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Eintracht Frankfurt : Eine junge Rivalität

Zuletzt ging es hoch her: Clark und Szalai. Am Ende hieß es 3:3. Bild: Wonge Bergmann

Die Frage nach dem Schwergewicht hat sich lange nicht gestellt. Aktuell steht Mainz sportlich vor Frankfurt. Eckpunkte einer Nachbarschaftsgeschichte.

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          Vor einigen Wochen war die Frankfurter Eintracht gerade zu einem Auswärtsspiel unterwegs, als auf den Fernsehgeräten im Bus ein Tor aus Mainz gemeldet wurde. Stille kehrte ein im Eintracht-Kader. Sollten die Rivalen aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt einen weiteren Sieg in ihrer Erfolgsserie von zuvor sieben Siegen zum Auftakt der Bundesligasaison errungen haben? Die Stille wurde abgelöst von unbändigem Jubel. Der HSV hatte getroffen, die Serie der Überraschungsmannschaft der laufenden Spielzeit war beendet. Sehr zur Freude der Frankfurter Spieler, die den Mainzer Aufschwung etwas irritiert verfolgten. Die Geschichte vermittelt einen Eindruck vom Zustand einer noch jungen Rivalität zwischen den beiden Mannschaften, die an diesem Samstag im Nachbarschaftsduell den inoffiziellen Rhein-Main-Meister ermitteln. Die Eintracht ist derzeit in der ungewohnten Rolle des sportlichen Verfolgers, der argwöhnisch zum Tabellenzweiten schielt.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ralf Weitbrecht

          Lange Zeit war das ganz anders. Noch vor 15 Jahren durften die Frankfurter die Mainzer belächeln. „Wenn die damals gegen uns ein Freundschaftsspiel bestreiten wollten, haben wir die Mainzer auf dem Nebenplatz empfangen, und keiner wollte das Spiel sehen“, erinnert sich die Eintracht-Legende Karl-Heinz Körbel an die Zeit, als er im Januar 1996 als Trainer auf die Rheinhessen traf. Auf dem Feld musste der Bundesligarekordspieler gegen den kleinen Nachbarn freilich eine 1:4-Niederlage hinnehmen.

          Das zarte Pflänzchen Rivalität

          Erst in den folgenden Jahren kam es nach dem Abstieg der Eintracht in die Zweite Bundesliga zu Duellen zwischen den beiden Klubs. Und seither ist das zarte Pflänzchen Rivalität gewachsen, allerdings ganz langsam. Das mag auch daran liegen, dass Unentschieden das häufigste Resultat waren. Zehn von 14 Begegnungen endeten ohne Sieger, dreimal ist kein Tor gefallen. Dank drei Heimsiegen führt die Eintracht in der Gesamtbilanz, Mainz hat lediglich zu Zweitligazeiten einmal am Bruchweg 3:2 gewonnen. Die Frankfurter sind – mal abgesehen vom Sonderfall St. Pauli – der einzige Gegner, den die Rheinhessen in der Bundesliga noch nicht besiegt haben. Die Erstligabilanz spricht bei einem Sieg und fünf Unentschieden knapp für die Eintracht.

          Dieser eine Sieg gelang im Spiel mit der bislang größten Brisanz – vor allem nach dem Abpfiff: Im Vorjahr streckte der Mainzer Stürmer Aristide Bancé mehrfach seinen Mittelfinger in Richtung seines Gegenspielers Maik Franz. Der Eintracht-Innenverteidiger soll den Afrikaner zuvor verbal provoziert haben. Bei einem Friedensgipfel wenige Tage nach dem Duell reichten sich die Streithähne die Hände, Franz wurde freigesprochen, Bancé entging einer Spielsperre und kam mit einer Geldstrafe davon. Ein Jahr später sind beide nicht mit von der Partie. Bancé ist im Sommer nach Dubai gewechselt und schießt nun seine Tore für Al-Ahly. Franz fällt am Samstag verletzt aus. Somit fehlt der Begegnung ein weiterer Faktor, der aus einem normalen Bundesligaduell eine besondere Partie machen könnte.

          „Wir schauen nach den Spielen nicht zuerst auf die Ergebnisse der Eintracht“

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