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Eintracht Frankfurt : Das Comeback des Allrounders

Glück für die Eintracht: Chris ist am Samstag wieder fit Bild: Wonge Bergmann

Rechtzeitig vor dem wichtigen Heimspiel gegen Gladbach meldet sich Eintracht-Profi Chris zurück. Der Brasilianer soll bei dem Tabellenelften mithelfen, nach dem 0:4 von Leverkusen eine nachhaltige Trendwende einzuleiten.

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          Die vom Trainer in Aussicht gestellte „Last-Minute-Heilung“ ist geglückt. Michael Skibbe, der Coach der Frankfurter Eintracht, kann auf Chris bauen. Wieder einmal, denn die jahrelange Leidensgeschichte des variablen Fußballprofis geht munter weiter und hat auch in dieser Saison Konjunktur. Vor zwei Wochen noch, beim peinlichen 0:4 in Leverkusen, musste der Brasilianer verletzungsbedingt passen. Und auch jetzt, da es gilt, gegen Borussia Mönchengladbach an diesem Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) Heimsieg Nummer drei herauszuschießen, stand der Einsatz von Chris lange Zeit in Frage.

          Doch rechtzeitig hat er sich erholt. Für Skibbe hat bei der Genesung auch die am Donnerstag vorgenommene Kernspintomographie eine wichtige Rolle gespielt. „Auf den Bildern war nichts, aber auch gar nichts zu erkennen. Für den Kopf ist das gut gewesen.“ Beflügelt durch das positive ärztliche Bulletin, hat sich Chris am Freitagmorgen sogar einem individuellen Sprinttraining unterzogen. Am Nachmittag dann, als sich die Mannschaft auf die Gladbacher Borussia vorbereitete, fand sich der Brasilianer im Kreise der Kollegen wieder. „Es sieht wirklich gut aus“, sagten unisono Skibbe und Chris. Nur wo der 31 Jahre alte Südamerikaner spielerischen Dienst versehen soll, das wollte der Eintracht-Trainer dann doch nicht preisgeben. Der Trend dürfte für einen Platz vor der Viererabwehrkette sprechen. Pirmin Schwegler und Selim Teber, zwei der Lieblingsspieler des Coaches, sollten ihm dort zur Seite stehen.

          Der Brasilianer gilt als unabkömmlich

          Dass Chris seine Probleme mit dem Oberschenkel rechtzeitig in den Griff bekommen hat, hat Skibbe mit spürbarer Erleichterung aufgenommen. Schließlich gilt der Brasilianer, der sowohl an zentraler Stelle in der Innenverteidigung als auch vor der Abwehr als kreativer Abräumer spielen kann, als unabkömmlich. „Auf ihn können wir nicht verzichten“, so Skibbe, der damit auf einer Linie mit seinem Vorgesetzten liegt. Vorstandschef Heribert Bruchhagen hält gleichfalls große Stücke auf Chris – und auf Ioannis Amanatidis. Sogar eine Art Freibrief hat der Brasilianer. „Wenn er spielen will, dann spielt er“, sagte Skibbe schon mehrmals in dieser Saison. Natürlich will Chris spielen – und er will siegen.

          Einer wie Martin Hess hätte sich vor der Partie gegen Mönchengladbach schon darüber gefreut, wenn er in den Kader gerutscht wäre. Doch selbst die akute Sturmnot – bekanntlich steht der letzte verbliebene gelernte Angreifer Nikos Liberopoulos wegen des Todes seines Vaters nicht zur Verfügung – hat den Stürmer nicht wertvoll gemacht. Statt auf eine erstklassige Bewährungsprobe zu hoffen, wird er mit den Amateuren in der Regionalliga spielen. Dort kommt es an diesem Samstag (14 Uhr) zum Hessenderby gegen den SV Darmstadt 98.

          Skibbe erwartet eine Leistungssteigerung

          Die Bundesligapartie gegen Gladbach ist nicht minder interessant. Skibbe hat seinen Leuten ins Gewissen geredet und erwartet zwei Wochen nach dem Tiefschlag von Leverkusen eine deutliche Leistungssteigerung. Stammtorhüter Oka Nikolov ist ebenso wie der beim 0:4 verletzte Chris einsatzbereit. Gut 50 000 Zuschauer werden erwartet und sorgen damit für konstant stabile Einnahmen.

          Trotzdem, sagte Manager Bruchhagen, könne man finanziell keine großen Sprünge machen. Der schon vor Wochen von Finanzvorstand Thomas Pröckl in Aussicht gestellte Jahresverlust von gut 1,5 Millionen Euro hat weiter Bestand. Doch Schulden machen, um beispielsweise einen hochwertigen Stürmer zu verpflichten? Nicht mit Bruchhagen. „Wir überweisen mal eben sogar drei Millionen Euro an das Leistungszentrum“, sagte der Vorstandschef mit spitzem Unterton über die im Sommer bekanntgewordenen „überraschenden Geldabflüsse“.

          „Last-Minute-Man“ Chris im Leistungszentrum

          Das Leistungszentrum der aktuell auf Tabellenposition elf geführten Bundesligamannschaft wird von einigen bekannten Profis gebildet. Mittendrin, wenn er denn nicht verletzt ist: „Last-Minute-Mann“ Chris.

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