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Früheres SS-Mitglied : Eintracht-Ehrenpräsident Gramlich wird Titel entzogen

Eintracht Frankfurts früherer Präsident Rudolf Gramlich (rechts) sitzt im Juni 1959 im Flugzeug neben dem damaligen Frankfurter Trainer Paul Oßwald. Bild: Picture-Alliance

Eintracht Frankfurt entzieht seinem früheren Präsidenten den Titel des Ehrenvorsitzenden. Als Grund für den Schritt führt der Klub unter anderem die Vergangenheit Gramlichs als Mitglied der Waffen-SS an.

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          Eintracht Frankfurt erkennt seinem früheren Präsidenten Rudolf Gramlich die Ehren-Präsidentschaft ab. Ein Bericht der „Bild“-Zeitung vom Donnerstagabend entspricht nach Informationen der F.A.Z. den Tatsachen. Diesen Entschluss von Ehrenrat, Verwaltungsrat und Präsidium soll Präsident Peter Fischer bei der Mitgliederversammlung an diesem Sonntag verkünden.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Fischer hatte der F.A.Z. im vergangenen Jahr zu erkennen gegeben, dass es zu einer Entehrung kommen werde, wollte aber einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht vorbeugen. Gramlich war von 1955 bis 1970 Präsident der Eintracht. Als bekannt wurde, dass er Mitglied der Waffen-SS war, beauftragte die Eintracht das Fritz-Bauer-Institut mit einer Untersuchung. Das Ergebnis: Gramlich diente im 8. SS-Totenkopfregiment des Hitler-Regimes. Zudem hatte seine Lederfirma zuvor jüdischen Kaufleuten gehört, die von den Nazis deportiert und umgebracht wurden.

          Neben Fischer hatte auch Eintracht-Vizepräsident Stefan Minden die Bedeutung einer wissenschaftlichen Klärung hervorgehoben: „Das gehört zum Thema der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit. Das kann sich nicht nur auf das Verlegen von Stolpersteinen oder die Ehrung ehemaliger jüdischer Mitglieder beschränken.“

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