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Die Eintracht improvisiert : „Baku immer im Kopf“

  • -Aktualisiert am

Angeschlagen: Ante Rebic plagt sein Knie, der Schiedsrichter leidet mit. Bild: EPA

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner hält den Traum vom Finale in der Europa League für „legitim“. Ante Rebic reist nach Belgrad, um sein Knie behandeln zu lassen.

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          Bei Ante Rebic geht Eintracht Frankfurt gewiss kein Risiko ein. Von viel zu großer Bedeutung ist der Stellenwert des Stürmers für das weitere Gelingen dieser Saison. Am wichtigsten ist dem Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga, dass der kroatische Nationalspieler nicht über einen längeren Zeitraum ausfällt. Deshalb ließen die Hessen den am Knie verletzten Rebic für fünf Tage zu seiner medizinischen Vertrauensperson nach Belgrad fliegen. Das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League in Frankfurt gegen Inter Mailand wird der Angreifer nur aus der Ferne verfolgen können. Hoffnung für einen Einsatz von Rebic im Rückspiel in Mailand am 14. März besteht zwar noch. „Aber auch das wird eng“ – so schätzte Sportdirektor Bruno Hübner am Dienstag die Situation ein. Rebic und sein guter Freund, der Inter-Star Ivan Perisic, könnten ihre Kräfte dann nicht im Duell gegeneinander auf dem Platz messen.

          Nachdem sich Rebic am vergangenen Samstag beim 3:2 über Hoffenheim in der ersten Halbzeit das Knie verdreht hatte, sei „keine Besserung eingetreten“, sagte Hübner. „Es ist nichts Gravierendes, alle Bänder sind stabil. Aber es ist ein bisschen Flüssigkeit im rechten Gelenk, das muss jetzt raus.“ Trotz „optimaler Betreuung“ in Frankfurt soll Rebic in Belgrad auch die Gelegenheit erhalten, „den Kopf freizubekommen, außerdem wird er spezielle Übungen machen“, teilte Hübner mit. Schon vor dem Pokalsieg im vergangenen Jahr hatte sich Rebic in die medizinische Obhut seiner Vertrauensperson begeben. Die guten Erfahrungen bestärkten die Eintracht darin, dem Wunsch von Rebic nach einer zusätzlichen Behandlung abermals nachzukommen. Die Eintracht ohne den Kroaten, der in der Bundesliga bisher achtmal und in der Europa League einmal traf?

          „Wenn er ausfällt, fehlt uns etwas“, sagte der Sportdirektor. „Durch seine Schnelligkeit und seine kämpferische Präsenz geht immer ein Ruck durch die Zuschauer.“ Aber eines hat die Saison eins nach dem Pokalsieg schon gezeigt: Die Frankfurter, die bald 48.000 Zuschauer in der WM-Arena erwarten, sind heute in der komfortablen Lage, den Ausfall eines wichtigen Spielers sportlich wegzustecken. „Wir kompensieren Verletzungen viel besser als in der Vergangenheit“, sagte Hübner. „Es ist gut, einen breiten Kader mit solchen Alternativen zu haben.“ Anstelle von Rebic wird Luka Jovic gegen Mailand von Anfang an auf Torejagd gehen. Der treffsichere Serbe, der mit 21 Toren – sechs davon gelangen ihm auf europäischer Ebene – in der Statistik eine exponierte Stellung einnimmt. Und mit dem Portugiesen Goncalo Paciencia hat sich Cheftrainer Adi Hütter an vorderster Stelle unlängst ein weiterer Stürmer von der Bank aus aufgedrängt. Paciencia habe sich „extrem angeboten“, findet Hübner und blickte mit großer Freude auf den 3:2-Siegtreffer des Einwechselspielers gegen Hoffenheim zurück.

          Inter Mailand: Eine europäische Topadresse?

          Schaut der Sportdirektor nach vorne, wird ihm vor dem vorläufigen Saison-Highlight nicht bange. „Wenn wir an unsere Leistungsgrenze herankommen, können wir mit einer europäischen Spitzenmannschaft gut mithalten.“ Für Hübner ist Inter Mailand „einfach eine Hausnummer in Europa“. Eine europäische Topadresse, die in ihrer Wertigkeit noch einmal höher als der Frankfurter Gegner in der zurückliegenden Runde, Schachtar Donezk, einzuordnen ist. Was „die Strahlkraft“ der Partie gegen Mailand angeht, sei das „etwas ganz Neues, etwas ganz Besonderes“, sagte Hübner und sprach von einer „Wucht“, die das Aufeinandertreffen mit sich bringe.

          So haben sich laut der Eintracht 250 Journalisten akkreditiert. Auch Fernsehsender aus Belgien und Holland hätten ihr Kommen angekündigt, berichtete Hübner. Das Kartenkontingent von 2600 ist von den italienischen Anhängern vollständig abgerufen worden. Die Eintracht wird eine Woche später in Mailand von mindestens 13.500 Fans begleitet werden. Im Hinspiel, wünscht sich Hübner, soll die Eintracht solch ein Ergebnis erzielen, „dass das Rückspiel für Inter zu einer Herkulesaufgabe“ werde. Auf die Posse um Mailands Stürmerstar Mauro Icardi – Hauptstreitpunkt ist wohl die Vertragsverlängerung mit dem Argentinier – reagierte der Frankfurter Sportdirektor mit Humor. „Die können ruhig noch ein bisschen Unruhe haben. Es wäre schön, wenn die Ungereimtheiten und das Störfeuer noch zehn Tage anhalten würden.“

          Bei der Eintracht stört nur der Schimmel in der Mannschaftskabine empfindlich, der einen Umzug in die Spieltagskabine notwendig machte. „Es ist Unruhe da, aber wir lassen sie uns nicht anmerken“, sagte Hübner. „Wir versuchen hier auf hohem Niveau zu improvisieren, müssen uns aber immer mit Rückschlägen auseinandersetzen.“ An der Vorwärtsstrategie der Eintracht soll sich nichts ändern. „Es ist ein Märchen“, fasste der Sportdirektor die bisherige sportliche Reise der Eintracht durch Europa zusammen. „Wir wollen es weiterschreiben.“ Das Endspiel der Europa League wird am 29. Mai in Baku in Aserbaidschan stattfinden. „Es ist legitim in dieser Phase, dass du Baku immer im Kopf hast“, sagte Hübner. „Es wäre Wahnsinn, noch einmal einen Titel zu holen.“ Er kündigte an, „uns da durcharbeiten“ zu wollen.

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