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Bundesliga gegen Leipzig : Eintracht Frankfurt braucht das perfekte Spiel

Geglückter Start: Nach dem Auswärtssieg gegen Hoffenheim freut sich Eintracht-Trainer Adi Hütter auf das Heimspiel gegen Spitzenreiter Leipzig. Bild: dpa

Der Respekt vor dem Spitzenreiter RB Leipzig ist groß. Doch die Eintracht glaubt an ihre Außenseiterchance. Daichi Kamada ist wieder fit. Für einen anderen früheren Stammspieler ist wohl vorerst kein Platz mehr.

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          Diese Zahl verwundert. Obwohl an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) der Spitzenreiter kommt, ist die Frankfurter Arena nicht Tage vorher ausverkauft. Bis Freitag hatten sich erst 50.000 Fußballfreunde dazu entschlossen, beim ersten Heimspiel des neuen Jahres dabei zu sein. 1500 davon kommen aus Leipzig, der seit Wochen dominierenden Kraft im Bundesliga-Geschäft. Mit 40 Punkten aus 18 Spielen haben die Sachsen annähernd doppelt so viele Punkte wie die Eintracht geholt, die als Tabellenelfter des Klassements 21 Punkte aufweist. Die Ausgangslage scheint eindeutig zu sein. „Leipzig ist die komplettere, bessere Mannschaft“, sagt Adi Hütter. Der Eintracht-Trainer ahnt, dass es für sein Team schwer werden dürfte, den Favoriten zu ärgern. „Wir müssen schon das perfekte Spiel machen“, sagt der Frankfurter Fußballlehrer. „Leipzig ist die Mannschaft der Stunde.“ Und nicht nur das. „Leipzig ist für mich ein absoluter Meisterschaftskandidat“, sagt Hütter.

          Bundesliga

          Andererseits bestritt die Eintracht gegen die spielstärksten Bundesligamannschaften in dieser Saison ihre besten Heimspiele. Das 5:1 über die Bayern und das 3:1 gegen Leverkusen waren glanzvolle Auftritte, das 2:2 gegen Borussia Dortmund nach Rückstand basierte auf einer bemerkenswerten Willensleistung. Hütter kann sich die Höchstleistungen gegen die besten Widersacher nicht zu 100 Prozent erklären. „Es ist ganz egal, gegen wen wir spielen, wir wollen immer an unsere Leistungsgrenze gehen. Vielleicht ist es deswegen, weil man noch ein paar Prozent konzentrierter sein muss“, erklärte er.

          Der Tabellenführer ist die Mannschaft der vergangenen Wochen. Acht der zurückliegenden neun Spiele hat das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewonnen – und dies fast immer recht eindrucksvoll. Mindestens drei Tore sind pro Spiel gefallen: RB Leipzig stellt mit 51 Treffern den besten Angriff der Liga, und mit Timo Werner, der gemeinsam mit Bayern-Angreifer Robert Lewandowski das Ranking der besten Torschützen anführt, steht der angriffslustigste deutsche Fußballstürmer in der Offensivreihe der Sachsen. 20 Tore hat Werner bislang erzielt. Eine Zahl, die Eintracht-Coach Hütter imponiert – wie er überhaupt voller Respekt auf den kommenden Gegner schaut. „Die Leipziger suchen irrsinnig schnell den Weg zum Tor. Das habe ich schon meiner Mannschaft gesagt, und das werde ich ihr auch noch einmal auf Video zeigen.“

          Bei der Bilderschau wird auch Daichi Kamada dabei sein. Einer der beiden Japaner der Eintracht, der zuletzt verletzungsbedingt passen musste, steht nach seinem Bänderriss wieder zur Verfügung. Kamada in Bestform ist mit seiner vorzüglichen Technik eine Bereicherung für das Offensivspiel. Doch ist davon auszugehen, dass er sich die Partie gegen den Spitzenreiter zunächst von der Bank aus anschaut, schließlich nimmt Kamada erst seit Dienstag wieder am Mannschaftstraining teil, bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit kann er noch nicht sein. Wer in der Startelf steht, will – wie sonst auch – „ich noch nicht verraten“. Hütter mag Nagelsmann nicht schon vorab personelle Vorlagen geben.

          So ließ der Eintracht-Trainer auch offen, was aus dem anderen Japaner wird. Eine Halbserie lang gehörte Makoto Hasebe zu den besten und zuverlässigsten Eintracht-Spielern. Doch seit dem im Trainingslager in den Vereinigten Staaten vollzogenen Systemwechsel ist nichts mehr so, wie es einmal war. Hasebe, der einst freie Mann in der Dreierkette, hat derzeit keinen festen Arbeitsauftrag. In der vergangenen Woche, beim wichtigen 2:1-Auswärtserfolg zum Rückrundenauftakt bei der TSG Hoffenheim, blieb Hasebe ohne Einsatz, weil ihn kurzfristig eine Erkältung erwischte. Hütter ließ in der neu erprobten Viererabwehrkette spielen – mit Almamy Toure, David Abraham, Martin Hinteregger und Evan Ndicka. Die Arbeitsproben der Innenverteidiger Abraham und Hinteregger gaben so wenig Anlass zum Wechsel wie die von Sebastian Rode und Djibril Sow im defensiven Mittelfeld. Sie bewährten sich als Abräumer- und Aufbau-Duo. Und so existiert keine Planstelle mehr für Hasebe. Gefragt, ob Hasebe das Opfer der Systemumstellung sei, erwiderte Hütter am Freitag: „In meiner Mannschaft gibt es keine Opfer. Es geht um Leistung und das Gesamtgefüge. Makoto ist weiterhin ein sehr wichtiger Spieler bei uns.“ Auch außerhalb der Startelf.

          Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich Hütter für das Duell mit dem Branchenprimus aus Leipzig etwas Überraschendes einfallen lässt. „Ich lasse zum Beispiel offen, ob ich mit einer oder zwei Spitzen spielen lasse. Ich möchte Julian nicht zu viel verraten.“

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