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Eintracht Frankfurt : „Das geht alles glatt“

  • -Aktualisiert am

Linksverteidiger Georgios Tzavellas ist zwar noch leicht angeschlagen, dürfte in Aachen aber dabei sein. Bild: Wonge Bergmann

Aachen? Da war doch mal was. Die Eintracht spielt im Pokal an einer ganz besonderen Stätte. Trainer Skibbe erwartet keinen Spielausfall.

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          Freiwillige vor! Am Dienstagmorgen haben drei Dutzend Anhänger der Aachener Alemannia einen großen Gefallen getan. Sie halfen mit Besen, Schaufeln und umfunktionierten Laubbläsern tatkräftig mit, dass der Schnee von den Tribünen des Tivoli-Stadions verschwand. Jedenfalls vorläufig. Denn für die Nacht auf diesen Mittwoch hatte der Wetterdienst eine weitere Kaltfront und neue ergiebige Niederschläge über dem Westen Nordrhein-Westfalens angekündigt. Doch die Partie im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen die Frankfurter Eintracht an diesem Abend „soll unter allen Umständen stattfinden“, wie ein Klubsprecher auf Anfrage dieser Zeitung sagte: „Wir machen das Menschenmögliche, dass Schiedsrichter Michael Weiner die Partie pünktlich anpfeifen kann.“ Laut Plan soll es um 20.30 Uhr losgehen.

          Die Eintracht fühlt sich ungeachtet der widrigen Witterungsumstände für das letzte Pflichtspiel des Jahres sportlich gewappnet. „Wir haben die Chance, unter die letzten Acht zu kommen, und da werden wir noch einmal alle Kräfte in die Waagschale werfen“, sagte Michael Skibbe vor der Abreise. Mit einer Spielabsage rechnete er nicht: „Aachen hat ein neues Stadion. Top ausgestattet und auf Bundesliganiveau“, meinte der Fünfundvierzigjährige, „ich gehe davon aus, dass das alles glatt geht.“ Nach Abschluss der erfolgreichsten Bundesliga-Hinrunde seit 17 Jahren und dem 1:0-Heimsieg über Herbstmeister Dortmund verlangt der Trainer einen „Fight über neunzig oder hundertzwanzig Minuten“ gegen den Zehnten der Zweiten Bundesliga. „Aachen hat einen sicheren Tabellenplatz und im Pokal zuvor völlig verdient gegen Mainz gewonnen. Wir sind gewarnt“, sagte Skibbe.

          „Wenn der Gegner mitspielt und offener agiert, tun wir uns leichter“

          Erst im September 2009 standen sich seine Elf und die Alemannia im Pokal gegenüber; beim spektakulären 6:4-Erfolg hatten die Frankfurter zu Hause in der zweiten Runde das bessere Ende für sich. Eintracht-Kapitän Patrick Ochs erwartet „ein hartes Stück Arbeit“ gegen die Aachener, bei denen mit Juvhel Tsoumou ein in Frankfurt noch gut bekanntes Gesicht mitspielt. Das 19 Jahre alte Sturmtalent wechselte im Sommer in die Stadt an der belgischen Grenze, wo es für ihn als Einwechselspieler allerdings noch nicht wirklich rund läuft.

          „Wenn der Gegner mitspielt und offener agiert, tun wir uns leichter“, sagte Ochs mit Blick auf jüngste Erfolge gegen den BVB oder Mainz. Der Rechtsaußen will unbedingt mit einem weiteren Glücksgefühl in die Winterpause gehen: „Dann können wir ein schönes Weihnachten feiern.“ Weil Marco Russ, Maik Franz und Chris nach wie vor verletzt fehlen, wird wohl abermals Pirmin Schwegler in der Frankfurter Viererkette aushelfen. Angeschlagen, aber einsatzbereit sind Georgios Tzavellas (Kapselverletzung) und Benjamin Köhler (Magen-Darm-Virus). Der griechische Linksverteidiger trat im Training kürzer, um das lädierte Sprunggelenk nicht zu sehr zu belasten; Mittelfeld-Dauerläufer Köhler erhielt Infusionen und absolvierte am Dienstagnachmittag schon wieder Laufeinheiten.

          Ein „heißer Tanz“ für die Eintracht?

          Spiele in Aachen haben für die Eintracht in der jüngeren Vergangenheit Symbolcharakter. Dort begann am 9. August 2004 im Anschluss an den dritten Abstieg aus der Bundesliga nach 1996 und 2001 der Weg der Eintracht zurück nach oben. Friedhelm Funkel hatte seinerzeit Willi Reimann als Trainer abgelöst und gemeinsam mit Vorstandschef Heribert Bruchhagen begonnen, eine Mannschaft aufzubauen. Die „neue Eintracht“ hatte ihre Feuertaufe auf dem Tivoli zu bestehen. Ochs bestritt sein erstes Pflichtspiel im Seniorenbereich, ihn hatten sie zuvor von den Amateuren des FC Bayern zurückgeholt. Köhler, von Rot-Weiß Essen als Stürmer gekommen, und Alexander Meier, vom FC St. Pauli verpflichtet, standen ebenso in der Anfangsformation – wie möglicherweise auch an diesem Abend. Das Führungstor zum 1:0 für die Eintracht bereitete Ochs vor, Meier traf. Beim Abpfiff stand ein 1:1, was den ersten von am Ende 61 Punkten brachte, die im Sommer 2005 zum Wiederaufstieg in die erste Liga reichten. Chris, der diesmal wegen einer Nervenentzündung passen muss, fehlte vor sechs Jahren in Aachen ebenfalls wegen Rückenschmerzen. Marco Russ erkämpfte sich im Laufe der Runde einen Stammplatz im Team, den er seitdem nicht mehr hergegeben hat. Bruchhagen bezeichnet jene Akteure, die ehedem schon das Eintracht-Trikot trugen, gerne als die „Keimzelle“ des aktuellen Teams: „Es ist diese Kontinuität, die uns geholfen hat, uns in der Bundesliga zu etablieren.“

          Für die Aachener stürmte Erik Meijer, der inzwischen bei der Alemannia als Manager tätig ist. Er verspricht den Hessen einen „heißen Tanz“ – trotz der Kälte. Die Aachener Spieler seien spiel- und kampfstark genug, um für eine weitere Überraschung in diesem Wettbewerb zu sorgen. „Einen kürzeren Weg zu Ruhm und Ehre gibt es nicht“, sagte Meijer. Für die passende Kulisse bei der „Mission Viertelfinale“ ist gesorgt. Erst zum zweiten Mal seit der Eröffnung vor anderthalb Jahren wird der modernisierte Tivoli mit 32 160 Zuschauern ausverkauft sein.

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