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Eintracht Frankfurt : Ein Duo macht Hoffnung

Harmonierendes Duo: André Silva und Bas Dost Bild: dpa

Im Pokal erfüllt die Eintracht ihre Pflichtaufgabe. Dass sie sich auf ein harmonierendes Angriffsduo verlassen kann, stimmt hoffnungsvoll. In der Bundesliga warten komplexere Aufgaben - auch jenseits des Spielfeldes.

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          Es ist ein Hauch von Normalität. 6500 Zuschauer dürfen am kommenden Samstag live in der Frankfurter Arena dabei sein, wenn die Eintracht in die neue Bundesligasaison startet. Hinter den Kulissen hat der Verein mächtig darum gekämpft, dass endlich wieder Publikum zugelassen wird. Zwar hatte Vorstand Axel Hellmann im Dialog mit den Gesundheitsbehörden gehofft, dass es sogar 11.000 Fans sein dürfen. Doch die Schritte zurück in den Fußball-Alltag sind nicht einfach.

          Die teilweise Rückkehr von Zuschauern wird nicht nur für Freude, sondern auch für Frust und Verstimmung sorgen. Längst nicht alle Wünsche der knapp 31.000 Dauerkarteninhaber können befriedigt werden. Die Frankfurter Lösung sieht vor: Wer einen Zuschlag für die ersten beiden Heimspiele gegen Bielefeld und Hoffenheim erhält, muss anschließend draußen bleiben. Das ist, angesichts der Lage, die sich der Eintracht in Corona-Zeiten bietet, eine vernünftige Entscheidung.

          Sie wird aber nicht dazu beitragen, dass es dem Klub nun vom kommenden Wochenende an spürbar besser geht. Sicherlich: Etwas lautstarke Unterstützung von den Rängen mag gerade der Eintracht sportlich guttun. Wirtschaftlich bleibt die Lage weiter angespannt. Sportvorstand Fredi Bobic bestätigte am Wochenende die zuvor von seinem Finanzkollegen Oliver Frankenbach aufgemachte Rechnung, wonach mit einem Umsatzeinbruch von bis zu 75 Millionen Euro gerechnet werden muss, was ein Riesenloch reißen würde. Für einen Mittelklasseklub wie die Eintracht, die sich in den vergangenen Jahren auf konstantem Wachstumskurs befand, ist das kaum zu kompensieren. Ideenreichtum und Fingerspitzengefühl sind gefragt, auch bei der Frage, die die Liga umtreibt, wie zukünftig mehr und mehr Zuschauer in die Stadien gelassen werden dürfen.

          Die Mannschaft hat in dieser Lage das rechte Signal zur rechten Zeit gesetzt. In ihrem Lieblingswettbewerb DFB-Pokal ist sie nicht wie einst vor zwei Jahren in Ulm gleich schon in der ersten Runde ausgeschieden. Der knappe, aber verdiente Sieg von München darf freilich nicht überbewertet werden. Die Elf von Trainer Adi Hütter hat lediglich eine Pflichtaufgabe erfüllt. Dass sie sich dabei auf das phasenweise gut harmonierende Angriffsduo André Silva und Bas Dost verlassen konnte, ist immerhin ein hoffnungsvolles Signal. Spätestens jetzt ist aber auch der Zeitpunkt gekommen, an dem der Portugiese und der Niederländer gemeinsame Sache machen müssen.

          In der vergangenen Saison hat das Duo viele Wünsche offengelassen und Erwartungen enttäuscht. In der neuen Spielzeit muss das besser werden. Vielleicht hilft dabei auch die zarte Rückkehr von Publikum.

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