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Eintracht Frankfurt : Das Duell der Torjäger

  • -Aktualisiert am

Einer, der es kann: Meier trifft besonders gern gegen Köln. Bild: AFP

Meier gegen Modeste, Frankfurt gegen Köln: Das Bundesliga-Topspiel ist auch der Vergleich der beiden erfolgreichsten und verlässlichsten Schützen.

          3 Min.

          Meier gegen Modeste! Es bietet sich an, das Bundesligaspiel der Frankfurter Eintracht gegen den 1. FC Köln auf ein Duell der Torjäger zu destillieren. Aber der Vergleich der Mittelstürmer lässt nur wenige Rückschlüsse auf die Erfolgschancen der Mannschaften zu. Denn während die eine Überraschungsmannschaft der Saison von ihrem Torjäger abzuhängen scheint, hat sich die andere von ihrem Star emanzipiert.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Es steht noch nicht einmal fest, ob Eintracht-Trainer Niko Kovac seinen Mannschaftskapitän Alexander Meier in die Startelf beruft. „Mal schauen“, sagte der 45 Jahre alte Kroate am Freitag, obwohl der 33 Jahre alte Norddeutsche nach überstandener Gesäßmuskelzerrung wieder fit ist. Bis vor kurzem war es eine Selbstverständlichkeit, dass Meier spielte, sobald er sich auf den Platz schleppen konnte. Der Schlaks war in den dunklen Eintracht-Tagen des Abstiegskampfes mit seinen Toren nichts weniger als die Lebensversicherung. Dass er nun Teil des Frankfurter Rotationsprinzips geworden ist, spricht für die allgemeine Leistungssteigerung der Mannschaft.

          Die halbe Miete

          Aber einen kleinen Hinweis gab Kovac dann doch: „Alex ist gesund. Er brennt auf seinen Einsatz. Ich kenne auch die Historie der letzten Jahre. Das macht die Sache ja interessant“, merkte der Trainer an. Die Historie besteht darin, dass Meier in der vergangenen Saison nach fünfmonatiger Verletzungspause ins Team zurückkehrte und drei Treffer zum 6:2 über die Kölner beitrug. Überhaupt ist der FC Meiers Lieblingsgegner. In den letzten vier Begegnungen traf er insgesamt achtmal. Meier ist bisher nicht als Sensibelchen aufgefallen, aber die guten Erfahrungen der Vergangenheit werden ihn sicher in eine gute Stimmung versetzen, was ein kleines Zusatzargument für seine Nominierung darstellt.

          So wichtig Meier in der Vergangenheit für die Eintracht war, an die Bedeutsamkeit Modestes für den Erfolg der Kölner in dieser Saison reicht er nicht heran. Der 28 Jahre alte Franzose hat an den neun Spieltagen elf der 16 Tore des FC geschossen, kein Spieler der fünf großen europäischen Ligen kann eine bessere Bilanz aufweisen. „Kann man sagen, dass es schon die Hälfte der Miete ist, wenn Modeste ausgeschaltet wird?“, wurde Kovac am Freitag gefragt. Seine Antwort: „Nach der Statistik ist es sogar mehr als die Hälfte der Miete.“ Genau 68,75 Prozent. Aber dann wurde Kovac ernst: „Es wird nicht damit getan sein, Modeste auszuschalten, da gibt es noch zehn weitere starke Kölner, und viele können Tore schießen.“

          Ohne Treffer hat Meier wenige gute Szenen

          Schon in seiner ersten Saison in Köln überzeugte der französische Mittelstürmer. 15 Bundesligatore gelangen ihm in 34 Partien, schon das waren 39,5 Prozent der Kölner Treffer. Eine Quote, um die in den vergangenen vier Spielzeiten auch Meier bei der Eintracht pendelte. Er erzielte in den Begegnungen, in denen er mitspielte, zwischen 34 und 44 Prozent der Eintracht-Treffer. „Was Alex Meier für Frankfurt ist, ist Tony Modeste ähnlich für uns. Er ist eine Maschine in der Box, braucht auch unglaublich wenige Chancen für ein Tor.“ Damit nennt der Kölner Linksverteidiger Konstantin Rausch die überragenden Fähigkeiten der beiden Mittelstürmer. Bei Modeste kommen noch eine gewisse Dynamik und Schnelligkeit hinzu, die ihn auch außerhalb des Strafraums zu einem gefährlichen Angreifer machen.

          Meier hat nicht das Privileg, einem Gegenspieler weglaufen zu können. Er muss sich einen Vorsprung verschaffen, indem er besser antizipiert, intelligent spekuliert und dadurch früher losläuft als die Gegner. Das funktioniert im Getümmel, das im Strafraum herrscht, leichter als bei den überschaubareren Situationen außerhalb des Sechzehners. Trifft Meier nicht, dann fallen die Kritiken gegen ihn besonders hart aus, weil er ansonsten wenige Szenen hat, in denen er glänzen kann - wenn er denn überhaupt an den Ball kommt. Damit hat Meier zu leben gelernt, sein stoisches Gemüt hilft ihm dabei, die Aufgeregtheiten des Bundesliga-Geschäfts zu ertragen und den sportlichen Erfolg oder Misserfolg gesund einschätzen zu können. Dass er nicht mehr automatisch gesetzt ist, wenn er fit ist, verkraftet sein Ego ohne Mühe.

          „Wir müssen viele gute Entscheidungen treffen“

          Modeste war zumindest in der vergangenen Spielzeit noch nicht so weit. Nach einem sehr guten Lauf verlor der Franzose ein wenig den Faden, haderte mit sich und seiner Umgebung. Dass Modeste seinen Lauf in dieser Saison bis jetzt durchziehen kann, erklärt sein Trainer Stöger damit: „Er ist konsequent in seiner Arbeit und hat viel selbst dazu beigetragen, indem er im Sommer eine klare Zukunftsentscheidung getroffen hat. Das hat ihm vielleicht noch ein bisschen mehr Ruhe und Konsequenz gegeben.“ Stöger hält es „für vollkommen in Ordnung, dass er im Rampenlicht steht. Anthony weiß aber auch genau, dass er nicht nachlassen darf.“ Und ohne das Kollektiv könne Modeste nicht erfolgreich Fußball spielen.

          Wie will Kovac den Kölner Torjäger nun an die Kette legen? Der Frankfurter Trainer macht ein Geheimnis daraus. Dreier- oder Viererkette? Kovac lässt es offen. Zwei Manndecker gegen Modeste? Keine Antwort. Stöger geht auch nicht ins Detail, wie seine Kölner den „gefährlichen Meier“ stoppen sollen. „Wir müssen viele gute Entscheidungen treffen.“

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