken von Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und der Champions League hervor. „Jedes fünfte Tor fällt in Zusammenhang mit einer Standardsituation“, sagte Daum. Drei Profis habe er bisher gefunden, denen er es als Ersatz für Tzavellas zutraue, vernünftige Freistöße und Eckbälle ins Zentrum zu zirkeln. „Die müssen jetzt bestimmte Dinge 15 000 Mal wiederholen, und dann haben sie es drauf.“ Übung macht den Meister – vor allem, wenn die Profikarriere schon etwas weiter fortschritten ist. „Je älter du bist, desto länger braucht es, bis sich irgendwas in die Nervenbahnen eingeschliffen hat“, sagte Daum.

          Einer der Abnehmer in vorderster Spitze wird in Hoffenheim vermutlich Martin Fenin sein. Der Tscheche ist so etwas wie die einzige verbliebene Hoffnung im Angriff. Theofanis Gekas, mit 16 Treffern erfolgreichster Stürmer in Frankfurt, musste die Nachmittagseinheit am Dienstag wegen einer Verhärtung auf der Oberschenkelrückseite abbrechen und konnte auch am Mittwoch nicht trainieren. Wann der Grieche auf den Platz zurückkehrt, ist fraglich, ebenso wie ein Einsatz gegen Hoffenheim. Gleiches gilt für Ioannis Amanatidis, den Probleme mit der Wade plagen. Daum gehen die Stürmer aus. Dabei ist die Eintracht mit 29 erzielten Toren schon jetzt die angriffsschwächste Mannschaft der Liga. Gekas und Amanatidis sind nicht die ersten Profis, bei denen Daums Training Spuren hinterlassen hat. Doch so will er das nicht gelten lassen: „Ich weiß nicht, woher Sie kommen. Haben Sie vorher nur Schwangerschaftsgymnastik beobachtet? Ich höre immer wieder, was wir Dolles machen. Das ist normales Training.“ Training, das länger dauert und härter ist als unter Vorgänger Michael Skibbe.

          Auf die schlechten Nachrichten reagierte Daum immerhin mit Galgenhumor. „Das Spiel wird nicht abgesagt, wenn Fanis nicht spielen kann.“ Und so wird sich am Samstag auf jeden Fall zeigen, ob die Serie weitergeht. Zwei Spiele betreute Daum die Eintracht, zwei Mal blieb er ohne Niederlage. Aber gewonnen hat der Verein unter ihm auch noch nichts.

          Weitere Themen

          Pornos drehen für den Master

          FAZ Plus Artikel: Studentin in Geldnot : Pornos drehen für den Master

          Luisa besucht eine Hochschule im Rhein-Main-Gebiet und verkauft Sexvideos, um ihr Studium zu finanzieren. Sie sagt, das fühle sich dreckig an. Doch der Geldmangel habe sie dazu getrieben, und andere Nebenjobs sind ihr zu zeitaufwendig.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und Generalsekretär Paul Ziemiak beim digitalen Parteitag der CDU am Freitagabend.

          CDU-Parteitag : Die Kanzlerin spart sich das Lob

          Zu Beginn des CDU-Parteitags gibt es viel Schulterklopfen für die scheidende Vorsitzende Kramp-Karrenbauer – nur Angela Merkel spricht lieber über ihre eigenen Leistungen. Und Markus Söder vom spannenden Aufstieg.
          Freundinnen: Luisa und Sophie wohnen zusammen in Frankfurt. Beide verdienen Geld mit Pornovideos, die sie selbst aufnehmen.

          Studentin in Geldnot : Pornos drehen für den Master

          Luisa besucht eine Hochschule im Rhein-Main-Gebiet und verkauft Sexvideos, um ihr Studium zu finanzieren. Sie sagt, das fühle sich dreckig an. Doch der Geldmangel habe sie dazu getrieben, und andere Nebenjobs sind ihr zu zeitaufwendig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.