https://www.faz.net/-gzn-6kor2

Eintracht Frankfurt : Comeback für Chris

Wieder sprungbereit: Chris (rechts). Bild: DDP

Die Läderspielpause bietet angeschlagenen Profis die Gelegenheit, mit dem nötigen Ernst, aber ohne falschen Ehrgeiz an der Fitness zu feilen, weil sie partout am Wochenende im Kader stehen möchten.

          2 Min.

          Kaum hat die neue Bundesligasaison begonnen, ruht der Ball auch schon wieder. Der Länderspielplan des internationalen Fußballverbandes macht es nötig. Noch bis Mitte kommender Woche läuft auch bei der Eintracht der Betrieb nur stark eingeschränkt; am Mittwochvormittag waren es gerade einmal elf Feldspieler, die von Trainer Michael Skibbe und Assistent Eddy Boekamp angeleitet wurden, und zwei Keeper, die auf Kommando von Torwartcoach Andreas Menger über den Rasen hechteten. Die Übungsgruppe war so klein, weil gleich sieben Frankfurter Profis mit ihren Nationalteams unterwegs sind, Ioannis Amanatidis (Knieschmerzen) sowie Aleksandar Vasoski (Muskelverhärtung im Oberschenkel) kürzer treten mussten, das erst 17 Jahre alte Talent Sonny Kittel sich eine Trainingspause verdient hatte, und fünf Spieler, die für den nächsten Liga-Auftritt in Gladbach nicht in Frage kommen, zur zweiten Mannschaft abkommandiert wurden.

          „Überschaubar“ nannte Skibbe die Szenerie auf dem Platz vor der WM-Arena. Ans Einstudieren von taktischen Finessen ist bei der Arbeit mit solch einer Minigruppe nicht wirklich zu denken, auch die Integration der Neuzugänge gerät so beinahe zwangsläufig ins Stocken. Doch der Trainer konnte dem vergleichsweise gemächlichen Treiben, das noch sieben Tage anhält, auch eine positive Seite abgewinnen. Es bietet angeschlagenen Profis die Gelegenheit, mit dem nötigen Ernst, aber ohne falschen Ehrgeiz an der Fitness zu feilen, weil sie partout am Wochenende im Kader stehen möchten. So wie Kapitän Chris zum Beispiel, dessen Rückkehr als Abwehrstabilisator nach zwei unerwarteten Auftaktniederlagen sehnsüchtig erhofft wird – und schon viel länger auf sich warten lässt, als Skibbe vor wenigen Wochen spekulierte. Der 32 Jahre alte Brasilianer, im Sommercamp in Grünberg zum neuen Kapitän auserkoren, hatte sich Mitte Juli einer Operation an den Leisten unterziehen müssen, weil bei ihm im Frühjahr immer wieder Beschwerden an den Adduktoren aufgetreten waren. Nach dem erfolgreich verlaufenen Eingriff bei einer Spezialistin in München war er zunächst voller Optimismus: „Im Pokal werde ich schon dabei sein“, spekulierte Chris. Doch sowohl beim Erstrundensieg beim SV Wilhelmshaven (4:0) als auch bei den anschließenden Bundesliganiederlagen gegen Hannover (1:2) und Hamburg (1:3) musste er passen, weil er nicht so schnell auf die Beine kam wie anfangs gedacht. Der Defensivallrounder, einer der fähigsten Spieler im Kader, plagt sich seit Jahren regelmäßig mit hartnäckigen Blessuren herum, weshalb er in den letzten acht Profijahren auch nur auf 151 Spiele kam.

          Die Landpartie als Pflichtaufgabe

          Nun steht aufs Neue ein Comeback bevor. Chris selbst, der wochenlang nur laufen und keinen Schuss abgeben geschweige denn sich auf der Innenverteidigerposition mit den Gefährten abstimmen konnte, ist längst voller Tatendrang: „Für Gladbach kann es reichen“, lautete seine Ansage. Skibbe teilt diesen zuversichtlichen Eindruck. „Mit der abgeheilten Verletzung hat er keine Probleme mehr.“ Ein letzter Härtetest steht an diesem Freitag an: Dann absolviert die Eintracht ein Privatspiel beim Hessenligavertreter RSV Würges (18 Uhr).

          Für die meisten Kollegen ist die Landpartie eine Pflichtaufgabe, die, wenn sie zur Zufriedenheit des Trainers gelöst wird, immerhin zwei freie Tage am Stück bringen kann. Für Chris ist es ein bisschen mehr: Er wird gegen Würges zum ersten Mal seit fast vier Monaten und unzähligen Stunden des Einzeltrainings zusammen mit den Kollegen Fußball spielen. Marc Heinrich

          Weitere Themen

          Ohne Havertz kein Herz

          Torloses Werksduell : Ohne Havertz kein Herz

          Der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen trennen sich zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltages ohne Tore. Beide Werkteams zeigen vor 500 Zuschauern Fußball ohne Esprit.

          Topmeldungen

          Smartphonenutzer vor einer Wechat-Werbung in Hongkong

          China kommt gut weg : Was Trumps Tiktok-Kompromiss bedeutet

          Die umstrittene Video-App darf ein Bündnis mit Oracle und Walmart schließen. Aber die Chinesen behalten Einfluss. Auch das Unternehmen hinter der Kommunikations-Plattform Wechat kann wegen eines amerikanischen Gerichtsurteils vorerst aufatmen.

          F.A.Z. exklusiv : „Daimlers Diesel genügen den Richtlinien“

          Als Vorstand für Integrität und Recht hat Renata Jungo Brüngger gerade mehrere Diesel-Verfahren gegen Daimler in Amerika befriedet. Ihren Einsatz für mehr Regeltreue sieht sie aber nicht am Ende. Im Gespräch berichtet sie von Herausforderungen in einem globalen Unternehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.