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Eintracht Frankfurt : Chris blüht auf, Caio erwartet ein Geduldsspiel

  • -Aktualisiert am

Bei Trainingsspielen mittendrin - aber in der Bundesliga noch auf der Bank: Caio Bild: Wonge Bergmann

Die starke Leistung der Eintracht beim 3:0 in Berlin war nicht für alle eine Überraschung. Trainer Funkel war schon vorher optimistisch, „weil wir eine eingespielte Truppe haben“. Für den brasilianischen Millionen-Einkauf Caio wird er sein taktisches System nicht umbauen.

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          Die starke Leistung der Frankfurter Eintracht beim 3:0 in Berlin war nicht für alle eine Überraschung. Trainer Friedhelm Funkel war schon vorher optimistisch, „weil wir eine eingespielte Truppe haben“. Einen anderen Grund für die Zuversicht am Main nannte nach dem zweiten Auswärtssieg in dieser Spielzeit der Brasilianer Chris. „Wir haben jetzt endlich viele gute Spieler und damit auch eine gute Mannschaft“, so der flexible Defensivspieler. Der Brasilianer mit deutschen Vorfahren - sein Ururgroßvater wurde in Hamburg geboren - fühlt sich ausgesprochen wohl in der neuen Multikulti-Truppe der Eintracht.

          Nach und nach haben der Sportliche Leiter Heribert Bruchhagen und der Trainer Funkel zusammengefügt, was offenbar zusammengehört. Junge deutsche Spieler wie Patrick Ochs, Marco Russ und Michael Fink, einen klugen Schweizer Kopf wie Christoph Spycher, zwei griechische Haudegen wie Sotirios Kyrgiakos und Ioannis Amanatidis, einen mexikanischen Abwehrkünstler wie Aaron Galindo und natürlich zwei Brasilianer wie Chris und Caio. „Wir spielen Fußball“, sagte Chris, und die Betonung lag auf spielen.

          „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Schnee gesehen“

          Im zentralen Mittelfeld vor der Abwehr war der 29 alte Brasilianer eine der dominierenden Figuren im Eintracht-Ensemble. Für Chris ist es wichtig, dass der Ball läuft, dass nicht allzu viele weite Pässe geschlagen werden, sondern der Kurzpass Einzug gehalten hat. Ein wenig brasilianisch eben. Mit einem deutschen Einschlag, ganz so wie bei Chris selbst. Denn der kann im Zweikampf auch mal ordentlich dazwischenfahren, ist durchaus auch kopfballstark und durchsetzungsfähig. Und er hat sich längst an das deutsche Klima gewöhnt. Die Kältekammer Berliner Olympiastadion hat ihm jedenfalls nichts ausgemacht - was zu erwarten war.

          Anders sah das beim neuen Kollegen Caio aus. Der rieb sich Mitte der zweiten Halbzeit erstaunt die Augen. Nicht wegen der starken Leistung der Eintracht-Profis, sondern wegen des Schneefalls. „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Schnee gesehen“, sagte Caio später beeindruckt. Verblüfft hatte ihn auch die geduldige Reaktion der Berliner Zuschauer auf die Leistung des eigenen Teams. „Wenn man in Brasilien 0:3 zu Hause verliert, ist der Teufel los“, hat Caio gesagt.

          Hilfe von Galindo?

          Der Millionen-Einkauf von Palmeiras São Paulo hatte neunzig Minuten auf der Bank gesessen - und war dennoch kein bisschen verärgert. „Ich warte auf meine Chance“, ließ er seinen Landsmann Chris übersetzen. Vielleicht wartet er auch darauf, dass es ein bisschen wärmer wird in der neuen Wahlheimat. Es könnte sein, dass es zu einer Geduldsprobe für Caio kommt. Denn der Trainer will auch beim bevorstehenden Heimspiel am nächsten Freitag gegen Arminia Bielefeld nicht viel ändern. „Für Caio müsste ich das System verändern“, sagte Funkel nach dem Erfolg von Berlin, „und dafür besteht kein Anlass.“ Caio werde wie geplant ganz behutsam an die Mannschaft herangeführt. Er sei schließlich eine Investition für die Zukunft.

          Vielleicht kann der Mexikaner Aaron Galindo Caio ja ein wenig Hilfestellung geben, was die schwierigen ersten Wochen in der neuen Umgebung betrifft. Galindo musste sogar Monate warten, ehe er sich einen Stammplatz erkämpft hatte. Mittlerweile ist er aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Auch in Berlin stand er wie selbstverständlich in der Startaufstellung.

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