https://www.faz.net/-gzn-8mxh3

Eintracht Frankfurt : Auf der Sonnenseite

  • -Aktualisiert am

Sol lucet omnibus: Die Sonne scheint für alle, das lateinische Sprichwort gilt derzeit vor allem für die Frankfurter. Bild: Jan Huebner

Vor dem Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln verzieht sich der letzte Schatten über der Frankfurter Eintracht: Denn Meier ist fit für das Stürmer-Duell mit Modeste.

          2 Min.

          Am Montag standen die Eintracht-Profis bei ihrer Arbeit auf der Sonnenseite, zumindest am Anfang der Trainingseinheit. Während einer der drei Plätze vor der WM-Arena bereits im Schatten lag, begannen der Frankfurter Torwarttrainer Manfred Petz und seine drei von Lukas Hradecky angeführten Schützlinge ihre Übungen auf dem neu präparierten Trainingsplatz, der um 14.45 Uhr noch viel Sonne abbekam. Gut eine Viertelstunde später kamen auch die 17 Feldspieler auf der Rasenfläche nebenan beim Rundendrehen in den Genuss der Sonnenstrahlen. Bei den Hessen herrscht eitel Sonnenschein, auch im Hinblick auf das bisher Erreichte in der Fußball-Bundesliga.

          Die 15 Punkte aus neun Spielen sind eine so stattliche Ausbeute, dass die Eintracht am kommenden Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit einem Sieg mit dem Tabellenvierten nach Punkten gleich ziehen könnte. Das Wort Spitzenspiel nahm Niko Kovac am Montag zwar nicht explizit in den Mund, aber der Trainer sagte: „Es wird ein sehr interessantes und schönes Spiel.“ Eines vor mit 51 500 Besuchern vollbesetzten Zuschauerrängen – zum ersten Mal in dieser Saison. Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann erwartet einen „ganz herausragenden, stimmungsvollen Fußballabend. Für mich ist es das schönste Fußball-Flair“, sagte er am Montag.

          „Es sieht gut aus mit seiner Fitness“

          Den angekündigten Fußball-Festtag will Alexander Meier nicht verpassen, der Stürmer drängt auf sein Comeback. Nach wohl überstandener Gesäßmuskelzerrung hätte der 33-Jährige am liebsten schon am Montag mit der Mannschaft trainiert, auf Empfehlung der sportlichen Leitung beließ er es dann aber beim Rundendrehen um den Platz vor dem eigentlichen Teamtraining. „Es sieht gut aus mit seiner Fitness“, sagte Kovac. „Er hat einen Test absolviert und wird am Dienstag das Training aufnehmen können.“ Die Kölner sind gewarnt, Meier müssen sie am meisten fürchten. Elfmal traf er bisher gegen den FC, so oft wie gegen keinen anderen Bundesliga-Klub. Im Hinspiel in der Vorsaison gelangen ihm sogar drei Tore vor eigenem Publikum, es war seine erste Partie nach fünf Monaten Verletzungspause.

          Damals gewann die Eintracht am vierten Spieltag 6:2, für sie war es ein unvergessliches Torfestival. „Es ist in den Kölner Köpfen drin, dass der Alex für sie immer eine Gefahr darstellt. Zu Hause trifft er in regelmäßigen Abständen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner, der am Montag beim Training vorbeischaute. Auch wenn Meier die Rheinländer hart traf, vor dem Rückspiel in Köln im Februar dieses Jahres erlaubte sich FC-Trainer Peter Stöger trotzdem einen Spaß. „Wir werden ein Foto von ihm in die Kabine hängen, damit jeder ihn erkennt“, sagte der Österreicher.

          Kovac zieht seinen Hut vor dem FC und Modeste

          Auf Anthony Modeste sollten an diesem Samstag die Frankfurter besonders achten. Von den 16 Kölner Saisontreffern erzielte er elf in neun Spielen. Der Franzose, der die Torschützenliste anführt, ist damit aktuell der erfolgreichste Torjäger der fünf großen europäischen Ligen. „Ich muss den Hut ziehen vor dem FC und Modeste“, sagte Kovac. „Es ist überragend gut, was er macht. Alles, was er anpackt, hat Hand und Fuß. Er trifft alles, was es zu treffen gibt.“ Wie der Trainer meinte Hübner, dass sich die Eintracht gegen Modeste etwas einfallen lassen müsse. „Er wird gefüttert von seinen Mitspielern. Wir müssen auch auf die Zubringer achten“, sagte der Sportdirektor. Meier gegen Modeste – auch das Duell der beiden Stürmer verspricht ein spannendes Aufeinandertreffen.

          „Zehn bis zwölf Punkte“ will Kovac mit der Eintracht, die am 10. November ein Testspiel gegen den FSV Frankfurt bestreiten wird, noch bis zur Winterpause holen. „Warum nicht einfordern, was die Mannschaft zu leisten imstande ist? Ihr traue ich es zu“, sagte Kovac. „Und mit 15 Punkten haben wir noch nichts erreicht, wir dürfen nicht aufhören.“ Sein Verteidiger Michael Hector stand am Montag nicht in der Sonne auf dem Trainingsplatz. Sein Flug in London fiel aus – wegen Nebels.

          Weitere Themen

          So weit, so gut

          Eintracht Frankfurt : So weit, so gut

          Die Eintracht unterliegt Straßburg, doch für Trainer Glasner ist das Ergebnis nur zweitrangig. Kostic ragt heraus, Hrustic rückt in den Vordergrund, Joveljic zieht es weg.

          Der Neue ist ein bisschen wie Haaland

          Borussia Dortmund : Der Neue ist ein bisschen wie Haaland

          Nach dem Abgang von Jadon Sancho sucht Borussia Dortmund Ersatz und wird in den Niederlanden fündig. Der 30-Millionen-Euro-Mann Donyell Malen passt ideal zur neuen Spielweise unter Marco Rose.

          Topmeldungen

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

          Chinas Weg zur Weltmacht : „Der Osten steigt auf, der Westen steigt ab“

          Die größte Armee, die meisten Supercomputer: China drängt auf einen Platz an der Sonne und will zur Supermacht werden – doch viele fürchten sich vor dem mächtigen Aufsteiger. Für wen wird das am Ende gefährlich?

          Surfen bei Olympia : Das besondere Happy End des Owen Wright

          Italo Ferreira gewinnt die olympische Premiere des Surfens. Im Fokus steht aber Owen Wright, der vor sechs Jahren um sein Leben kämpfen musste. Sein Leidensweg findet nun in der „Badewanne“ ein Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.