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Eintracht Frankfurt : Das Eintracht-Gefühl macht sich breit

Die Eintracht bedankt sich bei ihren Fans Bild: F.A.Z. - Wonge Bergmann

Die Frankfurter Eintracht blickt auf ein „tolles Jahr 2006“ zurück. Nun hat auch der Ausrüster Jako die Kooperation mit dem Klub vorzeitig bis 2009 verlängert.

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          Im DFB-Pokal schon wieder bis ins Viertelfinale vorgestoßen, in der Bundesliga auf Rang zehn festgesetzt, im Uefa-Pokal neue Freunde und Sympathien gewonnen: Die Frankfurter Eintracht kann fürwahr auf ein „tolles Jahr 2006“ zurückblicken, wie es Vorstandschef Heribert Bruchhagen am Tag nach dem 3:1-Pokalerfolg gegen den 1. FC Köln getan hat. „Wir alle sind hochbeglückt und erfreut. Wir haben in der Frankfurter Gesellschaft ein Eintracht-Gefühl entwickelt, das allen guttut.“

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          So gut, daß eine nie zur Diskussion stehende Partnerschaft fortgeführt wird. Ausrüster Jako, scheinbar angetan vom sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg der erstklassigen Eintracht, hat die bestehende Kooperation mit dem Fußball-Profiklub vorzeitig um weitere zwei Jahre bis 2009 verlängert. „Es gab eine Vielzahl von Bewerbern“, sagte Bruchhagen in seiner als Jahresbilanz gehaltenen vorweihnachtlichen Botschaft vor der Frankfurter Sportpresse. „Aber wir haben nicht vergessen, wer unser Partner war, als es uns schlechter ging.“

          Die Eintracht sieht sich voll auf Kurs

          Auch diese Zeiten, geprägt von finanziellen Ängsten und sportlichen Abstiegen, hat es vor gar nicht allzu langer Zeit gegeben. Doch sie sind Geschichte. Die Eintracht sieht sich voll auf Kurs, hat im Sommer durch Glück und Können in gleich drei Wettbewerben Fahrt aufgenommen und fast überall für neue Bestmarken gesorgt. Trotzdem warnte Bruchhagen energisch davor, „die Latte jetzt höher legen zu wollen. Wir wollen uns in den nächsten zwei, drei Jahren in der Bundesliga etablieren. Nichts anderes wird von uns aufgerufen, denn nur so kommen wir von der Stelle.“

          Daß die Eintracht „von der Stelle“ gekommen ist, ist ein Gemeinschaftswerk vieler. Vor allem Cheftrainer Friedhelm Funkel ist es im Verbund mit seinem Assistenten Armin Reutershahn sowie Torwarttrainer Andreas Menger gelungen, ein angenehmes Betriebsklima innerhalb der Mannschaft zu schaffen. Wie nicht anders zu erwarten, nutzte Funkel auch den Achtelfinalsieg gegen Köln, um sich bei seinen Spielern für ein „großartiges Jahr“ zu bedanken.

          Auch kurz vor Weihnachten hatte Funkel Fingerspitzengefühl bewiesen und mit Kapitän Jermaine Jones einem verdienten Rückkehrer eine öffentliche Bühne geboten. Schon der Brasilianer Chris, der sich am Aachener Tivoli spielend zurückmeldete, bekam das Gefühl vermittelt, Teil der Eintracht zu sein. Jones, der gut acht Monate auf den Moment der Einwechslung hingearbeitet hatte, sagte in der ihm eigenen sprachlichen Diktion: „Es ist schon sehr geil, wenn die Leute auf einen warten. Vor lauter Aufregung bin ich schon in der Halbzeitpause mehrmals auf Toilette gewesen.“

          „Unsere Zielsetzung für 2007 heißt Teambildung“

          Grandios ist es zwar nicht gewesen, was die Eintracht ihrer zahlenden Kundschaft zum Jahresausklang geboten hat. Doch die 50.700 zum Großteil mit der Eintracht sympathisierenden Fans dürften mit dem dargebotenen Halbjahreswerk zufrieden sein. Funkel ist es auf jeden Fall. Bruchhagen auch, der die Parole ausgab: „Unsere Zielsetzung und unser Reizwort für 2007 heißt Teambildung.“

          Mitglied dieses Teams, seit sechs Jahren schon, ist das für die Finanzen der Eintracht Frankfurt Fußball AG zuständige Vorstandsmitglied Thomas Pröckl. Der Herr der Zahlen, der sich gern im Hintergrund hält, nutzte am Tag nach der Fortsetzung der DFB-Pokalgeschichte die Möglichkeit, ein paar Daten zu präsentieren. 600.000 Menschen, so viele wie noch nie zuvor in Frankfurt, haben demnach vom Sommer an bis jetzt die Eintracht in drei Wettbewerben spielen gesehen. „Das entspricht einer Auslastung der Commerzbank-Arena von neunzig Prozent.“ Der Umsatz der AG, im Krisenjahr 2002 bei 30 Millionen Euro liegend, habe sich 2006 demnach verdoppelt. „Und in diesem Dezember haben wir allein mit dem Verkauf von Fanartikeln 300.000 Euro umgesetzt. Das ist soviel wie in der gesamten damaligen Zweitligasaison“, so Pröckl. Die Eintracht im WM-Jahr 2006 - eine einzige Erfolgsstory?

          Spieler und Trainer haben jetzt Urlaub bis zum 3. Januar und werden in alle Himmelsrichtungen aufbrechen, um sich zu erholen und auf andere Gedanken zu kommen. Herbert Becker, der Aufsichtsratschef, bleibt zu Hause. Trotzdem wünscht er sich was für das kommende Jahr. Kurz und prägnant sagte der am 4. Januar 70 Jahre alt werdende Fahrensmann der Eintracht: „Eine Klasse höher als Kickers Offenbach, nicht absteigen, vierzig Punkte holen, Platz zehn belegen, vor Mainz stehen.“ Realistische Ziele, die mehr als greifbar sind.

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